Kommentar

Maximale Transparenz bei Corona-Zahlen ist wichtig

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Hinnerk Blombach
Hinnerk Blombach, Redaktionsleiter

Hinnerk Blombach, Redaktionsleiter

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Unser Leben wird massiv von Zahlen bestimmt. Deswegen ist es wichtig, möglichst detaillierte Informationen zu bekommen.

Unser Leben in der Corona-Pandemie wird derzeit intensiv von Zahlen bestimmt – von Neuinfektionen, Inzidenzen und Impfkapazitäten, zum Beispiel. Diese Zahlen gelten, zusammen mit deren wissenschaftlicher Interpretation, als Grundlage für teils rigide Maßnahmen, die in vielen Fällen nicht weniger als Grundrechtseingriffe darstellen.

Umso wichtiger ist es, den Bürgerinnen und Bürgern die Entscheidungen von Politik und Verwaltung zu erläutern, die Grundlagen dieser Entscheidungen maximal transparent zu machen. Gleichwohl ist es aber auch in der Verantwortung der Entscheidungsträger, Panik in der Bevölkerung auf der einen, und unangebrachte Sorglosigkeit auf der anderen Seite zu vermeiden.

Kreisgrenzen haben keinen Einfluss auf die Verbreitung

Aber Gerüchte und Fehlinterpretationen entstehen in der Regel dann, wenn es an wahrhaftigen Informationen mangelt. Das Interesse an den detaillierten Zahlen ist immens. Das lässt sich am Beispiel des Kreises Herzogtum Lauenburg belegen. Die Menschen befassen sich intensiv mit der Situation in ihrer Umgebung. Wer aber argumentiert, dass geringe Fallzahlen zu einem laschen Umgang verleiten könnten, der muss genauso zugestehen, dass hohe Fallzahlen zu besonderer Vorsicht führen könnten.

+++ Lesen Sie hier: Stormarn verweigert detaillierte Corona-Zahlen +++

Hinzukommt, dass Kreisgrenzen keinerlei Einfluss auf die Ausbreitung des Virus haben können. Gleichwohl werden in diesen willkürlich festgelegten Verwaltungseinheiten Maßnahmen einheitlich verhängt. Dabei macht es natürlich einen Unterschied, ob beispielsweise im Dreieck Bergedorf (Hamburg), Reinbek (Stormarn) und Wentorf (Herzogtum Lauenburg) die hohen Fallzahlen möglicherweise durch starke Pendlerbewegungen ausgelöst werden, oder ob etwa in Städten in der Mitte oder im Norden Stormarns es deutlich weniger Infektionen gibt.

Örtliche Gegebenheiten genau beobachten

Beim Thema Schulöffnungen wurde in den vergangenen Monaten – zu Recht – immer wieder diskutiert, warum beispielsweise alle Schulen eines Kreises oder Landes geschlossen bleiben sollten, wenn es an einer Einrichtung einen Corona-Ausbruch mit verfolgbaren Kontakten gab. Diese Diskussion sollte jetzt, insbesondere mit Blick auf eine möglicherweise noch längere Zeit voller Einschränkungen, auch in anderen Bereichen geführt werden. Und dafür bedarf es, immer wieder, der genauen Betrachtung der örtlichen Gegebenheiten – anhand von detaillierten Zahlen.

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