„Jahrhundertprojekt“

Gemeinde Hoisdorf weiht ihr neues Sportzentrum ein

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Filip Schwen
Die TuS-Vorsitzende Petra Warnick (v. l.), Bürgermeister Dieter Schippmann, Architektin Jana Schmidt und TuS-Vize Stefan Janthur bei der symbolischen Schlüsselübergabe vor dem neuen Sportzentrum.

Die TuS-Vorsitzende Petra Warnick (v. l.), Bürgermeister Dieter Schippmann, Architektin Jana Schmidt und TuS-Vize Stefan Janthur bei der symbolischen Schlüsselübergabe vor dem neuen Sportzentrum.

Foto: Filip Schwen / HA

Mit Kosten von 4,5 Millionen Euro ist der Neubau mit Halle, Kraftraum und Gastronomie das teuerste Projekt in der Geschichte des Ortes.

Hoisdorf. Mit einem Investitionsvolumen von rund 4,5 Millionen Euro ist das neue Sportzentrum an der Oetjendorfer Landstraße das bislang teuerste Bauprojekt in der Geschichte der Gemeinde Hoisdorf. Und so hatte Bürgermeister Dieter Schippmann (Wählergemeinschaft DGH) während der Bauphase denn auch nicht selten mit viel Pathos von einem „Jahrhundertprojekt“ für den 3600-Einwohner-Ort gesprochen. Nun ist eben jenes nach zweieinhalb Jahren fertig. Am Sonnabend feierte die Gemeinde Einweihung.

Gemeinde Hoisdorf weiht ihr neues Sportzentrum ein

„Die Planungen für diesen Neubau reichen bis ins Jahr 2016 zurück“, sagte Schippmann bei der symbolischen Schlüsselübergabe durch Architektin Jana Schmidt. Umso mehr freue er sich, das Gebäude nun offiziell zu eröffnen. Der Neubau ersetzt die Peter-Frensch-Halle des Turn- und Sportvereins (TuS) Hoisdorf aus den 1970er-Jahren. Das neue Gebäude bietet mit 1630 Quadratmetern fast dreimal so viel Nutzfläche wie der Vorgängerbau.

Sportverein, Junges Theater und Volkshochschule sollen Neubau nutzen

Der Entwurf dafür stammt von dem Segeberger Architekturbüro Gebrüder Schmidt. Der Bau verfügt über zwei Stockwerke und soll neben dem TuS auch vom Jungen Theater Hoisdorf und der Volkshochschule Großhansdorf genutzt werden. Im Obergeschoss gibt es einen etwa 100 Quadratmeter großen Mehrzweckraum für die Theatergruppen und Sport- und Gymnastikkurse, einen Kraftraum mit Fitnessgeräten und Gewichten, acht Umkleiden, zwei davon mit Duschen, sowie Sanitäranlagen.

Im Erdgeschoss gibt es auch Räume für den Hort

Im Erdgeschoss befinden sich die 280 Quadratmeter große Sporthalle, ein Foyer, Büros, ein Besprechungsraum, Technik-, Wasch- und Lagerräume und zwei weitere Umkleiden mit Duschen und ein weiterer Mehrzweckraum. Dazu gibt es vier Räume mit zusammen 280 Quadratmetern Fläche für den Hort der benachbarten Grundschule Hoisdorf. Bislang waren die Kinder mangels geeigneter Räume am Nachmittag in Containern betreut worden.

Vereinsgastronomie bekommt Bar mit Kioskbetrieb und Terrasse

Außerdem zieht hier die neue Vereinsgastronomie „Kiek-in Vereinskroog“ mit Kioskbetrieb ein. Dazu gibt es einen großzügigen Gastraum mit Bar und Fensterfront hin zur Terrasse vor dem Sportzentrum. Diese wiederum bietet einen Blick auf die benachbarten Fußballfelder. Pächter der Gastronomie ist Bernd Bertram, der mit seinem Team Bier, Saft und Schorle anbieten wird. „Vor fünf Jahren ist der TuS erstmals mit dem Wunsch nach einem Neubau an die Gemeinde herangetreten“, sagte Schippmann in seiner Rede.

Neubau war wirtschaftlicher als Sanierung der alten Halle

Zunächst sei dennoch eine Sanierung der in die Jahre gekommenen alten Mehrzweckhalle geprüft worden. „Das Ergebnis war, dass ein Neubau wirtschaftlicher ist“, sagte der Bürgermeister. „In der Gemeindevertretung gab es breiten Zuspruch für diesen Wunsch, sodass wir den Neubau einstimmig beschlossen haben“, erinnerte er.

Das Erdgeschoss ist barrierefrei gestaltet

Im März 2019 begannen die Bauarbeiten, ein Jahr später feierte die Gemeinde bereits Richtfest. „Das Gebäude befindet sich fast an der gleichen Stelle wie der Vorgängerbau und fügt sich dadurch hervorragend in die Umgebung und die bestehenden Sportanlagen ein“, sagte Architektin Jana Schmidt. Das Erdgeschoss sei barrierefrei gestaltet worden, zudem die Möglichkeit eingeplant, später einen Fahrstuhl nachzurüsten.

Amtsvorsteher betont Bedeutung von Treffpunkten für das Gemeindeleben

Olaf Beber, Amtsvorsteher des Amtes Siek, zu dem Hoisdorf zählt, hob die Bedeutung derartiger Treffpunkte wie es Sportzentrums für das Gemeindeleben hervor. „Gerade kleinere Orte wie Hoisdorf leben von solchen Anlaufstellen“, sagte er. Das Ehrenamt sei ein wichtiger Teil des Dorflebens. „Und dieses Engagement lebt vom persönlichem Austausch an Orten wie diesem, der hier jetzt entstanden ist“, so Beber.

Landrat: Viele Gemeinden blicken mit Neid nach Hoisdorf

Stormarns Landrat Henning Görtz, der ebenfalls zur Einweihungsfeier gekommen war, erinnerte an seine eigenen Besuche als Sportler in dem Vorgängerbau. „Ich kannte die alte Halle seit 40 Jahren, weil ich früher oft mit der Tischtennismannschaft des TSV Bargteheide hier zu Gast war“, sagte er. Umso beeindruckter sei er, was nun an derselben Stelle entstanden sei. „Dieses Gebäude ist ein schönes Symbol dafür, dass wir in Stormarn in der Lage sind, einiges für unsere Infrastruktur auch im ländlichen Raum zu tun“, so der Landrat. Viele Gemeinden blickten zu Recht mit Neid nach Hoisdorf.

Räume sind schon jetzt fast restlos ausgebucht

Die TuS-Vorsitzende Petra Warnick lobte die Zusammenarbeit mit Gemeinde und Architekturbüro. „Wir haben oft, teilweise drei oder vier Mal die Woche zusammengesessen und alle waren bemüht, unsere Wünsche und Anregungen bestmöglich aufzunehmen.“ Schon jetzt seien die neuen Räume fast restlos ausgebucht. „Vor allem Yoga ist der letzte Schrei“, so die Vereinsvorsitzende.

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