Ahrensburg

Bürgermeister-Stichwahl: Wer zieht ins Rathaus ein?

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Harald Klix
Thomas Schreitmüller (l.) und Eckart Boege stehen in der Stichwahl.

Thomas Schreitmüller (l.) und Eckart Boege stehen in der Stichwahl.

Foto: CDU, SPD

Eckart Boege oder Thomas Schreitmüller: 27.700 Bürger können am 17. Oktober über den neuen Verwaltungschef entscheiden.

Ahrensburg. Am letzten Wochenende der Herbstferien entscheiden die Ahrensburger, wer neuer Bürgermeister der 34.000-Einwohner-Stadt wird. In der Stichwahl am Sonntag, 17. Oktober, konkurrieren der von der CDU nominierte Thomas Schreitmüller (53) und der von der SPD aufgestellte Eckart Boege (43) um den Einzug ins Rathaus. Im dortigen Wahlbüro hat die Abstimmung praktisch schon begonnen.

„Der Versand der Briefwahlunterlagen für die, die dies zur Hauptwahl beantragt haben, wird voraussichtlich ab Ende der Woche automatisch erfolgen“, sagt Rathaussprecher Fabian Dorow. Von rund 27.700 Wahlberechtigten – darunter sind etwa 300 Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren sowie in der Stadt lebende EU-Bürger – hatten rund 40 Prozent die Briefwahl genutzt.

Die Ergebnisse können Bürger am Wahlabend auf der Stadt-Homepage www.ahrensburg.de verfolgen und im Abendblatt-Liveticker (www.abendblatt.
de/stormarn). Der Nachfolger von Michael Sarach (67), der Ende April 2022 in Pension geht, steht voraussichtlich zwischen 19 und 20 Uhr fest. Das Abendblatt beantwortet wichtige Fragen.


Wie sind die Fristen für die Briefwahl?
Wer beim ersten Mal Briefwahl gemacht und das Kästchen „Dieser Antrag gilt auch für die etwaige Stichwahl am 17.10.2021“ angekreuzt hat, bekommt die neuen Unterlagen zugeschickt. Verloren gegangene Wahlscheine werden nicht ersetzt. Wer glaubhaft machen kann, dass die Unterlagen nicht zugegangen sind, kann bis Sonnabend, 16. Oktober, um 12 Uhr im Wahlbüro im Rathaus (Manfred-Samusch-Straße 5) neue Unterlagen beantragen. Danach ist die Ersatzausstellung gesetzlich ausgeschlossen. Wer am 17. Oktober neu Briefwahl machen möchte, kann den Wahlschein ab sofort online unter www.ahrensburg.de/wahlen beantragen oder per E-Mail an
briefwahl@ahrensburg.de. Ab Montag, 4. Oktober, können die Unterlagen auch persönlich und ohne Termin im Rathaus im Briefwahlbüro (Telefon 04102/77-451) abgeholt werden. Öffnungszeiten: montags, dienstags, mittwochs und freitags 8 bis 12 Uhr, dienstags auch 13 bis 15.30 Uhr, donnerstags 13 bis 17 Uhr.


Was mache ich, wenn ich meine Wahlbenachrichtigung nicht mehr habe?
In einigen Wahllokalen haben Helfer beim ersten Durchgang nicht alle Wahlbenachrichtigungen nach dem Überprüfen wieder ausgehändigt. In solchen Fällen reicht es, sich mit Personalausweis oder Pass zu legitimieren. Auch ein anderer Identitätsnachweis wie beispielsweise eine Krankenversicherungskarte mit Bild reicht aus. Dasselbe gilt für Bürger, die ihre Benachrichtigung möglicherweise weggeworfen haben oder nicht mehr finden können. Wichtig ist der Eintrag ins Wählerverzeichnis.
Darf ich zur Stichwahl gehen, wenn ich am 26. September nicht gewählt habe?
Ja, selbstverständlich.


Sind am 17. Oktober dieselben Wahllokale wie zuletzt zuständig?

Alle 20 Wahllokale vom 26. September sind am Sonntag, 17. Oktober, erneut von 8 bis 18 Uhr geöffnet. „Die Wahlvorstände bleiben in ihrer Zusammensetzung grundsätzlich erhalten, wobei Veränderungen aufgrund der persönlichen Verfügbarkeit zu erwarten sind“, sagt Rathaussprecher Dorow. Mehr als 200 Freiwillige helfen mit.


Sind wieder lange Warteschlangen bei der Stimmabgabe zu befürchten?
Da der Aufwand für die Bundestagswahl wegfällt, dürften sich Wartezeiten von teilweise mehr als 30 Minuten nicht wiederholen. Erfahrungsgemäß ist auch die Beteiligung (lag bei 75,3 Prozent) bei reinen Bürgermeisterwahlen niedriger. 2009 sank sie von 73,7 im ersten Durchgang auf 44,6 Prozent in der Stichwahl. 2015 erreichte sie 39,6 und 36,4 Prozent. Es gelten aktuelle Corona-Regeln. Ein eigener Kugelschreiber sollte mitgebracht werden.


Wie viele Wahlzettel werden gedruckt?
28.000 Stück.


Was passiert, wenn beide Kandidaten exakt gleich viele Stimmen bekommen?
Bei Stimmengleichheit entscheidet laut Gemeinde- und Kreiswahlgesetz (GKWG, Paragraf 47) das Los. Dann würde der amtierende Bürgermeister Michael Sarach als Wahlleiter seinen Nachfolger ziehen. Der äußerst unwahrscheinliche Fall des Losentscheids fände nicht am Wahlabend statt, sondern erst, wenn der Bürgermeisterwahlausschuss das Ergebnis endgültig ermittelt und festgestellt hat.


Welche Wahlbezirke waren Hochburgen der Kandidaten? Thomas Schreitmüller kam auf 42,4 Prozent, Eckart Boege auf 34,5 und der Grünen-Kandidat Christian Schubbert auf 23,1. Schreitmüller lag in 15 von 20 Wahllokalen vorn. Im Bezirk Stormarnschule II (52,2 Prozent) reichte es sogar für die absolute Mehrheit. Weitere überdurchschnittliche Ergebnisse für ihn: Bauhof 49,3; Grundschule Am Hagen 46,7; Kirchsaal Hagen 46,2; Grundschule Am Schloss 45,7; Feuerwehrgerätehaus Ahrensfelde 45,4; Schulzentrum Am Heimgarten I 44,7; Rosenhof 44,6. Boege gewann die vier Bezirke Gemeinschaftshaus Gartenholz (42,7), Kreisberufsschule (42,1), DRK-Wohnpark Auetal (41,0) und Fritz-Reuter-Schule (38,8). In den beiden Lokalen Selma-Lagerlöf-Gemeinschaftsschule I und II lag er nur ganz knapp hinter Schreitmüller. Im Haus der Natur im Stadtteil Wulfsdorf holte Schubbert mit 50,6 Prozent seinen einzigen Spitzenplatz. Die Beteiligung schwankte von 62,5 Prozent (Peter-Rantzau-Haus) bis 85,5 Prozent (Schulzentrum Am Heimgarten I).

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