Kindeswohl

Jetzt stehen zwei Wochen lang die Jüngsten im Mittelpunkt

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Melissa Jahn
Läuten die 21. Stormarner Kindertage ein: Stephanie Wohlers, Geschäftsführerin Kinderschutzbund Kreis Stomarn, Kreispräsident Hans-Werner Harmuth, Laura Storm von der AWO, Wilhelm Hegermann vom Fachdienst Jugend, Schule, Kultur des Kreises, Katja Grudzinski vom Deutschen Kinderschutzbund, Birgitt Zabel, Vorsitzende Deutscher Kinderschutzbund Kreis Stormarn, und Uwe Sommer, Geschäftsführer des Kreisjugendrings Stormarn.

Läuten die 21. Stormarner Kindertage ein: Stephanie Wohlers, Geschäftsführerin Kinderschutzbund Kreis Stomarn, Kreispräsident Hans-Werner Harmuth, Laura Storm von der AWO, Wilhelm Hegermann vom Fachdienst Jugend, Schule, Kultur des Kreises, Katja Grudzinski vom Deutschen Kinderschutzbund, Birgitt Zabel, Vorsitzende Deutscher Kinderschutzbund Kreis Stormarn, und Uwe Sommer, Geschäftsführer des Kreisjugendrings Stormarn.

Foto: Melissa Jahn

Vom 13. bis 26. September locken die 21. Stormarner Kindertage kreisweit mit fast 100 Veranstaltungen.

Bad Oldesloe.  „Kinder und Jugendliche haben es im vergangenen Jahr besonders schwer gehabt“, sagt Stephanie Wohlers, Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes Kreisverband Stormarn. Zwei Wochen lang, vom 13. bis 26. September, würden sie nun in den Mittelpunkt rücken, wohin sie eigentlich immer gehörten. Mit knapp 100 Veranstaltungen von Ahrensburg bis Zarpen wird es bei den Stormarner Kindertagen zum 21. Mal ein umfangreiches Programm mit Spiel und Spaß bis zu Workshops für Fachpersonal geben.

Deutlich mehr Beratungsbedarf in der Pandemie

„Unsere Kindertage blicken auf viele Jahre zurück und sind in ihrer Vielfalt bundesweit noch lange nicht selbstverständlich“, sagt Wilhelm Hegermann vom Fachdienst Jugend, Schule und Kultur des Kreises Stormarn. Los ging es im Jahr 2000, um das damals neue Gesetz der gewaltfreien Erziehung in den Köpfen der Menschen zu verankern. Daraus sei eine Tradition entstanden, die heute eine Vielzahl von Organisationen mittragen. „Obwohl Kinderrechte fest verankert sind, erleben wir die Problematik tagtäglich bei unserer Arbeit“, so Hegermann. Deswegen sei es wichtig, das Thema weiter zu kommunizieren.“

Insbesondere Familien habe die Pandemie auf eine harte Probe gestellt. Obwohl laut Hegermann kreisweit nicht mehr Kinder als sonst in Obhut genommen worden sind, sei der gestiegene Beratungsbedarf vor allem am Kinder- und Jugend-, aber auch am Elterntelefon deutlich geworden. „Homeoffice hat Eltern zusätzlich belastet, die normalerweise nicht zu unserer Kerngruppe gehören und ganz andere Ressourcen zur Verfügung haben“, sagt Stephanie Wohlers. Positiv sei die Einsichtsfähigkeit, sich trotzdem Hilfe zu holen.

Bei einer Verlosung gibt es einen Haarschnitt zu gewinnen

Neu ist nicht nur das Logo der Kindertage, das nach 15 Jahren klarer in der Darstellung geworden ist, sondern ebenso die Beteiligung der Berufsschulen. Nicht dabei sind erstmals hingegen die Kitas der Awo, die noch mit dem Kitagesetz zu kämpfen haben. „Wenn mir berichtet wird, dass es aufgrund der Gesetzesänderung nicht ausreichend Kapazitäten gibt und so ein wichtiges Thema hinten runterfällt, finde ich das bedenklich“, sagt Laura Storm von der Awo Soziale Dienstleistungen gGmbH. Es sei bezeichnend dafür, wie es in den Einrichtungen gerade aussehe und wie ohnmächtig sich die Fachkräfte fühlten.

Generell sei die Lust, etwas für Kinder zu machen jedoch groß, so Ute Vöcking vom Deutschen Kinderschutzbund in Stormarn. Dies sei der Grund, weshalb fast so viele Veranstaltungen wie sonst zustande gekommen seien, erstmals in Präsenz und digital. „Wir haben extra kein Programmheft drucken lassen, um bis zuletzt auf mögliche Veränderungen reagieren zu können“, sagt Stephanie Wohlers: „Viele Anmeldungen kamen erst in der letzten Woche hinzu.“

Zum Auftakt gibt es eine virtuelle Ausstellung

Zum Auftakt gibt es eine virtuelle Ausstellung zum Thema Kinderrechte im KuB, zu der Schulklassen aus der Kreisstadt eingeladen worden sind. Ein besonderes Angebot ist die Verlosung „Jedes Kind hat das Recht auf eine schicke Frisur“. Wie der Haarschnitt genau aussehen soll, entscheidet dabei das Kind selbst. Ein Bild des Traumhaarschnitts kann mit Angabe von Namen und Telefonnummer bis zum 23. September 2021 bei Optiker Scheel in Bargteheide (Rathausstraße 7) abgeben werden. „Bis zu 15 Euro pro Haarschnitt sponsern die Friseure, den Rest der Ring Bargteheider Kaufleute“, erklärt Katja Grudzinski vom Deutschen Kinderschutzbund. „Kinderrechte werden dabei auf den Alltag runtergebrochen und Selbstbestimmung aktiv gelebt.“

Politisch wird es in diesem Jahr beim Kreisjugendring. Bei Podiumsdiskussionen können Schüler ab Jahrgangsstufe 9 mit den Direktkandidaten ihres Wahlkreises ins Gespräch kommen. Sie finden im Jugendgästehaus in Lütjensee statt und werden von dort live übertragen. Sowohl vor als auch während der Veranstaltung können Fragen an die teilnehmenden Politiker gestellt werden. Das Interesse war laut Uwe Sommer, Geschäftsführer vom Kreisjugendring Stormarn, sehr unterschiedlich. Während es im Süden mehr als 500 Anmeldungen gab, musste das Format im Norden sogar abgesagt werden.

Am 25. September lädt das Juze zum großen Sommerfest

Am 20. September erinnert der Kinderschutzbund am Weltkindertag an das Thema Kinderarmut mit der Fähnchenaktion auf der Ahrensburger Schlosswiese. Ebenfalls am 20. September spricht Erziehungsberater und Buchautor Jan-Uwe Rogge über das Thema „Mit Humor, Herz und Vertrauen – so kann Kindererziehung Spaß machen“. Am Sonnabend, 25. September, lädt die Jugendfreizeitstätte Juze zum Sommerfest ein. Gemeinsam mit dem KuB sind Workshops, Aktionen und ein vielfältiges Bühnenprogramm geplant.

„Es ist mir ein besonderes Anliegen, dass Kinder ihr Recht zu spielen ausleben können, ohne dabei den Fokus auf Medien zu leben“, sagt Kreispräsident Hans-Werner Harmuth, der erneut die Schirmherrschaft übernommen hat.

Weitere Informationen im Internet unter www.stormarner-kindertage.de.

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