Wohnpark Hoisbüttel

Kleingärtner sollen für neue Reihenhäuser umziehen

| Lesedauer: 6 Minuten
Harald Klix
In der letzten von fünf Häuserzeilen wird diese Woche Richtfest gefeiert. Zimmerer Paul Teipelke (v. r.) bringt die aus Fertigteile aufs Dach, daneben Regionalleiter Simon Federau, Kundenbetreuerin Anja Hellmuth (beide Deutsche Reihenhaus AG), Bürgermeister Horst Ansén und Bauleiter Ronny Sauerbrey.

In der letzten von fünf Häuserzeilen wird diese Woche Richtfest gefeiert. Zimmerer Paul Teipelke (v. r.) bringt die aus Fertigteile aufs Dach, daneben Regionalleiter Simon Federau, Kundenbetreuerin Anja Hellmuth (beide Deutsche Reihenhaus AG), Bürgermeister Horst Ansén und Bauleiter Ronny Sauerbrey.

Foto: Harald Klix

129 Interessenten stehen auf Warteliste für Ammersbeker Neubaugebiet auf altem Betonwerk. Unternehmen möchte Projekt erweitern.

Ammersbek. So schnell wie in Ammersbek hat die Deutsche Reihenhaus AG (DRH) noch nirgends in Deutschland ihre Immobilien verkauft. Die 19 Reihenhäuser im „Wohnpark Hoisbüttel“ – dem ehemaligen Betonwerk Feddern an der Hamburger Straße – sind längst reserviert. Und 129 Interessenten stehen nach Angaben der DRH, die bundesweit immerhin mehr als 300 Neubaugebiete gestaltet hat, noch auf einer Warteliste.

Da scheint es folgerichtig, dass das Unternehmen gern weiter in dem 9900-Einwohner-Ort direkt an der Hamburger Landesgrenze tätig sein möchte. Und es hat auch schon ein mögliches Areal für die nächsten 32 Reihenhäuser ausgemacht: das Nachbargrundstück an der Ecke Hamburger Straße/Bültenbarg, das aktuell Teil des Kleingärtnervereins Neue Heimat ist.

Bauträger will Kleingärtnern Verlegung finanzieren

„Wir haben bereits erste Gespräche mit dem Verein und der Gemeinde aufgenommen“, sagt Simon Federau, Regionalleiter Projektentwicklung. Voraussetzung für das Projekt wäre der Umzug von 18 Parzellen auf ein freies Feld, das direkt an den Kleingärtnerverein anschließt. Die DRH habe angeboten, dort ein neues Dusch- und Stromhäuschen zu errichten und den von der Verlegung betroffenen Mitgliedern auch neue Lauben zu finanzieren. „Wir möchten niemanden benachteiligen, sondern dass am Ende alle Seiten profitieren“, sagt Federau.

Auf dem etwa 6100 Quadratmeter großen früheren Betonwerk wird in der ersten von fünf Reihen bereits das Dach gedeckt und die Fassade mit Riemchen beklebt, während ein Kran die aus Bayern angelieferten Fertigteile aufs Dach der letzen Reihe hievt. Dort ist diese Woche Richtfest. „Hier ziehen vor allem junge Familien und Paare ein“, sagt DRH-Kundenbetreuerin Anja Hellmuth. Einige kämen aus Hamburger Stadtteilen wie Bramfeld und Sasel, andere direkt aus Ammersbek. „Wir hätten auch sofort 100 Häuser verkaufen können“, so Hellmuth über die immense Nachfrage.

Spezialisierung auf drei Typen ermöglicht günstige Preise

Ein Grund dafür ist offensichtlich der Preis. Denn die Firma hat sich auf ihre Fahnen geschrieben, auch in gefragten Regionen bezahlbares Wohneigentum zu schaffen, das sowohl ökonomisch als auch ökologisch nachhaltig ist. „Unser Unternehmen will deutschlandweit der günstigste Anbieter für Wohneigentum im Neubau sein“, sagt der Vorstandsvorsitzende Carsten Rutz. „Gerade jungen Familien ist es so noch möglich, aus eigener Hände Arbeit das eigene Zuhause zu bilden.“

In Ammersbek starten die Preise inklusive Grundstück für das Haus „Wohntraum“ (120 Quadratmeter) bei rund 330.000 Euro und für das Haus „Familienglück“ (145 Quadratmeter) bei 360.000 Euro. Zum Vergleich: Ein 1961 errichtetes Einzelhaus im selben Ortsteil (113 Quadratmeter Wohnfläche und fast 800 Quadratmeter Grundstück) wird derzeit für 585.000 Euro angeboten.

Weihnachten wollen die ersten Käufer eingezogen sein

„Wir haben uns bei den Reihenhäusern auf drei Typen spezialisiert, das macht es wirtschaftlich“, sagt Simon Federau. So werden beispielsweise die Betonfertigteile bundesweit in drei Werken produziert und müssen auf den Baustellen nur noch zusammengesetzt werden. Die Schächte für Versorgungsleitungen sind bereits vorhanden, sodass Handwerker beim weiteren Ausbau schnell vorankommen. Der Dachstuhl wird aus Bayern angeliefert und per Telekran nach oben gehievt. „Das ist wie ein Legokasten für Große“, sagt der Regionalleiter. Der standardisierte Ablauf gehe zudem mit einer geringen Fehlerquote einher. Aufträge bekämen aber auch Klempner und Zimmerer aus der Region.

Bauleiter Ronny Sauerbrey ist mit dem bisherigen Fortschritt sehr zufrieden. „Im April haben wir ja erst mit den Bodenplatten begonnen“, sagt er. Zuvor mussten der Knick, der das Grundstück umschließt, mit Steinwänden abgefangen und Rauchschwalben umgesiedelt werden. Die ersten Käufer wollen Weihnachten in ihrem Zuhause an der Straße mit dem Namen An der Sandkuhle feiern. Die weiteren Häuser und auch die Außenanlagen sollen in der ersten Jahreshälfte 2022 fertig sein.

Bürgermeister unterstützt bezahlbares Wohnen

Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) versorgt alle Häuser mit Strom und Wärme. Auch in diesem Bereich will der Bauträger künftig den nächsten Schritt gehen. „Wir wollen mit Wärmepumpen und Fotovoltaikanlagen auf den Dächern komplett CO-frei werden“, sagt Simon Federau. Er hebt die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde hervor: „Der Austausch hat von der Änderung des Bebauungsplans bis jetzt wunderbar funktioniert.“

Bürgermeister Horst Ansén teilt diese Einschätzung. Die Gemeinde sei auch Mitglied im Stormarner Bündnis für bezahlbares Wohnen. „Da wir keine eigenen Grundstücke haben, können wir es nur unterstützen, wenn Investoren tatsächlich in diesem Bereich aktiv werden“, sagt er. Für das Ortsbild sei die Veränderung ebenfalls positiv, da das Betonwerk mitten in einem Wohngebiet gelegen habe

1899 gründete Maurermeister Anton Arnold in Hessen den Vorläufer der Deutschen Reihenhaus AG. Das in vierter Generation geführte Familienunternehmen mit Aufsichtsratschef Daniel Arnold hat sich auf drei standardisierte Reihenhaustypen (85, 120 und 145 Quadratmeter) und ein Mehrfamilienhaus mit Eigentumswohnungen (34 bis 126 Quadratmeter) spezialisiert, die mit industrieller Serienpräzision erstellt werden. Jährlich werden etwa 750 neue Wohneinheiten gebaut, insgesamt schon mehr als 10.000.

Das Kölner Unternehmen beschäftigt rund 250 Mitarbeiter vom Maurermeister bis zum Betriebswirt. Es hat in Deutschland mehr als 300 Wohngebiete mit 2500 bis 100.000 Quadratmetern gestaltet. 98,5 Prozent der Häuser werden von ihren Eigentümern selbst genutzt.

Die Käufer bilden eine Wohnungseigentümer-Gemeinschaft (WEG). Sie erwerben gemeinsam Eigentum am Gesamtgrundstück und Einrichtungen wie Grünflächen und Blockheizkraftwerk. Die Kunden sind durchschnittlich 35 Jahre alt und überwiegend Familien.

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