Ahrensburg

Nach Aus für Tiefgarage: Rathausanbau wird deutlich teurer

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Filip Schwen
Das Büro Gerber Architekten aus Dortmund hat den Wettbewerb für den Stormarnplatz in Ahrensburg gewonnen. So stellen sich die Experten den Anbau neben dem Rathaus vor. 

Das Büro Gerber Architekten aus Dortmund hat den Wettbewerb für den Stormarnplatz in Ahrensburg gewonnen. So stellen sich die Experten den Anbau neben dem Rathaus vor. 

Foto: Gerber Architekten GmbH / HA

Durch Stopp für Millionenprojekt unter dem Stormarnplatz fehlen Stellplätze für die Verwaltung. 700.000 Euro mehr für neue Garage.

Ahrensburg. Der Erweiterungsbau für das Ahrensburger Rathaus wird aller Voraussicht nach deutlich teurer als geplant. Die Verwaltung kalkuliert mit Mehrkosten von rund 700.000 Euro. Grund ist das Aus für die geplante Tiefgarage unter dem Stormarnplatz, das der Bau- und Planungsausschuss Anfang September beschlossen hat.

Rathausanbau wird nach Aus für die Tiefgarage unter dem Stormarnplatz teurer

„Es war vorgesehen, in der Garage auch Plätze für die Mitarbeiter der Verwaltung vorzuhalten“, sagt Ahrensburgs Bauamtsleiter Peter Kania. Da diese Option mit dem Aus für das Großprojekt jetzt wegfalle, müssten die Stellplätze nun auf andere Weise geschaffen werden. Während der jüngsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses informierte Kania die Politiker über die veranschlagte Kostensteigerung.

Anfang September hatten die Mitglieder des Ausschusses beschlossen, die Planungen für eine Tiefgarage unter dem Stormarnplatz einzustellen. Zuvor hatten CDU, Grüne und WAB, die das Millionenprojekt mit ihrer Stimmenmehrheit auf den Weg gebracht hatten, sich überraschend davon abgewendet. Die Fraktionen begründeten das mit den Ergebnissen der Parkraumerhebung, die im Juni vorgestellt worden waren.

Laut Planungsbüro verfügt Ahrensburg über genügend Parkplätze

Das Hamburger Büro SBI kommt darin zu dem Schluss, dass Ahrensburg über ausreichend Stellplätze im Stadtzentrum verfügt, die Auslastung selbst in Spitzenzeiten nur bei rund 79 Prozent liege. CDU, Grüne und WAB argumentierten, unter diesen Voraussetzungen sei der Neubau eines Parkhauses nicht zu rechtfertigen und beerdigten das Projekt. SPD, FDP und Linke waren ohnehin von Beginn an gegen die Tiefgarage.

Diese war allerdings nur ein Teil umfassender Pläne für die Umgestaltung des Stormarnplatz-Areals. Teil der Planungen waren auch die Rathauserweiterung, für die ein Neubau zwischen dem bestehenden Verwaltungsgebäude und dem Peter-Rantzau-Haus entstehen soll und ein urbaner Stadtpark auf dem Betondeckel der neuen Tiefgarage.

Nun werden umfangreiche Umplanungen notwendig

Für alle drei Maßnahmen mit einem Investitionsvolumen von rund 9,8 Millionen Euro zusammen hatte die Verwaltung einen Realisierungswettbewerb ausgelobt, bei dem sich das Büro Gerber Architekten aus Dortmund gegen 71 Mitbewerber durchsetzte. Den Siegerentwurf stellten die Planer im Juni im Bauausschuss vor. Planungskosten von 283.000 Euro sind bereits geflossen. Mit dem Aus für die Tiefgarage werden laut Kania nun umfangreiche Umplanungen durch das Büro notwendig.

Unter dem Rathausanbau muss eine eigene Garage gebaut werden

„Wir werden nicht umhinkommen, eine eigene Tiefgarage unter dem Erweiterungsbau des Rathauses zu bauen“, sagt der Bauamtschef. Bereits vor der Abstimmung über das Tiefgaragen-Aus hatte Kania vor den Folgen der Entscheidung gewarnt. „Es gibt verbindliche Vorgaben, wie viele Stellplätze die Verwaltung für Mitarbeiter und Besucher vorhalten muss“, sagt der Bauamtsleiter.

Die Landesbauordnung schreibe einen Parkplatz je 45 Quadratmeter Nutzfläche vor. Derzeit verfüge das Rathaus über rund 2500 Quadratmeter Nutzfläche, was einen Bedarf von 55,5 Stellplätzen bedeute. „Allerdings sind nur 80 Prozent davon für Mitarbeiter vorgesehen, die restlichen 20 Prozent für Besucher können auch auf anderen städtischen Parkplätzen in der Umgebung ausgewiesen werden“, so Kania.

Neubau macht 29 weitere Parkplätze erforderlich

Mit den 28 Plätzen in der existierenden Garage unter dem Rathaus und 16 oberirdischen hinter dem Verwaltungsgebäude erfülle man derzeit genau die unabdingbaren 44 Stellplätze für die Bediensteten. „Der Neubau wird eine Nutzfläche von 1300 Quadratmetern aufweisen, was bedeutet, dass wir 29 weitere Plätze schaffen müssen.“ In der Summe benötige die Verwaltung 67 Parkplätze.

Hinzu komme eine weitere Herausforderung. „Durch den Erweiterungsbau wird die bisherige Zufahrt zur Tiefgarage unter dem Rathaus nicht mehr erreichbar sein“, so Kania. Ursprünglich sei geplant gewesen, diese über die neue Garage unter dem Stormarnplatz zu erschließen. Da diese Möglichkeit nun jedoch wegfalle, gelte es, sich Gedanken über eine alternative Anbindung zu machen. „Im Optimalfall erfolgt sie über die neue Garage unter dem Anbau“, so Kania.

Denkbar ist auch eine Erschließung über Rampe des Peter-Rantzau-Hauses

Eine andere Variante schlug Rolf Griesenberg (SPD) vor, der selbst Architekt ist. „Wir könnten die Rampe zur Garage des Peter-Rantzau-Hauses nutzen“, so der Politiker. Dessen Tiefgarage sei so konzipiert worden, dass eine Anbindung der Stellplätze unter dem Rathaus möglich sei. „Durch die neue Garage unter dem Anbau könnte eine Verbindung zu der alten Garage geschaffen werden.“ Diese und andere Ideen möchte die Verwaltung nun prüfen und mit dem Planungsbüro Gerber erörtern.

23 Parkplätze müssten in neuer Tiefgarage unterkommen

Durch die neue Anbindung stünden laut Kania in der alten Tiefgarage jedoch in jedem Fall nur noch zwölf Parkplätze zur Verfügung. 16 Stellplätze könnten laut dem Bauamtschef hinter dem Rathaus entstehen, wo derzeit noch die Holzbaracken stehen. Die dort untergebrachten Mitarbeiter sollen in den Neubaubau umziehen und die Baracken abgerissen werden. Dann gäbe es 32 überirdische Plätze. „23 weitere müssten in der neuen Tiefgarage entstehen“, so der Ahrensburger Bauamtsleiter.

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