Hochzeit

Trittaus ausgezeichnete Brautmodenexpertin

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Melissa Jahn
Die Kundinnen von Vanessa Huber kommen sogar aus Österreich und der Schweiz angereist, um sich von ihr beraten zu lassen.

Die Kundinnen von Vanessa Huber kommen sogar aus Österreich und der Schweiz angereist, um sich von ihr beraten zu lassen.

Foto: Melissa Jahn

Die aus Vox-Serie „Zwischen Tüll und Tränen“ bekannte Vanessa Huber gewinnt den Wedding King Award 2021.

Trittau.  Ihre Liebe für Brautmoden hat sich ausgezahlt: Die Trittauerin Vanessa Huber ist stolze Gewinnerin des Wedding King Awards 2021 für Norddeutschland. Mit ihrem Brautmodengeschäft Engelsbraut schaffte sie es auf den ersten Platz des Branchenwettbewerbs, der zum dritten Mal ausgetragen wurde – coronabedingt allerdings nur online. Preise gab es in neun verschiedenen Kategorien wie bester DJ oder Blumenschmuck zu gewinnen, allein 13.000 Stimmen entfielen auf die Rubrik Brautausstatter.

Vanessa Huber bezeichnet sich als Rampensau

Nicht nur in Trittau ist die 41 Jahre alte Spezialistin für Hochzeitskleider mittlerweile eine kleine Berühmtheit. Vor allem angehende Bräute kennen sie aus der Vox-Serie „Zwischen Tüll und Tränen“, bei der Profis zukünftige Bräute bei der Wahl des perfekten Kleides unterstützen. Vanessa Huber, die bereits im vierten Jahr dabei ist, hat sich noch in der Umbauphase ihres Ladens für die Teilnahme beworben. „Die Räume waren noch eine einzige Baustelle“, erinnert sie sich. „Ich war total im Stress – vor allem als mein Hund Vanjo mitten beim Dreh meines Selfievideos angefangen hat, den Bauschutt zu fressen.“ Doch Huber reagiert souverän, schickt den Film ohne etwas zu schneiden an die Castingfirma, die an dieser Szene ihr Potenzial erkennt. Sie sei „ne Type“, so das Urteil der Fernsehprofis.

Vanessa Huber bezeichnet sich selbst in erster Linie als Rampensau und sagt: „Ich bin authentisch. Die Leute lieben es, dass ich kein Blatt vor den Mund nehme und zu meiner Person stehe, obwohl ich nicht perfekt bin. Das spüren die Zuschauer.“

Mehrmals im Monat wird im Geschäft in Trittau gedreht

Sechs Drehtage habe es allein in diesem Jahr schon gegeben. Wie viele es noch werden, könne sie nicht sagen, doch im Schnitt werde die Serie mit ihr als Brautmodenausstatterin zwei- bis dreimal im Monat ausgestrahlt. Um dieses Pensum zu schaffen, rollt das Fernsehteam regelmäßig in Trittau an. Auch während des Lockdowns, dann aber unter Einhaltung der gegebenen Sicherheitsbestimmungen. „Da wir permanent auf Corona getestet werden, dürfen wir vor der Kamera die Masken abnehmen“, sagt Huber. „Das Team hinter der Kamera selbstverständlich nicht.“

Huber, deren Auftragsbücher trotz Pandemie voll sind – von Oktober bis März ist die umsatzstärkste Zeit der Branche – ist froh, wenigstens in diesem Bereich arbeiten zu können. Alle anderen Termine müssen derzeit verschoben werden. Doch die Hoffnung, im Sommer zumindest im kleinen Rahmen heiraten zu dürfen, bleibe trotz aller Unsicherheit bestehen. „Ich finde es toll, dass meine Bräute fest an die Liebe glauben und ihre Hochzeit nicht an der Anzahl der Gäste festmachen“, so die Trittauerin. „Die große Feier kann dann ja im nächsten Jahr folgen.“

Die Trittauerin hat treue Fans

Trotz aller Distanz bleiben ihr die Fans treu, das beweist auch der erste Platz beim Wedding King Award. „Um zu gewinnen, muss man sich bereits vorher eine Fanbase aufgebaut haben. Zehn Tage Abstimmungszeit sind zu kurz, um die Menschen für sich einzunehmen.“ Neben Instagram, wo sie ebenfalls aktiv ist, sind es die regelmäßigen Auftritte im Fernsehen, die ihr in der Branche diesen hohen Bekanntheitsgrad eingebracht haben. Sie wisse mittlerweile, worauf es ankommt, verrät Vanessa Huber, erzähle den Zuschauern Geschichten, achte auf die Kamera und sorge für gute Bilder.

Dass die Braut in dem Trubel nicht vernachlässigt werde, sei selbstverständlich. „Sie bekommt bei mir hundert Prozent Aufmerksamkeit. Nebenbei muss ich noch die Gruppe der Begleiter unterhalten, damit die Stimmung positiv bleibt.“ So viel Einsatz spricht sich herum. Huber muss regelmäßig Autogramme schreiben, was ihr bis heute merkwürdig vorkomme, da sie sich nicht als Promi fühle. Dank ihres Bekanntheitsgrades reisen die Bräute selbst aus der Schweiz und Österreich an, um sich von der Trittauerin beraten zu lassen.

Der Trend geht hin zu immer leichteren Kleidern

Zusätzlich sei es ihre Liebe für den Beruf, die sie von der Masse abhebe – eine Leidenschaft, die sie bereits mit 19 Jahren gespürt, aber erst wesentlich später umgesetzt habe. „Mein Credo ist, die Braut auf dem Weg zu ihrem schönsten Tag zu begleiten“, sagt Huber. „Mir ist bewusst, wie wichtig das ist und dass ich lebenslang in der Erinnerung verankert bleibe.“

Sie habe Spaß an der Mode, die bei Hochzeitskleidern einen immer größeren Stellenwert einnehme. Auch wenn es das typische Prinzessinnenkleid immer geben werde, gehe der Trend in eine andere Richtung. Die Kleider werden leichter, die Bräute mutiger.

Selbst klassisch Weiß sei nicht mehr notwendig, sagt Vanessa Huber. Dafür müsse das Kleid das besondere Etwas haben. „Mir eilt der Ruf voraus, dafür ein besonderes Näschen zu haben“, so die Expertin. „Bei manchen Kleidern bin ich die einzige Brautmodenausstatterin aus ganz Deutschland, die ein Stück geordert hat.“

Wenn das persönliche Traumkleid gefunden wurde, ist ihr Job beendet. Ihr schönster Lohn sei dann der Dank der Braut, der in Geld nicht aufzuwiegen sei. Für den Wedding King Awards erhält Huber ein gerahmtes Bild – und natürlich viel Ehre und Ruhm.

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