Polizei Schleswig-Holstein

Lkw-Unfälle: Vollsperrungen auf A1 und A7 aufgehoben

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Der umgestürzte Gefahrguttransporter liegt auf der Mittelleitplanke der A1 in Höhe Bad Oldesloe. Die Bergung gestaltet sich aufwändig.

Der umgestürzte Gefahrguttransporter liegt auf der Mittelleitplanke der A1 in Höhe Bad Oldesloe. Die Bergung gestaltet sich aufwändig.

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

A1: Ameisensäure musste aus Gefahrgut-Lkw geborgen werden. A7: Auflieger zerstört Zugmaschine und tötet Lkw-Fahrer.

Bad Oldesloe/Neumünster. Nach zwei schweren Unfällen mit Lkw sind die beiden Hauptverkehrsadern in Norddeutschland – die Autobahnen A1 und A7 – den gesamten Tag über voll gesperrt gewesen; die A1 in beide Richtungen, die A7 in Fahrtrichtung Hamburg. Auf beiden Autobahnen und den Ausweichstrecken kam es den ganzen Tag über zu Staus.

Auf der A1 war am frühen Montagmorgen in Höhe Anschlussstelle Bad Oldesloe ein Gefahrguttransporter umgestürzt und an einer Brücke hängen geblieben. Bei dem schweren Unfall auf der A7 bei Neumünster übersah ein Lkw-Fahrer ein Abschleppfahrzeug, rammte es und verlor die Kontrolle. Der Fahrer des Sattelzuges starb noch am Unfallort.

A1: Sattelzug stürzt um und rammt Brücke

Laut Autobahnpolizei Bad Oldesloe passierte der Unfall auf der A1 gegen 4.45 Uhr. Ein Tanklaster kam aus bisher ungeklärter Ursache von der Fahrbahn ab, touchierte die rechte Leitplanke an der Anschlussstelle Bad Oldesloe, zog dann quer über die Fahrbahn nach links, krachte in die Mittelleitplanke. Der Sattelschlepper fuhr dann gegen den Pfeiler der B208-Brücke und kippte schließlich um. Dadurch wurde der Tank des Aufliegers beschädigt, der mit 60-prozentiger Ameisensäure beladen war. Die Flüssigkeit, die die Atemwege reizen kann, lief aus und ergoss sich über alle Fahrstreifen. Einsatzkräfte fingen die ätzende Flüssigkeit mit Mulden und Notauffangbecken unter Atemschutz auf. Eine Spezialfirma reinigte die Fahrbahn.

Nach Abendblatt-Informationen wurde der 64-jährige Lkw-Fahrer durch den Unfall im Fahrerhaus eingeklemmt. Die Feuerwehr konnte ihn durch die Windschutzscheibe befreien. Er kam schwer verletzt in ein Krankenhaus.

A1: Ganztägige Vollsperrung in beide Richtungen

Die A1 war seit dem frühen Morgen in beide Richtungen gesperrt: Um 21.15 Uhr konnte eine, bis etwa 21.40 Uhr auch die zweite Fahrtrichtung wieder freigegeben werden. Die Bergungsarbeiten waren auch danach noch nicht vollständig abgeschlossen, der Verkehr konnte aber wieder an der Unfallstelle vorbeigeführt werden.

Aufgrund des Feuerwehreinsatzes waren Bewohner im Bereich der B208 bei Rethwischfeld gebeten worden, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die polizeilichen Ermittlungen hinsichtlich der Unfallursache wurden aufgenommen. Entwarnung gibt es in Bezug auf die Brücke, gegen die der Sattelzug gerutscht war: Sie blieb strukturell unbeschädigt und kann weiter befahren werden

A7 nach tödlichem Lkw-Unfall wieder frei

Ein weiterer schwerer Unfall auf der Autobahn 7 verschärfte die Verkehrslage im Norden zusätzlich: Gegen 9 Uhr verunglückte der 34 Jahre alte Fahrer eines Sattelzugs in Höhe Neumünster tödlich. Ein Pkw, der eine Panne hatte, stand auf dem Standstreifen und sollte gerade von einem Abschleppfahrzeug geborgen werden. Da näherte sich von hinten der Sattelzug des 34-Jährigen und fuhr seitlich gegen das Abschleppfahrzeug.

Wie die Polizei mitteilte, verlor die Kontrolle über sein Gespann und geriet in den Graben neben der Autobahn. Hierdurch überschlug sich der Sattelzugauflieger und zerstörte die Zugmaschine. Der Fahrer des Sattelzuges konnte nur noch tot geborgen werden. Der Abschleppwagenfahrer und der Fahrer des liegengebliebenen Pkw befanden sich zum Unfallzeitpunkt hinter der Leitplanke und blieben unverletzt.

Die A7 war ab Neumünster Nord in Richtung Hamburg gesperrt, auch dort konnte die Vollsperrung gegen 21.15 Uhr aufgehoben werden, um den Verkehr auf zunächst einer Spur an den noch laufenden Bergungsarbeiten vorbeizuführen. Um 4.30 Uhr wurden beide Fahsrspuren wieder freigegeben. Am Dienstagmorgen wurde der rechte Fahrstreifen ab 9 Uhr wegen Reparaturarbeiten erneut gesperrt.

( ced/hie/josi )

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