Kreis Stormarn

Vandalismus: Barsbüttel verstärkt Wachdienst an Grundschule

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René Soukup
Ute Hickmann, Leiterin der Kirsten-Boie-Grundschule in Barsbüttel, und Fachdienstleiter Jan Greve unter dem Pavillon, wo sich Jugendliche abends treffen.

Ute Hickmann, Leiterin der Kirsten-Boie-Grundschule in Barsbüttel, und Fachdienstleiter Jan Greve unter dem Pavillon, wo sich Jugendliche abends treffen.

Foto: René Soukup

Wachdienst soll jetzt auch am Wochenende Gelände der Kirsten-Boie-Grundschule kontrollieren. Das ist aber nicht alles.

Barsbüttel. Tische und Bänke aus Holz zertreten, teilweise auch angekokelt, das Trampolin auf dem Spielplatz beschädigt und ein verwüstetes grünes Klassenzimmer im Außenbereich – das sind Aktionen von Vandalen, die seit geraumer Zeit ihr Unwesen auf dem Gelände der Kirsten-Boie-Grundschule in Barsbüttel treiben. Die Gemeinde will ihnen Einheit gebieten. So wird das Engagement des Wach- und Schließdienstes ausgeweitet, das Areal an bestimmten Stellen besser beleuchtet und ein Streetworker enger eingebunden.

Die Politik befasst sich schon seit Längerem mit dem Thema. Im Ausschuss für Schule, Kultur und Soziales (SKS) im Juni wurde über die Einrichtung einer Videoüberwachung diskutiert. Letztendlich nahmen die Entscheidungsträger davon Abstand. Stattdessen sollte die Verwaltung andere Vorschläge zwecks Eindämmung der Zerstörung machen.

Zuständig im Rathaus ist Jan Greve, Fachdienstleiter Bildung und Kultur. Er beziffert den Schaden, der durch Vandalismus in den vergangenen Jahren an der Grundschule am Soltausredder entstanden ist, auf rund 5000 Euro. Es seien auch Steine herausgerissen worden, immer wieder müsse der Hausmeister leere und zerbrochene Glasflaschen einsammeln.

325 Jungen und Mädchen lernen an Kirsten-Boie-Grundschule

Der 50-Jährige sagt: „Die Polizei fährt jetzt öfter Kontrolle, hat aber keine Person auf frischer Tat erwischt. Es gibt lediglich Vermutungen.“ An der Schule, wo derzeit 325 Jungen und Mädchen lernen, wurden bereits Schilder aufgestellt mit dem Hinweis auf ein Betretungsverbot für Unbefugte und abschließbare Tore eingebaut. Sie werden unter der Woche von einem privaten Wachdienst um 22.30 Uhr verriegelt. Somit haben die Ordnungshüter eine Handhabe gegenüber jenen, die sich dort abends oder nachts widerrechtlich aufhalten.

Das reicht aber nicht aus. Deshalb präferiert die Verwaltung täglich einen weiteren Rundgang des Wachdienstes. Die Sicherheitsleute sollen darüber hinaus auch am Wochenende kontrollieren. Insbesondere sonnabends und sonntags ist das Gelände ein Ort von Zerstörungswut. Pro Monat kostet der erweiterte Einsatz zusätzliche 125 Euro.

3000 Euro für Lichtstrahler mit Bewegungsmelder

Ein Vandalismusschwerpunkt ist der Innenhofbereich. Dort ist ein Lichtstrahler mit Bewegungsmelder geplant, ein zweiter soll in den Pavillon integriert werden. Die Geräte sind so beschaffen, dass sie nicht kaputt zu kriegen sind: nämlich aus Metall. Dafür sind 3000 Euro fällig. Ein Streetworker des Jugendzentrums wird sich zudem abends an der Bildungseinrichtung aufhalten, Jungen und Mädchen aufsuchen, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

In seiner Sitzung am Dienstag, 17. August (19 Uhr, Rathaussaal), soll der SKS-Ausschuss den erhöhten Wachdienstaufwand sowie die Beleuchtung beschließen. Greve spricht von einer sofortigen Umsetzung, wenn die Politik den Vorschlägen folgt. Darauf kann er zählen. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Hermann Hanser sagt: „Es ist der richtige Weg. Wir müssen die Gemütlichkeit dort einschränken.“ Grünen-Fraktionschefin Angela Tsagkalidis bestätigt ebenfalls die Zustimmung ihrer Partei: „Gerade die Beleuchtung finde ich gut. Wichtig ist auch der Streetworker und die Kommunikation mit jungen Menschen.“ Rainer Eickenrodt, Fraktionsvorsitzender der Wählergemeinschaft BfB, sagt: „Ich hoffe, dass die Maßnahmen abschreckend wirken.“ Am liebsten wäre ihm eine Videoüberwachung gewesen.

Diese kommt an der Erich-Kästner-Gemeinschaftsschule zum Einsatz, die ebenfalls am Soltausredder liegt. Laut Greve ist der Vandalismus an der Lehranstalt mit Oberstufe aber viel größer gewesen. „An einem Abend wurden 36 Fensterscheiben eingeworfen, allein dieser Schaden lag bei 30.000 Euro“, sagt der Fachdienstleiter. Die Videoüberwachung habe etwas gebracht.

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