Kommunalpolitik

Barsbüttel erstellt Konzept für Elektro-Tankstellen

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René Soukup
E-Werk-Sachsenwald-Mitarbeiter Marcel Kessel zeigt das Innenleben einer Stromtankstelle an der Schönningstedter Straße in Reinbek.

E-Werk-Sachsenwald-Mitarbeiter Marcel Kessel zeigt das Innenleben einer Stromtankstelle an der Schönningstedter Straße in Reinbek.

Foto: René Soukup

CDU-Antrag im Planungsausschuss abgesegnet. Barsbüttel erarbeitet Konzept für Elektro-Tankstellen. Es soll eine Kooperation geben.

Barsbüttel. In zehn Jahren sollen in Barsbüttel mehrere Hundert Ladesäulen für Elektroautos stehen. Das sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Henri Schmidt und verweist dabei auf die ambitionierten Ziele des Bundes. Der Politiker hat sich selbst gerade ein solches Fahrzeug bestellt und wird es ab Dezember fahren. Wie und vor allem an welchen Standorten in der Gemeinde ein dichtes Netz an öffentlich zugänglichen E-Tankstellen errichtet wird, soll aus einem Konzept hervorgehen, dass jetzt erarbeitet wird. Dieses erstellt die Verwaltung nicht allein. Vorgesehen ist eine Kooperation mit dem E-Werk Sachsenwald.

Ein entsprechender Antrag der Christdemokraten wurde im jüngsten Planungsausschuss mit knapper Mehrheit verabschiedet. Die Grünen standen geschlossen dahinter, während es bei den Sozialdemokraten auch Enthaltungen gab. Alle Vertreter der Wählergemeinschaft Bürger für Barsbüttel (BfB) stimmten dagegen.

E-Werk Sachsenwald baut Ladenetz in der Region auf

„In erster Linie geht es uns darum, den Ausbau jetzt gut vorzubereiten“, sagt Schmidt. Die Säulen soll seiner Meinung nach das E-Werk bauen, Barsbüttel unterstützt mit der Bereitstellung von Flächen. „Und wir müssen mal schauen, ob wir Gewerbetreibende einbeziehen können, die ihre Grundstücke zur Verfügung stellen.“ Der Christdemokrat hofft, möglichst viel Geld aus Förderprogrammen zu ziehen.

Bestandteil des Konzepts sind neben normalen Säulen auch Turbo-Zapfstellen. Ein bis zu 50.000 Euro teures Exemplar installiert das E-Werk Sachsenwald frühestens zur Jahreswende bei Möbel Höffner in Barsbüttel nahe der Autobahn 1. Es füllt die Batterie binnen 30 Minuten. Der kommunale Energieversorger mit Sitz in Reinbek treibt die CO2-Minderung des motorisierten Individualverkehrs seit 2016 voran, indem er ein Ladenetz in der Region aufbaut. Bislang waren es ein halbes Dutzend neue Säulen per anno in Reinbek, Glinde, Barsbüttel, Oststeinbek, Wentorf, Aumühle und Wohltorf. Nun hat man nahezu verdoppelt.

Das E-Werk berät Städte und Gemeinden, hilft bei Antragsstellung von Fördergeld. Von diesem Service hat zum Beispiel Escheburg im Kreis Herzogtum Lauenburg Gebrauch gemacht. Auf die Expertise will jetzt auch Barsbüttel zurückgreifen. In der 13.700-Einwohner-Gemeinde gibt es rund ein Dutzend öffentliche Elektro-Tankstellen, Standorte sind unter anderem an der Hauptstraße sowie am Soltausredder, wo Grund-, Gemeinschaftsschule, Sportplätze und Schwimmhalle sind. Kunden zahlen 29,75 Cent pro Kilowattstunde mit E-Werk-Karte bei zwei Euro Grundpreis im Monat.

Stromtankstellen sind noch hoch defizitär

„Alle Ladesäulen bei uns sind hoch defizitär“, sagt der BfB-Fraktionsvorsitzende Rainer Eickenrodt. Er sehe nicht die Notwendigkeit eines Konzepts, zumal die technische Umsetzung nicht in der Hand der Gemeinde liege. „Ich halte es für sinnvoll, wenn sich die Menschen Wallboxen für zu Hause kaufen. Das ist auch wirtschaftlicher.“ Für das Gerät gibt der Staat derzeit 900 Euro Förderung. Und die Angebotsvielfalt ist groß: Inzwischen sind mehr als 300 Produkte auf dem Markt, die bezuschusst werden. Eickenrodt will selbst auch ein Elektroauto anschaffen sowie sich eine Wallbox kaufen.

Die hohe Nachfrage nach diesen Geräten bestätigte dieser Redaktion vor Kurzem auch E-Werk-Geschäftsführer Thomas Kanitz. Mit den Stromtankstellen macht er noch kein gutes Geschäft, geht mit dem Projekt in Vorleistung. Rentabel wird es erst, wenn die umweltfreundlichen Fahrzeuge günstiger sind und mehr Reichweite haben. Hoffnung macht die Strategie von Autoherstellern, mehr Modelle auf den Markt zu bringen und sich von Verbrennungsmotoren zu verabschieden.

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