Baumarbeiten

In Jersbek werden 300 Jahre alte Linden zurückgeschnitten

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Die Baumpflegearbeiten in Jersbek sind in vollem Gang. 

Die Baumpflegearbeiten in Jersbek sind in vollem Gang. 

Foto: Melissa Jahn

Baumpflege in der Jersbeker Allee dauert fünf Wochen. Einige Exemplare sind stark beschädigt. Der Kreis zahlt dafür rund 75.000 Euro.

Jersbek.  Sie schneiden, häckseln und sägen: Die umfangreichen Baumarbeiten entlang der Kreisstraße 56 in Jersbek sind in vollem Gang. Mit ihren 340 Linden steht die Allee als Kulturdenkmal besonderer Bedeutung seit 1989 unter Denkmalschutz. Damit die Bäume so lange wie möglich erhalten bleiben und keine Gefahr für Fußgänger und den Verkehr entsteht, werden die Baumriesen – laut historischen Unterlagen sind die ältesten Bäume rund 300 Jahre alt – turnusmäßig durch einen Gutachter überprüft. Genehmigt wurde das Projekt von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Stormarn und der Denkmalbehörde des Landes.

Wie eine Kirchenkuppel wölbt sich das Blätterdach über der Jersbeker Allee. Meterhohe, majestätische Bäume, die die Ortsdurchfahrt der 1800 Einwohner-Gemeinde säumen. Doch die grüne Idylle ist nun erstmal vorbei. Wo die Baumarbeiter fertig sind, bleiben teilweise nur nackte Baumstumpfe entlang der Straße stehen. Dass diese Maßnahmen dennoch nötig sind, erläutert der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV.SH) auf Abendblatt-Anfrage in einer schriftlichen Stellungnahme. Namentlich erwähnt werden wollte jedoch niemand, auch weil es bereits Beschwerden aus der Bevölkerung gegeben habe.

Sperrfrist von März bis Oktober bei Knickarbeiten

Um die Stand- und Bruchsicherheit wiederherzustellen, werden zunächst Ast- und Kronenteile entfernt und da-mit die auftretende Windlast reduziert. Ziel sei es, die Allee so lange wie mögliche zu erhalten. Wenn im Zuge einer Baumschau jedoch festgestellt werde, dass von einzelnen Linden eine Verkehrsgefährdung ausgehe, können diese Bäume sogar gefällt und ersetzt werden.

Dies geschah in den vergangenen Jahren bereits mehrfach. Zuletzt umgesetzt wurden die Pflegemaßnahmen 2015. Anders als bei Knickarbeiten, für die es eine Sperrfrist von März bis Oktober gibt, könne der Rückschnitt der Bäume auch im Sommer erfolgen. Laut LBV.SH würden in diesem Fall sogar die geringsten Folgeschäden auftreten, da sich bei einem Schnitt während der Vegetationszeit die Wunden schneller verschließen.

Insgesamt sei der Zustand der Bäume altersentsprechend – auch wenn die Linden unter der Trockenheit der vergangenen Jahre merklich gelitten hätten. Einige seien so stark geschädigt, dass sie stark eingekürzt werden müssen, um überhaupt erhalten werden zu können. Im Anschluss an die Pflegemaßnahme werden die Bäume erneut durch einen Gutachter beurteilt. Für den Pflegeschnitt wurden fünf Wochen veranschlagt. Die Kosten von rund 75.000 Euro trägt der Kreis.

( mej )

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