Ahrensburg

Aus für Tiefgarage unter Stormarnplatz: Die neuen Pläne

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An diesen Standorten in der Ahrensburger Innenstadt gibt es zurzeit größere Parkplätze und -häuser.

An diesen Standorten in der Ahrensburger Innenstadt gibt es zurzeit größere Parkplätze und -häuser.

Foto: HA

Fraktionen legen eigenes Parkkonzept vor. Grüne und WAB wollen Parkplätze in Innenstadt streichen. Rathausplatz soll autofrei werden.

Ahrensburg. Autos runter vom Rathausplatz, Parkleitsystem und weniger Stellplätze an den Straßen im Zentrum – das sind die Eckpunkte des Parkraumkonzeptes von Grünen und Wählergemeinschaft WAB, das die Fraktionen im kommenden Bau- und Planungsausschuss in Ahrensburg am Mittwoch, 1. September, vorstellen wollen.

Nach der überraschenden Abkehr von CDU, Grünen und WAB von der geplanten Tiefgarage unter dem Stormarnplatz, die damit vor dem Aus steht, hatten die beiden Fraktionen bereits angekündigt, neue Vorschläge zum Thema Parkplätze in der Ahrensburger Innenstadt einbringen zu wollen.

Grüne und WAB wollen Parkplätze in der Ahrensburger Innenstadt abbauen

Das Papier, das dieser Redaktion vorliegt, sieht die zeitnahe Streichung der Stellplätze am Lehmannstieg und an der Klaus-Groth-Straße links und rechts kurz nach der Ausfahrt aus der Tiefgarage des CCA-Einkaufszentrums vor. Die dortigen Parkplätze für Behinderte und für E-Autos sollen auf die gegenüberliegende Seite der Großen Straße verlagert werden. Die 17 nach dem geplanten Umbau der Hamburger Straße verbleibenden Plätze sollen dem Antrag zufolge in Zukunft für das dortige Ärztehaus und Behinderte ausgewiesen werden.

Parkleitsystem soll Parkplatzsuchende zu freien Stellflächen führen

Nach Abschluss der Umbauarbeiten an der Hamburger Straße sollen zudem die Parkplätze in der Manhagener Allee und dem Teilstück der Hagener Alle, das eine Einbahnstraße ist, entfallen. Lediglich für das dortige Dialysezentrum sollen Stellplätze erhalten bleiben. Außerdem wollen WAB und Grüne ein absolutes Halteverbot in der Rathausstraße und in dem Abschnitt der Großen Straße zwischen Klaus-Groth-Straße und Rathausstraße vor der Accent-Apotheke. Ein Parkleitsystem soll installiert werden, um die Parkplatzsuchenden besser auf die bestehenden Plätze zu verteilen.

Verwaltung soll Konzept für Umgestaltung des Rathausplatzes erarbeiten

Zuletzt wollen die Fraktionen die Verwaltung beauftragen, ein Konzept für die Umgestaltung des Rathausplatzes zu entwickeln, um diesen mittelfristig autofrei zu bekommen. „Die Parkraumuntersuchung hat gezeigt, dass wir kein Defizit, sondern im Gegenteil einen Überschuss an Parkplätzen im Zentrum haben“, sagt Grünen-Fraktionschefin Nadine Levenhagen und verweist auf das im Juni im Bauausschuss vorgestellte Gutachten eines Hamburger Verkehrsplaners. Deshalb könne sich Ahrensburg eine Reduzierung der Stellflächen erlauben. „Wir haben immer für eine autoarme Innenstadt gestanden“, so Levenhagen.

Grünen-Fraktionschefin sieht Gefahr von Passanten durch rangierende Autos

Die Tiefgarage unter dem Stormarnplatz habe ihre Fraktion nie mit dem Ziel unterstützt, zusätzliche Parkplätze zu schaffen, sondern diese aus der Innenstadt heraus zu verlagern. „Wir wollen den Parkraumsuchverkehr aus dem Zentrum weg bekommen“, so Levenhagen. Viele Besucher fühlten sich durch die vielen Menschen, die mit ihren Autos auf Parkplatzsuche durch die Einkaufsstraße führen, gestört. „Ganz zu schweigen davon, dass durch das Rangieren gefährliche Situationen für Passanten entstehen“, so die Grüne.

FDP sieht in den Plänen „weiteren Sargnagel für den Einzelhandel“

Bei der FDP sorgen die Pläne für heftige Kritik. „Erst wollen WAB und Grüne ein Parkhaus mit fast 300 zusätzlichen Plätzen bauen und jetzt Plätze streichen“, sagt Fraktionschef Thomas Bellizzi und spricht von einem „schlechten Scherz“. Gerade für Kunden von außerhalb sei ein ausreichendes Stellplatzangebot essenziell. „Fallen noch mehr Plätze weg, wäre das ein weiterer Sargnagel für den Ahrensburger Einzelhandel“, so Bellizzi. CDU, SPD und Linke äußerten sich noch nicht dazu, wie sie sich zu dem Vorstoß positionieren werden.

( fsn )

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