Bargteheide

Warum Radio Eckhorst für viel Furore sorgt

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Lutz Kastendieck
Der Schulverein versorgte die Redaktion mit Projektshirts.

Der Schulverein versorgte die Redaktion mit Projektshirts.

Foto: reb / REB

Ein besonderes Corona-Projekt des Gymnasiums in Bargteheide gehört zu den Nominierten für den Medienkompetenzpreis des Landes.

Bargteheide.  Dem kommenden Freitag fiebert das Team von Radio Eckhorst Bargteheide (REB) mit besonderer Spannung entgegen. Ab 18.30 Uhr wird dann in einer Live-Sendung der Medienkompetenzpreis Schleswig-Holstein vergeben. Zu den zehn nominierten Projekten gehört in diesem Jahr auch das REB. „Dass wir es angesichts der großen Konkurrenz von 45 Bewerbern überhaupt auf die Shortlist geschafft haben, ist schon ein Riesenerfolg“, sagt Keanu Fresen, Technikexperte und Producer der Crew. Und sollte sie am Ende tatsächlich in einer der drei Kategorien gewinnen, wäre das nur noch die vielzitierte „Kirsche auf der Torte“.

Das Schulradio gibt es seit zehn Jahren

Lehrer Michael Schwarz, der Radio Eckhorst vor zehn Jahren mit aus der Taufe gehoben hat, würde sie seinen aktuellen Schützlingen von Herzen gönnen. „Sie bereichern unser Schulradio mit so viel Enthusiasmus, Einfallsreichtum und Energie, da hätten sie den Preis auf jeden Fall verdient“, lobt der ehemalige Hörfunkjournalist.

Das REB-Team sendete während der gesamten Osterferien

Vor allem für das Corona-Projekt „Keine Schule, meine Musik, mein Schulradio“. Mehr als zehn Wochen hat das REB-Team während des ersten Lockdowns im Frühjahr des vergangenen Jahres mit großem Aufwand tägliche Sendungen wider den Pandemie-Frust produziert. Sogar die ganzen Osterferien hindurch.

„Eigentlich wollten wir im Sommer das Jubiläum zehn Jahre Radio Eckhorst mit einer riesigen Party und vielen Ehemaligen feiern“, berichtet Schwarz. Doch als klar geworden sei, dass daraus wegen der Corona-Auflagen nichts werde, habe seine Crew nicht abgeschaltet. Ganz im Gegenteil seien nach dem Motto „Jetzt erst recht“ viele Ideen entstanden, um die Mitschüler bei Laune zu halten. „Diese Reaktion hat mich beeindruckt“, gesteht Schwarz.

Aktuell gibt es zwölf Redaktionsmitglieder

Zumal an ein gemeinsames Arbeiten im gläsernen Studio gleich neben der Pausenhalle nicht zu denken gewesen ist. Viel mehr waren die aktuell zwölf Redaktionsmitglieder fortan zumeist auf sich allein gestellt. Daheim sind nun nicht mehr nur die täglichen Lernaufgaben bearbeitet worden, sondern dank professionellem Hörfunk-Equipments auch zahlreiche Beiträge fürs Schulradio.

Bei Videokonferenzen via Skype abgestimmt

„Keine Schule, meine Musik, mein Radio“ sei von Beginn an mehr als nur eine Radioshow gewesen, sagt Emma Barchanski: „Wir hatten einfach Lust, auf das Homeschooling was Außerunterrichtliches draufzusetzen.“ Zumal sich Schule in Normalzeiten ja auch nicht nur in reiner Wissensaneignung erschöpfe, wie die 16 Jahre alte Redaktionsleiterin vollkommen zu recht anmerkt.

Bei Videokonferenzen via Skype ist täglich abgestimmt worden, welche Beiträge „auf den Sender“ gehen sollten. „Das hat eine gewisse Routine in die tristen Tage ohne Treffen mit den Freunden gebracht und uns zusammengehalten“, berichtet Chefmoderatorin Ricarda Kohl-Beas. Die 19-Jährige, die kurz vor ihrem Abitur steht, ist bereits seit ihrem Wechsel in die Mittelstufe dabei und gilt mit ihrer Erfahrung als Vorbild für die Jüngeren im Team.

Den Schülern ist ein guter Mix aus Information und Unterhaltung wichtig

„Bei der Themensetzung war uns ein guter Mix aus Information und Unterhaltung wichtig“, sagt Felix Tamm. Der 16-Jährige ist der andere Redaktionsleiter, bei dem die Fäden regelmäßig zusammenlaufen. „Wir haben ganz bewusst nach guten Themen gesucht, um für eine gewisse Nachrichten-Balance in der Corona-Krise zu sorgen“, erklärt er. Das sei mal eine Reportage aus dem Tierheim gewesen, mal ein lustiges Musik-Quiz. Um harte Corona-Facts sei es der Crew hingegen nie gegangen. „Das können andere Medien doch viel professioneller und besser als wir“, sagt Felix.

Beiträge werden auch über Instagram verbreitet

Für ihn ist Radio ein elegantes Medium für den Einstieg in die Medienwelt. Mit einfachen Mitteln könnten eigene Beiträge selbst im Homeoffice produziert werden, um sie dann auch über verschiedene Social-Media-Kanäle wie Instagram oder Facebook zu verbreiten. „Dabei bedarf es oft keiner aufwendigen Nachbearbeitung. Wenn aber doch eine multimediale Aufbereitung gewünscht ist, können die Text- oder Videodateien schnell und unkompliziert per Mail an unsere Technikexperten geschickt werden“, erläutert Felix.

Etwa zu Keanu Fresen. Im Vorjahr war der 19-Jährige noch Schüler am Gymnasium Eckhorst und natürlich langjähriges REB-Redaktionsmitglied. Inzwischen ist er neben Lennart Meier einer von zwei Bundesfreiwilligendienstlern, die im Lern- und Medienzentrum der Schule tätig sind und ihre Erfahrungen an die jüngeren Radiomacher weitergeben.

„Da ich ohnehin sehr technikaffin bin, hat mich das Radio-Projekt am Eckhorst sofort begeistert“, sagt Keanu. Dort kümmert er sich nun weiter um die Produktion von Beiträgen, zeichnet als Sounddesigner aber auch für Jingles und andere Audio-Logos verantwortlich.

Nach seinem BFD-Dienst will er Musik studieren und anschließend vielleicht einen Medienberuf ergreifen. „Mit Radio Eckhorst habe ich dann schon viele nützliche Erfahrungen sammeln können, die mir auf diesem Weg sicher helfen werden“, ist Keanu überzeugt.

Die Verleihung des „Meko-Preises SH“ kann am Freitag, 19. Februar, ab 18.30 Uhr im Livestream auf oksh.de/ki und oksh.de/fl, in der OKSH-App „BürgerSenden“, sowie auf der REB-Website www.radio-eckhorst.de verfolgt werden.

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