Innenstadt

Keine Ideen: Kritik am Oldesloer Einzelhandelskonzept

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Ein Blick in die Fußgängerzone Mühlenstrasse in Bad Oldesloe.

Ein Blick in die Fußgängerzone Mühlenstrasse in Bad Oldesloe.

Foto: Markus Scholz / picture alliance/dpa

Politiker bemängeln, dass lediglich der Ist-Zustand beschrieben wird und konkrete Handlungsempfehlungen fehlen.

Bad Oldesloe.  Es gibt genug Supermärkte, wenig Leerstand und ein vielseitiges Angebot in der Fußgängerzone: Im Oldesloer Wirtschafts- und Planungsausschuss ist das Einzelhandelskonzept vorgestellt worden. Für Kritik sorgte, dass die Studie den Ist-Zustand zwar relativ genau beschreibt, aber wenig Handlungsempfehlungen gibt. Das mache das Konzept zu einer 50.000 Euro teuren Lagebeschreibung.

143 Geschäfte, 60.000 Quadratmeter Verkaufsfläche, Schwerpunkt Nahversorgung. So beschreibt das Einzelhandelskonzept die Innenstadt. Kunden finden neben Nahrungsmitteln und Dingen das täglichen Bedarfs ein gutes Bekleidungsangebot im mittleren und Hausrat im niedrigen Preissegment. „Unsere Befragung hat ergeben, dass der Wochenmarkt der wichtigste Anziehungspunkt in der Fußgängerzone ist“, sagte Julia Lemke von der Cima Beratung+Management. Bei der Betrachtung der gesamten Stadt kam heraus, dass so gut wie jeder Bewohner einen Supermarkt innerhalb von 1000 Metern erreichen kann. „Einen Handlungsbedarf sehen wir hier nicht“, sagte Julia Lemke.

Lokalpolitik hatte auf weitergehende Ideen gehofft

Neue Taktiken, wie der Einzelhandel der Online-Konkurrenz entgegentreten könnte, finden sich im Konzept nicht. Eigentlich hatte sich die Lokalpolitik etwa erhofft, dass das Gutachten zeigt, wie Ansiedlungen in der Fußgängerzone gesteuert werden können. „Wenn es fünf Gemüseläden gibt und ein sechster eröffnen will, lässt sich das nicht verhindern“, sagte Lemke. Das sei allein Sache zwischen Mieter und Vermieter.

Mehr Möglichkeiten gibt es in neuen Gewerbegebieten. Dort kann durchaus politisch festgelegt werden, welche Art von Gewerbe sich ansiedeln darf. Am Bestand lässt sich aber nichts ändern. „Es ist schon etwas deprimierend zu sehen, dass wir als Politik nicht wirklich was machen können“, sagt Andreas Lehmann (fraktionslos). Dennoch sei das Konzept eine gute Grundlage.

Passanten und Geschäftsinhaber werden befragt

Das Einzelhandelskonzept soll in den nächsten Monaten durch ein Verkehrskonzept ergänzt werden. Dazu gehören Datenerhebungen zum Fuß- und Radverkehr, öffentlichen Verkehr sowie Kfz-Verkehr. Jetzt steht ein weiterer Schritt an: die Befragung von Passanten und Geschäftsinhabern. Am Mittwoch und Sonnabend, 25. und 28. August, sind Interviewer im Auftrag des Hamburger Ingenieurbüros SBI unterwegs. Das Büro will Erkenntnisse darüber gewinnen, wie häufig die Innenstadt besucht und welches Verkehrsmittel dazu benutzt wird.

Es besteht zusätzlich die Möglichkeit, sich online unter dem Link: www.badoldesloe.de/gestalten bis zum 1. September zu beteiligen.

( fif )

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