Ahrensburg

FDP übt scharfe Kritik an Vorstoß zu Parkplatzabbau

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Die Stellplätze auf dem Ahrensburger Rathausplatz sollen nach dem Willen von Grünen und WAB mittelfristig wegfallen.

Die Stellplätze auf dem Ahrensburger Rathausplatz sollen nach dem Willen von Grünen und WAB mittelfristig wegfallen.

Foto: Birgit Schücking

Grüne und WAB wollen Stellflächen im Zentrum streichen. Liberale wollen Beschluss vertagen und fordern Nachbesserungen bei Gutachten.

Ahrensburg. Die Ahrensburger FDP möchte eine Abstimmung über den Abbau von Parkplätzen im Stadtzentrum im Bau- und Planungsausschuss am heutigen Mittwochabend verhindern. Dazu hat die Fraktion der Liberalen einen Änderungsantrag zu einem entsprechenden Vorstoß von Grünen und Wählergemeinschaft WAB gestellt. Wie berichtet, hatten die beiden Parteien nach der Abkehr von der Tiefgarage unter dem Stormarnplatz, deren Aus auf der heutigen Sitzung des Gremiums beschlossen werden soll, ein eigenes Parkraumkonzept für die Ahrensburger Innenstadt angekündigt.

Liberale wollen Entscheidung über Abbau von Parkplätzen vertagen

Dieses wollen Grüne und WAB heute Abend im Ausschuss zur Abstimmung stellen. Es sieht neben der Installation eines Parkleitsystems den Wegfall der Stellflächen an der Klaus-Groth-Straße nach der Ausfahrt aus der Tiefgarage des CCA-Einkaufszentrums sowie neben der Fahrbahn von Hagener Alle und Manhagener Allee vor. Nach dem Umbau der Hamburger Straße solle die dann verbleibenden 17 Parkplätze dort ausschließlich für Besucher des Ärztehauses und Behinderte reserviert werden. Auch den Rathausplatz wollen die Fraktionen mittelfristig autofrei bekommen, die Verwaltung soll ein Konzept für eine anderweitige Nutzung erarbeiten.

Grüne und WAB begründen Vorstoß mit Parkraumgutachten

Grüne und WAB begründen den Vorstoß damit, dass das vom Hamburger Büro SBI erstellte Parkraumgutachten, dass den Kommunalpolitikern im Juni im Bauausschuss vorgestellt worden war, aufzeige, dass es in Ahrensburg keinen Mangel an Stellflächen, sondern einen Überschuss gebe. Das ermögliche es nicht nur, auf die Tiefgarage unter dem Stormarnplatz zu verzichten, sondern auch, weitere Stellplätze zu streichen, um den Parksuchverkehr in den Einkaufsstraßen zu reduzieren und die Aufenthaltsqualität zu erhöhen.

FDP hält Vorgehensweise für „absurd“ und fordert Nachbesserungen

Die FDP kritisiert die Pläne scharf. „Wir halten die Vorgehensweise für absurd“, sagt Hartmut Bade, der Ahrensburger Ortschef der Liberalen. Die Partei bemängelt, dass das Gutachten durchgeführt wurde, als ein Teil der Geschäfte und Restaurants nach dem Lockdown noch nicht wieder geöffnet gewesen sei und die Menschen ohnehin aufgefordert gewesen seien, zu Hause zu bleiben. „So wird keine seriöse Sachpolitik gestaltet“, sagt Bade und warnt vor einem „Schnellschuss“, sollte der Bauausschuss den Antrag von Grünen und WAB beschließen.

Umstände des Lockdowns sollen in Beurteilung einbezogen werden

Stattdessen wollen die Liberalen das Gutachten von SBI überarbeiten lassen. Die Umstände des Lockdowns müssten mit einbezogen werden. Nachdem das korrigierte Ergebnis vorliege, solle die Verwaltung dem Bauausschuss ein Parkraumkonzept vorlegen, über das die Politiker anschließend erneut abstimmen sollten. „Alle Bau- und Planungsmaßnahmen, die den citynahen Parkraum beeinträchtigen, werden bis dahin zurückgestellt“, heißt es in dem FDP-Antrag. Entscheiden werden die Politiker heute Abend ab 19 Uhr in der Sporthalle des Schulzentrums Am Heimgarten (Reesenbüttler Redder 4-10).

( fsn )

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