Abrechnung

Peter Kurt Würzbach attackiert Gero Storjohann

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Der langjährige Bundestagsabgeordnete und Segeberger CDU-Kreisvorsitzende Peter Kurt Würzbach (l.) wurde 2014 vom scheidenden Nord-Parteichef Reimer Böge (M.) und Gero Storjohann beim Landesparteitag in Neumünster für 50 Jahre Mitgliedschaft in der CDU geehrt

Der langjährige Bundestagsabgeordnete und Segeberger CDU-Kreisvorsitzende Peter Kurt Würzbach (l.) wurde 2014 vom scheidenden Nord-Parteichef Reimer Böge (M.) und Gero Storjohann beim Landesparteitag in Neumünster für 50 Jahre Mitgliedschaft in der CDU geehrt

Foto: CDU

In einem offenen Brief fordert der CDU-Veteran den Sether zum Mandatsverzicht zu Gunsten Melanie Bernsteins auf.

Bad Oldesloe.  Ein offener Brief des langjährigen Bundestagsabgeordneten und Segeberger CDU-Kreisvorsitzenden Peter Kurt Würzbach hat in der Partei für Kritik und Unverständnis gesorgt. In besagtem Schreiben hat der inzwischen 83-Jährige dem kürzlich wieder in den Bundestag gewählten Gero Storjohann (63, Seth) ein Mandatsverzicht zu Gunsten der Wahlstedterin Melanie Bernstein nahegelegt. „Spuren ihrer politischen Arbeit sind weder in Berlin noch im Heimatkreis Segeberg zu erkennen“, schrieb Würzbach. Deshalb solle sich Storjohann ein Beispiel an Annegret Kramp-Karrenbauer und Peter Altmaier nehmen, die freiwillig auf ihre Mandate verzichtet hatten.

Storjohann steht das Mandat zu

Storjohann, der sein Direktmandat im Wahlkreis Segeberg/Stormarn-Mitte an Sozialdemokrat Bengt Bergt verlor und nur über die Landesliste den Wiedereinzug in den Bundestag geschafft hatte, wollte sich auf Anfrage dieser Redaktion nicht öffentlich äußern. Joachim Wagner, Chef der CDU-Kreistagsfraktion Stormarn, bezeichnete die Einlassungen Würzbachs unterdessen als wenig hilfreich. „Wenn Storjohann angeblich nicht der richtige Kandidat gewesen ist, hätte er gar nicht aufgestellt werden dürfen“, so Wagner. Da er aber sogar auf Platz vier der Landesliste nominiert worden sei, stehe ihm das Mandat nun fraglos zu. Es für Bernstein aufzugeben, würde überdies bedeuten, dass nur noch Ingo Gädechens die Interessen der Stormarner CDU-Wähler in Berlin wahrnehmen könne. Bernstein habe schließlich im Wahlkreis Plön/Neumünster kandidiert, in dem sie ihr Direktmandat selbst nicht verteidigen konnte.

Würzbach ist lediglich Trend gefolgt

Aus Sicht Wagners habe die CDU nach dem Wahldesaster wichtigere Probleme zu lösen. Dazu zählt für ihn die Wahl eines neuen Parteivorsitzenden und eine stärkere Einbindung der Parteibasis bei der Auswahl des Spitzenpersonals. „Es gilt, die CDU personell und inhaltlich neu aufzustellen“, so Wagner.

Für den Medienkoordinator der Segeberger Kreis-CDU, Uwe Voss, ist Würzbach mit seiner Forderung lediglich einem Trend gefolgt. „Mehr Frauen und junge Leute zu fordern, ist in diesen Tagen sehr populär“, so Voss. Politischer Erfolg bleibe aber am Ende vor allem eine Teamleistung. Und per Wahl legitimierte Landeslisten im Nachhinein aufzuweichen, sei nicht zielführend.

( luka )

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