Biotonnen

115.000 braune Tonnen kontrolliert – 200 bleiben ungeleert

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Plastiktüten im Bioabfall sind ein großes Problem in den Vergärungsanlagen.

Plastiktüten im Bioabfall sind ein großes Problem in den Vergärungsanlagen.

Foto: AWSH/ Abfallwirtschaft Südholstein / AWSH Abfallwirtschaft Südholstein

Stormarner trennen ihren Abfall offenbar gut. Entsorger appelliert, auf sogenannte kompostierbare Plastiktüten zu verzichten.

Ahrensburg.  Die Abfallwirtschaft Südholstein (AWSH) hat innerhalb von zwei Wochen rund 115.000 Biotonnen in ihrem Gebiet (Kreise Stormarn und Herzogtum Lauenburg) kontrollieren lassen. Dabei war der Inhalt von mehr als 99,8 Prozent aller Behälter auf den ersten Blick nicht zu beanstanden. Die Müllwerker ließen lediglich rund 200 Tonnen ungeleert stehen, weil darin sogenannte Störstoffe wie Restmüll oder Kunststoff waren.

Entsprechend positiv fällt das Fazit der AWSH nach der ersten landesweiten Tonnenkontrollaktion unter dem Motto „Mülltrennung ist Klimaschutz: Schleswig-Holstein räumt auf in der Biotonne!“ aus. Die Reaktionen aus der Bevölkerung seien überwiegend positiv und verständnisvoll gewesen. „Insgesamt ist das Trennverhalten der Bürgerinnen und Bürger erfreulich, leider gibt es aber immer wieder Ausnahmen“, sagt Unternehmenssprecher Olaf Stoetefalke. Die Stichproben dienten der Aufklärung. „Denn nur aus sauberen Bioabfällen kann saubere Energie und saubere Komposterde gewonnen werden“, sagt Stoetefalke.

Papiertüten können zum Sammeln genutzt werden

Die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsbetriebe hatten die Aktion mit Unterstützung des Umweltministeriums initiiert, weil immer wieder hohe Störstoffanteile die Herstellung von Qualitätskompost aus Bioabfall erschwerten. Vor allem Plastiktüten landen häufig in den braunen Tonnen, die für Obst- und Gemüsereste, verdorbene Lebensmittel und Rasenschnitt gedacht sind. Ein klares Nein sagt die AWSH in diesem Zusammenhang auch zu den sogenannten kompostierbaren Plastiktüten: Diese brauchen für die Zersetzung viermal so viel Zeit, wie die Weiterverarbeitung in der Biovergärungsanlage benötigt.

Bioabfälle sollten im besten Fall lose gesammelt und direkt in die braune Tonne geworfen werden. Wer dennoch eine Plastiktüte benutzt, kann den Inhalt in der Biotonne entleeren und die Tüte zum Restmüll geben. Einfacher ist es, Zeitungsseiten oder Papiertüten für die Vorsortierung der Bioabfälle zu nutzen. Das Papier zersetzt sich gemeinsam mit dem Biomüll. Papiertüten gibt es online unter wirfuerbio.de/shop, im Handel und derzeit auch kostenlos auf allen Recyclinghöfen.

Informationen zur Sammlung von Bioabfall: www.awsh.de und www.wirfuerbio.de/awsh

( kx )

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