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Neue Pläne für Barsbüttels Rathausplatz

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René Soukup
Der Stiefenhoferplatz mit dem Rathaus (rechts) gibt ein trauriges Bild ab. Zum Verweilen gehen die Barsbütteler an andere Orte.

Der Stiefenhoferplatz mit dem Rathaus (rechts) gibt ein trauriges Bild ab. Zum Verweilen gehen die Barsbütteler an andere Orte.

Foto: René Soukup

Sparkasse Holstein will in Barsbüttel Gebäude erhöhen, mit der Vorwerker Diakonie kooperieren und seniorengerechte Wohnungen schaffen.

Barsbüttel. Im September hatten die Barsbütteler die Möglichkeit, bei der Verwaltung Ideen einzubringen für die Gestaltung des Rathausplatzes. 17 E-Mails sind eingegangen mit teilweise sehr ausführlichen Schilderungen. Vorerst wird sich die Politik aber nicht mit den Vorschlägen beschäftigen. Denn es gibt neue Pläne für das Areal, die eine großflächigere Aufwertung als zuletzt angenommen möglich machen. Die Sparkasse Holstein unternimmt einen weiteren Versuch, ihr Gebäude zu vergrößern. Die Filiale mit nur einer Ebene soll auf drei Geschosse plus Staffelgeschoss wachsen. In Kooperation mit der Vorwerker Diakonie sind rund 30 seniorengerechte Mietwohnungen angedacht. Das bestätigte Bürgermeister Thomas Schreitmüller.

Das Geldinstitut hat ihm das Konzept bereits vorgestellt. In Kürze werden den Politikern im Planungsausschuss Details präsentiert. „Das ist ein gute Sache. Wir benötigen so etwas im Ort“, sagt Schreitmüller. Die Vorwerker Diakonie betreibt in der Gemeinde bereits die Sozialstation am Waldenburger Weg. Sie ist eine gemeinnützige GmbH und hat mehr als 3000 Mitarbeiter. Hauptsitz ist Lübeck. Das Angebot umfasst auch Kindertagespflege und Kindertagesstätten, außerdem organisiert das Unternehmen Nachmittagsbetreuung an Schulen und hat ein Familienzentrum.

Frühere Pläne der Sparkasse waren abgelehnt worden

Die Sparkasse Holstein verspricht sich von der Zusammenarbeit, die Politik für sich zu gewinnen. Diese muss schließlich den Bebauungsplan ändern. Mit dem Erweiterungswunsch war das Geldinstitut schon 2016 an die Gemeinde herangetreten, wurde erst vertröstet und in die Warteschleife geschickt, weil nicht klar war, in welchem Umfang das Rathaus saniert wird. Später wartete man mit einer Visualisierung auf: Zu sehen war ein Haus mit drei Geschossen plus Staffelgeschoss. Auch damals war von 30 Einheiten die Rede, allerdings brachte ein Sparkassensprecher Eigentumswohnungen ins Spiel mit zwei bis vier Zimmern, die 60 bis 80 Quadratmeter groß sind. Im Erdgeschoss waren drei bis vier Gewerbeeinheiten vorgesehen. Die Parteien lehnten das allerdings wegen des Bauvolumens ab.

Da half es auch nicht, dass die Sparkasse stets betonte, sie wolle den Stiefenhoferplatz durch das Projekt wiederbeleben. Eine Aufhübschung hat das ehemalige Zentrum dringend nötig. Inzwischen ist es verwaist. Früher pulsierte dort das Leben mit dem Wochenmarkt. Der zog 2015 an die Straße Am Akku, wo Nahversorgungszentrum und Ärztehaus die neue Ortsmitte bilden. Doch damit nicht genug: Die Bäckerei schloss, eine Ladenzeile mit Café wurde abgerissen und durch einen Wohnkomplex ersetzt. Auf der anderen Seite stehen Geschäfte leer. Es ist ein trauriges Bild.

Deshalb intensivierten die Parteien die Gespräche über eine Neugestaltung des Stiefenhoferplatzes. Ihr Wunsch: eine Parkanlage mit Bänken, wo sich Senioren sowie auch Jugendliche treffen und ihre Freizeit verbringen. Allerdings gehört der Gemeinde nur ein 16 Meter breiter Streifen des Platzes, davon geht noch die Feuerwehrzufahrt ab. Angrenzende Grundeigner hätten für eine größere Lösung mit ins Boot springen müssen. Doch sie erteilten Schreitmüller eine Abfuhr.

Ladenzeile steht vor Eigentümerwechsel

Schließlich entschied sich die Politik für eine Bürgerbeteiligung. Die ergab: Die Barsbütteler wollen auf dem Rathausplatz vor allem Grünanlagen, einen Wasserspielplatz und Gastronomie mit Außenbereich. Womöglich lässt sich das jetzt doch alles unter einen Hut bringen. Das Grundstück der Sparkasse umfasst 1900 Quadratmeter. Geht die Politik auf ihr Ansinnen ein, dürfte sie sich als Gegenleistung eng einbinden lassen bei der weiteren Planung für die Erneuerung des Areals.

Die Signale aus Parteien sind positiv. „Altengerechte Wohnungen mit Unterstützungsleistungen sind vom Ansatz her zustimmungswürdig“, sagt die Grünen-Fraktionsvorsitzende Angela Tsagkalidis. „Der Bedarf ist vorhanden.“ Noch deutlicher wird ihr Pendant von der CDU, Henri Schmidt: „Wir glauben, dass es grundsätzlich passt und die Sparkasse Holstein der richtige Partner ist. Wenn Seniorenwohnungen entstehen, werden wieder Einfamilienhäuser im Ort frei. Das ist ein positiver Nebeneffekt.“

Der Gestaltungsspielraum für den Rathausplatz könnte sich noch weiter erhöhen. Denn die verbliebene Ladenzeile, in der früher eine Apotheke gewesen ist und wo während der Rathaussanierung Verwaltungskräfte ihr Büro hatten, steht vor einem Eigentümerwechsel. „Das wird wohl so kommen“, sagt Bürgermeister Schreitmüller. Um dort einem Restaurant- oder Cafébetreiber den Einzug schmackhaft zu machen, könnte die Gemeinde eigene Flächen für die Außengastronomie zur Verfügung stellen. Diese Variante schwebt dem Fraktionsvorsitzenden der Wählergemeinschaft BfB, Rainer Eickenrodt, vor.

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