Wirtschaft

Wie eine Firma aus Ahrensburg die Pandemie meistert

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Lars Schöning (v. l.), IHK-Präses Friederike C. Kühn, Nils Thoralf Jarck (IHK), Lars-Hendrik Pirck, Ulf Hahn (WAS) und Kristin Lindhorst (Caicon) in Ahrensburg. 

Lars Schöning (v. l.), IHK-Präses Friederike C. Kühn, Nils Thoralf Jarck (IHK), Lars-Hendrik Pirck, Ulf Hahn (WAS) und Kristin Lindhorst (Caicon) in Ahrensburg. 

Foto: Melissa Jahn

Lars Schöning, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Lübeck, besucht Ahrensburger Caicon GmbH, die Geschäftsfeld erweitert hat.

Ahrensburg.  Lieferengpässe, gestiegene Produktionskosten und Absatzschwierigkeiten – die Coronakrise macht auch vor der Wirtschaft im Kreis Stormarn nicht Halt. Um sich ein Bild vom aktuellen Stand zu machen und mit Experten vor Ort über ihre Nöte und Wünsche zu sprechen, hat Lars Schöning, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Lübeck, bei seiner Sommertour die Caicon GmbH in Ahrensburg besucht.

„Die Situation ist für uns alle eine große Herausforderung“, sagt Lars-Hendrik Pirck, Geschäftsführer von Caicon. „Um die Ausfälle zu kompensieren, hilft es uns, nicht nur auf ein Standbein gesetzt, sondern uns dynamisch aufgestellt zu haben.“ Seit 16 Jahren ist das Unternehmen, das Golfartikel verkauft, aber auch Werbemittel entwickelt und herstellt, in Ahrensburg ansässig. 2018 entschied sich die Geschäftsführung für einen Neubau im Gewerbegebiet Beimoor Süd II, der Umzug war im Herbst 2019. „Wir sind zuvor aus allen Nähten geplatzt und hatten die Ware nach Bargteheide ausgelagert“, so Pirck, dem seine erste Geschäftsidee durch angebrannten Speck im Florida-Urlaub gekommen ist.

Zum Kundenkreis gehört auch der Autohersteller BMW

Er gibt sich positiv, ist vor allem flexibel. Gemäß dem Glaubenssatz „egal was passiert, wir finden eine Lösung“ suchte der 46-jährge Ahrensburger schon früh nach einer alternativen Absatzmöglichkeit für sein Unternehmen, das es gewohnt war, Ware in ganz Europa bis hin nach Saudi-Arabien zu vertreiben. Denn sowohl im Golfsegment, aber vor allem im Bereich der Werbemittel war 2020 coronabedingt nicht viel zu holen. Und das, obwohl der Autohersteller BMW zu einem der größten Kunden von Caicon gehört. „Lieferketten wurden beschnitten, Produkte nicht mehr nachgefragt“, sagt Pirck. „Kompensieren konnten wir den Engpass durch den Import von professionellen Coronatests für die Testzentren.“

Bis heute sei die Lage auf dem Weltmarkt schwierig. Die Transportzeiten hätten sich von vier Wochen auf zweieinhalb Monate verlängert, der Warenweg sei kaum planbar. Lag der Containerpreis früher bei 3000 Euro, müsse das Unternehmen heute für die gleiche Leistung 16.000 Euro bezahlen. Ebenso gestiegen seien die Kosten für Luftfracht und Material zum Beispiel für Aluminium und Polyester. Die Differenz lasse sich jedoch kaum auf die Endkunden umschlagen, so der Geschäftsführer.

Trotz aller Widrigkeiten geht die Produktion in allen Geschäftsfeldern weiter. Eine Versuchsreihe von Taschen mit veganem Leder läuft gerade an. Eine beeindruckende Leistung bescheinigt auch IHK-Chef Schöning, der die Wertschöpfungskette des Unternehmens lobt: „Wir müssen nun Konzepte für Veranstaltungen erarbeiten und die Politik ersuchen, diese auch zuzulassen. Erst dann können Unternehmen wieder rentabel arbeiten.“

( mej )

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