Schlittschuhlaufen

Sonniges Winterwetter lockt viele Stormarner aufs Eis

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Das sonnige Winterwetter hat am Mittwoch zahlreiche Stormarner auf das Eis gelockt, so wie hier auf den Manhagener Teich in Großhansdorf.

Das sonnige Winterwetter hat am Mittwoch zahlreiche Stormarner auf das Eis gelockt, so wie hier auf den Manhagener Teich in Großhansdorf.

Foto: Filip Schwen

Auf dem Manhagener Teich in Großhansdorf herrscht reges Treiben. DLRG warnt: Betreten zugefrorener Flächen ist lebensgefährlich.

Grosshansdorf.  Das sonnige Winterwetter hat am Mittwoch zahlreiche Stormarner aufs Eis gelockt – trotz Warnung von Polizei und Feuerwehr. Auf vielen Gewässern im Kreis herrschte bei Minusgraden und strahlendem Sonnenschein reges Treiben. Ein beliebtes Ziel war der Manhagener Teich in Großhansdorf. Auf der 34.000 Quadratmeter großen Eisfläche tummelten sich am Nachmittag vor allem Jugendliche und Eltern mit Kindern beim Schlittschuhlaufen und Eishockey.

Anfänger Jonathan (9): „Schlittschuhlaufen macht Spaß“

Britta Hörlyk ist mit ihrem Sohn Jonathan auf dem Eis unterwegs. Für den Neunjährigen ist es eine Premiere. „Mein Sohn drängelt schon seit Tagen, dass er unbedingt Schlittschuhlaufen lernen möchte und heute haben wir uns dann mal getraut“, sagt die Großhansdorferin. „Macht Spaß“, lautet Jonathans Urteil, auch wenn der Neunjährige noch nicht ganz standfest auf den Schlittschuhen unterwegs ist. „Das Bremsen ist schwer“, sagt er.

Erwachsene fühlen sich an die Jugendzeit erinnert

Carla und Elena (beide 12) aus Großhansdorf haben schon etwas mehr Erfahrung auf Kufen. Die Freundinnen waren bereits vor drei Jahren auf dem Manhagener Teich unterwegs. „Bei Sonne bringt das Schlittschuhfahren besonders Spaß“, sagt Carla. „Da kommen Erinnerungen aus der Jugend hoch“, sagt Mark Kuntz. Der Ahrensburger ist mit Tochter Bonnie (15) und Lebensgefährtin Dagmar Bily gekommen. „Ich weiß genau, wie ich als Jugendlicher trotz Eiseskälte mit dem Mofa hierher gefahren bin“, sagt er.

„Bin froh, dass man während des Lockdowns mal wieder rauskommt“

Mit einem Schneeschieber haben sie sich eine Laufbahn freigeschoben. „Das hat was Nostalgisches, so oft gibt es ja nicht die Gelegenheit, die Schlittschuh rauszuholen“, ergänzt seine Lebensgefährtin. Tochter Bonnie saust derweil auf Kufen um die beiden herum. „Ich bin froh, dass man während des Lockdowns mal wieder rauskommt und Sport treiben kann“, sagt die 15-Jährige.

Nadja Ripstorff und Nina Goos beobachten das Treiben mit Hündin Frieda und Rüde Bono vom Ufer aus. „Wir würden ja auch laufen, aber unsere Töchter haben die Schlittschuhe“, sagt Ripstorff. Auch die Vierbeiner verfolgen das Geschehen auf dem Teich mit erkennbar großem Interesse. „Vielleicht wagen wir uns später noch auf das Eis, mal schauen“, sagt Goos. Zuerst hätten sie Bedenken gehabt, ob die Eisdecke hält. „Aber wir kennen den Teich und wissen, dass er nicht tief ist“, sagt Ripstorff. „Und wir sind ja nicht die ersten.“

Gefahr: Eisfläche ist nicht überall gleich dick

Auch wenn das Eis auf dem Manhagener Teich bislang hält, warnt die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) weiterhin eindringlich vor dem Betreten zugefrorener Gewässer. „Wir raten dringend davon ab, zugefrorene Teiche und Flüsse zu betreten. Es besteht akute Lebensgefahr“, appelliert Philipp Pijl, stellvertretender Vorsitzender der DLRG Stormarn.

Der Schein einer stabilen Eisdecke trüge oft. „Man kann nie sicher sein, ob das Eis überall gleich dick ist“, warnt er. „Wer einmal eingebrochen ist, kommt meist nicht ohne fremde Hilfe wieder aus dem eiskalten Wasser heraus“, sagt der Lebensretter. „Wir empfehlen dringend, nur behördlich freigegebene Gewässer zu betreten“, so Pijl.

Grundsätzlich gelte eine Eisschicht ab 15 Zentimetern Dicke als tragfähig. Trotz mehreren Tagen Frost seien die Stormarner Gewässer davon noch weit entfernt. Vor wenigen Tagen hatte die DLRG auf dem Großensee eine Schicht von nur vier bis fünf Zentimetern gemessen.

( fsn )

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