Urteil des Landgerichts

Messerattacke auf Vater: Ahrensburger muss in Psychiatrie

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Polizisten und Taucher suchen an der Straße Jungborn in Ahrensburg nach der Tatwaffe, mit der der 36-Jährige seinen Vater (75) am 29. Oktober schwer verletzt haben soll.

Polizisten und Taucher suchen an der Straße Jungborn in Ahrensburg nach der Tatwaffe, mit der der 36-Jährige seinen Vater (75) am 29. Oktober schwer verletzt haben soll.

Foto: Filip Schwen

Nach Ansicht der Richter stellt der 36-Jährige eine Gefahr für die Allgemeinheit dar. Er hatte seinen Vater lebensgefährlich verletzt.

Lübeck/Ahrensburg.  Torben K. (Name geändert) rammte seinem Vater ein Messer in den Rücken. Nun steht fest: Der 36 Jahre alte Ahrensburger muss dauerhaft in die Psychiatrie. Das hat das Landgericht Lübeck jetzt entschieden. Nach Ansicht der VII. Großen Strafkammer unter dem Vorsitz von Richterin Helga von Lukowicz stellt K. eine Gefahr für die Allgemeinheit dar. Das Gericht folgt damit der Einschätzung der Staatsanwaltschaft. Diese hatte dem 36-Jährigen gefährliche Körperverletzung im Zustand der Schuldunfähigkeit vorgeworfen. Ärzte diagnostizierten bei dem Angeklagten schon vor Jahren eine paranoide Schizophrenie.

Ahrensburger muss nach Messerattacke auf Vater in die Psychiatrie

K. hatte bereits am ersten Verhandlungstag gestanden, seinem Vater am 29. Oktober 2020 in dessen Haus an der Straße Jungborn in Ahrensburg ein Küchenmesser in den Rücken gestochen zu haben. Der 75-Jährige wurde dabei schwer verletzt: Das Messer traf eine Arterie. Die Tochter, die ebenfalls im Haus war, alarmierte den Notarzt. Ohne sofortige medizinische Hilfe wäre der Rentner binnen kürzester Zeit verblutet.

Polizei fahndete mit einem Großaufgebot nach dem 36-Jährigen

Die Polizei fahndete unmittelbar nach der Tat mit einem Großaufgebot nach Torben K. Mehr als eine Stunde lang durchkämmten die Einsatzkräfte weite Teile des Ahrensburger Stadtgebietes. Schließlich konnten sie den Tatverdächtigen am Bornkampsweg im Stadtteil Wulfsdorf festnehmen. Der Ahrensburger wurde anschließend zunächst vorläufig wegen einer akuten psychischen Erkrankung in der geschlossenen Abteilung einer forensischen Klinik untergebracht. Das blutige Küchenmesser entsorgte K. eigenen Angaben zufolge in einer gelben Tonne.

Der Ahrensburger wurde bereits mehrfach verhaltensauffällig

Wie Oberstaatsanwältin Ulla Hingst damals sagte, habe der 36-Jährige zu einem Zeitpunkt von dem Opfer abgelassen, als dieses aus seiner Sicht noch nicht tödlich verwundet gewesen sei. Er sei dadurch vom Versuch eines Tötungsdeliktes „strafbefreiend zurückgetreten“. Deshalb war nur die gefährliche Körperverletzung angeklagt worden. Torben K. soll aufgrund seiner Erkrankung immer wieder verhaltensauffällig geworden sein, wie Familienmitglieder vor Gericht schilderten. Er wurde demnach sexuell übergriffig und manchmal auch gewalttätig – vor allem, wenn er die Einnahme seiner Medikamenten verweigerte.

Der 36-Jährige begründet den Angriff mit Verschwörungstheorien seines Vaters

Mit seinem Vater soll der 36-Jährige wiederholt aneinander geraten sein. Einmal soll K. seinem Vater gesagt haben, einer von ihnen müsse sterben. Ein anderes Mal zündete er Auto und Carport der Eltern an. Im Prozess bezeichnete K, die Messerattacke als „Übersprunghandlung“ und begründete sie damit, dass er verärgert gewesen sei, weil sein Vater an zahlreiche Verschwörungsmythen glaube, etwa daran, dass es sich bei den Kondensstreifen von Flugzeugen in Wahrheit um Gift handele.

( fsn )

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