Stadtentwicklung

Bad Oldesloe baut in bester Lage neue Stadtvillen

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An der Salinenstraße werden historische Villen im Bäderstil originalgetreu nachgebaut.

An der Salinenstraße werden historische Villen im Bäderstil originalgetreu nachgebaut.

Foto: KSV Krüger Schuberth Vandreike

Im Viertel an der Salinenstraße entstehen bis 2022 unter Einbeziehung historischer Häuser auch Mietwohnungen.

Bad Oldesloe.  Knapp zwei Jahrzehnte stand die alte Villa in der Oldesloer Salinenstraße leer, der Garten verwilderte. Jetzt wurde das neoklassizistische Anwesen abgerissen – für einen originalgetreuen Nachbau im Bäderstil. Im hinteren Bereich direkt am Kurpark plant der Eigentümer außerdem Stadtvillen mit Mietwohnungen. Das Projekt mit dem Namen Salinengärten soll der historischen Bedeutung des Viertels Rechnung tragen, das im späten 19. Jahrhundert entstand.

Ziel ist es, die Grundstücke Salinenstraße 11–21 unter Einbeziehung der historischen Villen zu bebauen. „Insgesamt wird dort ein sehr grünes Quartier entstehen“, sagt Torsten Krüger, Geschäftsführer des Berliner Architekturbüros KSV Krüger Schuberth Vandreike. Es hat den Planungsauftrag vom Bauherren bekommen, dem Oldesloer Familienunternehmen Ströh.

Sichtbare Bezüge zum norddeutschen Kontorhaus

Dass Rücksicht auf bestehende Architektur genommen werden soll, wurde bei der Präsentation im Wirtschafts- und Planungsausschuss deutlich. In der Salinenstraße dominieren historische Stadtvillen, die zwischen 1830 und 1910 errichtet wurden. In vorderer Reihe würden moderne und kantige Wohnhäuser das Straßenbild stören. Aus diesem Grund entschloss sich der Bauherr, die baufällige Bädervilla auf dem Grundstück in Höhe der Einmündung zur Kleinen Salinenstraße mit einer Replik zu ersetzen. „Es wird eine moderne Adaption und ein Nachbau des Abrisshauses“, sagt Architekt Krüger.

Eine Sanierung des 1908 errichteten Altbaus sei nicht in Frage gekommen. Das Haus stand rund zwei Jahrzehnte leer, entsprechend marode war die Bausubstanz.

Die baugleichen neuen Villen Salinenstraße 11 und 21 runden das Ensemble der drei historischen Villen mit einem moderat modernen Architekturkonzept mit historischen Bezügen ab. Das Giebelmotiv nimmt dabei Bezug zum Typus des norddeutschen Kontorhauses. Das Fenster mit dem Rundbogen an der Straßenfassade zitiert die Öffnungen zum Einbringen von Waren in die Kontor- und Lagerhäuser in den Hansestädten.

Das Grundstück fällt flach in Richtung Beste ab

Die beiden benachbarten Villen bleiben erhalten. Sie wurden 2014 und im Vorjahr umfassend saniert. Im hinteren Bereich der Anwesen entstehen moderne Mietwohnungen. Das Grundstück fällt zu den Obstwiesen am Ufer des Flusses Beste ab, so dass weite Blickachsen durch die in der Höhe gestaffelten Häuser möglich sind. Eine Brücke für Fußgänger und Radfahrer verbindet die Salinengärten mit dem Kurpark auf dem gegenüberliegenden Ufer.

Ein „Grüner Platz“ bildet die Mitte der Salinengärten. „Er ist kommunikativer Treffpunkt der Bewohner im Quartier“, so Architekt Torsten Krüger. Das Landschaftskonzept bette die Villen und Stadthäuser in das sanft zur Beste hin abfallende Gelände ein. Die Parzellen der Grundstücke sind durch grüne Hecken gefasst. Krüger: „Die Stellplätze haben wir vor den Häusern geplant, um Fahrzeugansammlungen zu vermeiden.“ Eine Obstwiese an der Beste verweist auf die Nutzung als Gartenland.

Fotovoltaikanlagen und Elektroladesäulen für E-Autos

Die Neubauten werden gemäß den Anforderungen des Gebäude-Energie- Gesetzes (GEG) errichtet und entsprechen zusätzlich dem KFW-Effizienzhaus-55-Standard. Die Wärmeversorgung erfolgt mit einem auf dem Grundstück liegenden Blockheizkraftwerk. Fotovoltaikanlagen und Elektroladesäulen für E-Autos ergänzen das nachhaltige Konzept.

Das gesamte Projekt Salinengärten umfasst 18 Häuser mit 27 Wohnungen und 40 Terrassen. Hinzu kommen 40 Fahrzeugstellplätze, 18 Gärten, der „Grüne Platz“ und eine Obstwiese. Die Fertigstellung ist für 2022 geplant.

( fif )

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