Konzert in Reinbek

Gefühlvoller Deutsch-Pop zum Auftakt des Akustikfestes

| Lesedauer: 5 Minuten
Stephanie Rutke
Der Musiker Florian Künstler aus Lübeck, hier mit Reinbeks Kulturchefin Elke Güldenstein, singt am 11. November von eigenen Erfahrungen.

Der Musiker Florian Künstler aus Lübeck, hier mit Reinbeks Kulturchefin Elke Güldenstein, singt am 11. November von eigenen Erfahrungen.

Foto: Stephanie Rutke

Vier Konzerte sind beim Akustikfest im Schloss Reinbek zu hören. Den Auftakt macht der Lübecker Songwriter Florian Künstler.

Reinbek. Das Akustikfest im Schloss Reinbek begeistert seit 2015 Fans der akustischen Musik. Vom 11. bis 14. November gibt es bei vier Konzerten in Reinbek wieder tolle Musiker zu entdecken. Für alle Konzerte gibt es noch Karten.

„Unser Konzept beim Akustikfest ist einfach: Es sind immer vier Konzerte mit namhaften Künstlern, die ohne elektronische Verstärkung spielen“, erklärt Reinbeks Kulturchefin Elke Güldenstein. Eigentlich gehört zu den Konzerten auch immer ein Auftritt des musikalischen Nachwuchses im Vorprogramm. Darauf verzichten die Organisatoren in diesem Jahr noch. Wegen der sich immer wieder ändernden Regeln bezüglich der Pandemie war dieser Programmpunkt schwierig umzusetzen. „Der Nachwuchs soll aber in Zukunft wieder seine Bühne erhalten“, verspricht Güldenstein.

Konzert in Reinbek: Vier Konzerte beim Akustikfestival

Zum Auftakt der Konzertreihe spielt der Lübecker Singer-Songwriter Florian Künstler mit seiner Band am Donnerstag, 11. November, ab 19.30 Uhr. Er war bereits Gast im Schloss und ist begeistert von der Atmosphäre und Akustik im Festsaal. „Das ist ein schöner Ort für ein Konzert“, meint er mit Blick in den Saal. Hier ist der Künstler ganz dicht am Publikum und kann auf Reaktionen und Emotionen sofort reagieren.

„Ich singe Deutsch-Pop, spiele Gitarre, und meine Texte handeln von Dingen, die ich erlebt habe“, erklärt der 36-Jährige. Und da kommt einiges zusammen: Aufgewachsen in einer Pflegefamilie, sagt von sich, dass er nicht immer ein einfaches Kind gewesen sei. Mit Musik ist er groß geworden: Seine Mutter singt im Chor, die Schwester in einer Band, der Vater spielt Posaune und Geige. Bis er zur Musik gekommen ist, musste Florian Künstler einige Umwege gehen. „Ich habe alle möglichen Jobs angefangen und schnell wieder aufgegeben“, erzählt er. Aber dann hat er den Sprung doch geschafft, erst die Schule und dann eine Ausbildung zum Masseur und medizinischen Bademeister abgeschlossen – und immer Musik gemacht. „Ich war Straßenmusiker“, erinnert er sich an die Zeit, die er heute als ‚harte Schule‘ bezeichnet. Nur eine klassische Musikausbildung hat er nie absolviert.

Viele Lieder hat er in der Auftrittspause geschrieben

All diese Erfahrungen spiegeln sich in seinen Texten wieder, mit denen er ein Publikum über alle Generationen erreicht. „Ich möchte mit meiner Musik ein Gefühl auslösen“, beschreibt er seine Intention. Seine Themen sind oft nachdenklich und reichen von melancholischen bis zu lustigen Texten. Ein Titel wie „Leere Stühle“, in dem es um die viel zu seltenen Besuche bei den Eltern geht, berührt – sowohl Kinder als auch Eltern.

Nach der coronabedingten Zwangspause ging es für den Musiker sehr schnell wieder los. „Fast zu schnell“, sagt er. Plötzlich hatte die Band wieder lauter Termine, reiste von Auftritt zu Auftritt – und immer mit einem Koffer voller Lieder, von denen viele in der Auftrittspause entstanden sind. Sie behandeln Themen, die zum Leben dazugehören. Die wird Florian Künstler beim Akustikfest zusammen mit seiner Band spielen.

Begleitet wird er von Anne de Wolff (Gitarre und Streichinstrumente) sowie Stephan Rehbein am Piano. Das Programm für das Konzert im Schloss steht: „Wir werden einen Querschnitt durch die Titel und neue Stücke spielen“, sagt der Musiker. Infos auf seiner Homepage unter www.florian-kuenstler.de.

Zum Abschluss ist Pianist Martin Tingvall zu Gast

Die drei weiteren Konzerte zeigen, wie vielfältig akustische Musik sein kann: Das Trio JMO bilden drei internationale Musiker aus der Schweiz, dem Senegal und Israel. Sie spielen am Freitag, 12. November (19.30 Uhr). „In diesem Konzert bereichern sich drei unterschiedliche Kulturen gegenseitig“, beschreibt Elke Güldenstein die Musik.

Mit Fee Badenius und Band kommt am Sonnabend, 13. November (19.30 Uhr) eine Liedermacherin ins Schloss. Die Fans können sich auf eine blitz­gescheite, humorvolle Sängerin freuen, die ihr Publikum um den Finger wickelt. Zusammen mit ihrer Band spielt sie Musik, in der Satire, Chanson und Wehmut einhergehen. Zum Abschluss des Akustikfestes am Sonntag, 14. November, ist der Pianist Martin Tingvall zu Gast. Beginn ist ebenfalls um 19.30 Uhr.

Aktuell stehen pro Konzert 100 Plätze zur Verfügung, damit ist der Festsaal zur Hälfte ausgelastet. „Uns ist es wichtig, nach wie vor vorsichtig zu sein“, erklärt Elke Güldenstein. „Unsere Gäste sollen sich sicher fühlen.“ Sie freut sich, dass der Kulturbetrieb im Schloss dank der Unterstützung des Programms „Neustart Kultur/Theater in Bewegung“ problemlos weiter laufen konnte. Die Gagen der Künstler werden daraus zu 50 Prozent getragen.

Infos und Tickets unter www.kultur-reinbek.de

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Stormarn