Wohnungsbau

Zahl der Sozialwohnungen in Stormarn geht zurück

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Die Fraktion der Linken fordert mehr Engagement von Kreis und Gemeinden beim Bau von Sozialwohnungen (Symbolbild).

Die Fraktion der Linken fordert mehr Engagement von Kreis und Gemeinden beim Bau von Sozialwohnungen (Symbolbild).

Foto: Lutz von Staegmann / FUNKE Foto Services

Linken-Fraktion im Kreistag berichtet über Anfrage an die Verwaltung. Politiker fordern, dass Kreis und Gemeinden selbst aktiv werden.

Bad Oldesloe.  Die Zahl der Wohnungen mit Sozialbindung ist seit 2014 deutlich zurückgegangen. Das geht nach Auskunft der Linken-Fraktion aus der Antwort auf eine Anfrage im Stormarner Kreistag an die Kreisverwaltung hervor. „Gab es 2014 noch 2105 Wohnungen mit Zweckbindung, so waren es 2020 nur noch 1843“, sagt Fred Grosser, Bürgerliches Mitglied für die Linken im Wirtschafts-, Planungs- und Bauausschuss des Kreistages. „Das heißt, dass Stormarn in einer Zeit, in der die Mieten permanent steigen und der Druck auf den Wohnungsmarkt durch den Bevölkerungszuwachs im Kreis stetig zunimmt, 262 Sozialwohnungen weniger hat als noch vor sechs Jahren.“

Allein in den letzten drei Jahren habe Stormarn einen Bevölkerungszuwachs von einem Prozent zu verzeichnen, gleichzeitig sinke die Zahl der Sozialwohnungen stetig und werde das laut Prognose im Wohnungsmarktprofil 2020 des Kreises auch weiterhin tun. „Das ist gerade in Zeiten der Krise, in deren Folge mehr Menschen als zuvor in finanzielle Nöte geraten und auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen sein werden, eine mehr als bedenkliche Entwicklung“, so Grosser.

Fraktionsvorsitzender fordert einen Mietendeckel

Florian Kautter, Fraktionsvorsitzender der Linken im Kreistag, ergänzt: „Wir sehen die Entwicklung des Wohnungsmarktes im Kreis insgesamt sehr kritisch.“ Das Bündnis für für bezahlbaren Wohnraum habe bisher kaum dafür gesorgt, dass genügend neue Sozialwohnungen gebaut würden. „Unsere Fraktion ist weiter der Meinung, dass eigener Wohnungsbau durch Kreis und Gemeinden die sinnvollste Lösung ist um einen angemessenen Anteil Sozialwohnungen beim Neubau sicherzustellen und diesen auch nachhaltig zu machen, da hier der Wegfall der Zweckbindung nach Ende einer vertraglichen Frist nicht notwendig ist.“

Insgesamt müsse aber auch über die Sozialwohnungen hinaus sehr viel mehr bezahlbarer Wohnraum statt Luxuswohnungen und Einfamilienhäusern entstehen. „Und der Anstieg der Mieten in Schleswig-Holstein sollte ähnlich wie in Berlin durch einen wirkungsvollen Mietendeckel begrenzt werden.“

( HA )

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