Stadtverkehr

Bargteheide soll drei Ringlinien für Busse bekommen

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Lutz Kastendieck
Mit solch elektrisch angetriebenen Kleinbussen des niederländischen Herstellers VDL könnten schon bald drei Ringlinien in Bargteheide betrieben werden.

Mit solch elektrisch angetriebenen Kleinbussen des niederländischen Herstellers VDL könnten schon bald drei Ringlinien in Bargteheide betrieben werden.

Foto: Kreis Stormarn

Sie sollen mit E-Kleinbussen der Autokraft betrieben werden und die Quartiere am Stadtrand mit dem Zentrum verbinden.

Bad Oldesloe.  Anfang dieser Woche durfte Bargteheides Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht schon mal einen Blick in eine neue Facette der E-Mobilität in ihrer Stadt werfen. Auf dem Betriebshof der Autokraft in Bad Oldesloe präsentierte der niederländische Bus-Hersteller VDL ein Modell aus seiner MidCity-Flotte. Mit diesen Kleinbussen sollen, vorbehaltlich der Co-Finanzierung durch den Kreis, zeitnah drei innerstädtische Ringlinien betrieben werden.

„Wir haben die Planungen in den vergangenen Wochen und Monaten konsequent vorangetrieben und könnten, erfolgreiche Verhandlungen mit unserem Vertragspartner Autokraft und der Stadt vorausgesetzt, ein attraktives Gesamtpaket für Bargteheide schnüren“, sagt Björn Schönefeld, in der Kreisverwaltung für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zuständig.

Einheitlicher Stadttarif soll eingeführt werden

Erstens ließen sich durch die drei Ringlinien Wohnquartiere am Stadtrand deutlich besser mit der Innenstadt und dem Bahnhof verbinden. Zweitens wären die rein elektrisch betriebenen Kleinbusse ein effektiver Beitrag zum Klimaschutz. Und drittens könnte im Zuge dieser Maßnahme ein einheitlicher Stadttarif eingeführt werden. Bargteheides Grünen schwebt in diesem Zusammenhang ein Betrag von 1,70 Euro vor, so steht es in ihrem kürzlich vorgestellten Positionspapier zur Mobilitätswende in der Stadt.

Bis dahin dürfte es allerdings noch etwas dauern. Derzeit scheint die Schaffung eines verlässlichen Stadtverkehrs deutlich eher in Reichweite zu liegen. „Die Autokraft ist bereit, diese Kleinbusse neuester Generation anzuschaffen, obwohl sie doppelt so teuer sind wie ihre dieselbetriebenen Pendants“, berichtet Schönefeld. Erleichtert werde die Entscheidung allerdings dadurch, dass die preisliche Differenz bis zu 80 Prozent gefördert werden kann.

Der MidCity bietet Platz für 20 Personen und 2 Rollstühle

Bewährt hätten sich Kleinbusse bislang allemal. „Sie werden schon jetzt auf verschiedenen Grundnetzlinien in Nordstormarn eingesetzt. In schwachen Verkehrszeiten, etwa in den Ferien, ebenso wie auf schwächer frequentierten Streckenabschnitten“, erklärt der ÖPNV-Experte aus Bad Oldesloe.

Das größte MidCity-Modell von VDL bietet Sitzplätze für bis zu 20 Personen und zwei Rollstühle. Mit dieser Kapazität eignet sich der komplett barrierefreie Kleinbus mit einer elektrischen Schiebetür von 1,24 Meter samt Rampe vor allem für den Kleinstadtverkehr und eher dünn besiedelte Gebiete im ländlichen Raum.

Taktverdichtung wird der Kommune mehr kosten

„Mit der breitesten Tür in diesem Marktsegment ist ein schneller und einfacher Passagierfluss gewährleistet“, heißt es auf der Homepage des Herstellers. Der MidCity vereine ein zukunftsweisendes Umwelt-, Technologie- und Sicherheitskonzept und überzeuge durch „Wertigkeit, Flexibilität, Sicherheit, Qualität und Benutzerfreundlichkeit“, sowie den Einsatz nachhaltiger Materialien und Produktionstechniken.

„Ob es der MidCity am Ende tatsächlich wird, ist noch nicht entschieden“, sagt Björn Schönefeld. Das hänge unter anderem von den Verhandlungen mit der Stadtverwaltung ab. „Klar ist, dass sich die Kommune an dem Projekt finanziell beteiligen muss. Das betrifft unter anderem die finale Taktung, in der die Ringbuslinien letztlich verkehren sollen“, so Schönefeld. Eine Taktverdichtung werde auf jeden Fall teurer.

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