Ahrensburg

Schleswig-Holsteins erste Selbsthilfe-App kommt gut an

| Lesedauer: 3 Minuten
Martina Bartels ist die Initiatorin der neuen Selbsthilfe-App, die neben Krisenhilfe mehr als 100 Selbsthilfe-Angebote in Stormarn, Chatmöglichkeiten, Informationen zu rund 40 Gesundheits- und Familienthemen, einen Veranstaltungskalender und vieles mehr bietet.

Martina Bartels ist die Initiatorin der neuen Selbsthilfe-App, die neben Krisenhilfe mehr als 100 Selbsthilfe-Angebote in Stormarn, Chatmöglichkeiten, Informationen zu rund 40 Gesundheits- und Familienthemen, einen Veranstaltungskalender und vieles mehr bietet.

Foto: KIBIS Stormarn / Martina Bartels/KIBIS Stormarn

Stormarns Selbsthilfekontaktstelle KIBIS bietet mit ihrer neuen App leichten Zugang zu Hilfe und Austausch für Ratsuchende.

Ahrensburg.  Mit einer neu entwickelten App bietet die Selbsthilfekontaktstelle KIBIS Stormarn Ratsuchenden erstmals für Nutzer von Smartphone und Tablet Zugang zu akuter Krisenhilfe und mehr als 100 Selbsthilfeangeboten im Kreisgebiet. Die App „KIBIS Stormarn“, die im Google Play Store oder im App Store zum Herunterladen verfügbar ist, sei landesweit bislang einmalig, so Initiatorin Martina Bartels, die die Selbsthilfekontaktstelle mit Sitz in Ahrensburg leitet.

Neben Informationen zu rund 40 Themen aus dem Bereich Gesundheit und Familie, einem Veranstaltungskalender und Fortbildungsangeboten gibt es für Betroffene auch Chatmöglichkeiten. „Alle Selbsthilfeangebote können einen eigenen Chat einrichten, der nur für App-Nutzerinnen und Nutzer mit einem Profil über eine PIN zugänglich ist“, so Bartels. „Die Chats bieten damit für die sensiblen Daten der Selbsthilfe eine datenschutzkonforme Alternative zu öffentlichen Messenger-Diensten.“

Entwicklung der App wurde durch Sponsoring möglich

Die binnen sieben Wochen entwickelte App konnte durch eine IT-Spende der Mannheimer App-Entwickler vmapit realisiert werden, die Bartels über das Internetportal Stifter-helfen kennenlernte. Das Portal vermittelt an Vereine, Stiftungen und andere Non-Profit-Organisationen Produktspenden und Sonderkonditionen rund um Programmierung und Design. Die KIBIS App richtet sich nicht nur an Ratsuchende und Selbsthilfeaktive, sondern auch an Menschen, die im Sozial- und Gesundheitswesen tätig oder schlicht am Angebot interessiert sind. Beim Einrichten der App habe sie die Bedarfe und Wünsche von Aktiven und Ratsuchenden berücksichtigt, sagt Bartels, die sich freut, dass immer wieder neue Ideen zur Weiterentwicklung der App beitragen.

Nach den ersten vier Wochen zieht sie eine positive Bilanz: „Es gibt nur begeisterte Rückmeldungen zur App. Für viele Hilfesuchende und am Austausch Interessierte ist sie ein digitaler Lichtblick.“ Am stärksten nachgefragt sei derzeit der psychische Bereich. Bartels: „Für Menschen, die bereits vor Corona psychische Probleme hatten, ist diese Zeit jetzt besonders belastend.“ Die Selbsthilfe lebe durch vertrauensvolle Kontakte, Gruppenangebote und Beratungen. Wegen der Corona-Pandemiebeschränkungen seien diese als direkte Begegnung kaum möglich gewesen. Mehr als die Hälfte der Aktiven und Ratsuchenden zählten zudem zur Risikogruppe.

Digitale Kompetenzen sind auch in der Selbsthilfe unverzichtbar

„Die Digitalisierung war notwendig“, sagt Bartels, die bereits im April vergangenen Jahres mit dem Konferenztool GoToMeeting erste sichere Videokonferenzen für Gruppen ins Leben rief. „Eine wirklich angenehme Möglichkeit der Begegnung und des Austauschs, damit niemand mit seinen Erkrankungen, Sorgen und Fragen allein bleibt.“ Mehr als 50 Videotreffen organisierte Bartels für KIBIS Stormarn 2020 – bis hin zur virtuellen Weihnachtsfeier. Es sei wichtig, dass Mitglieder von Selbsthilfegruppen ebenso wie professionelle Unterstützer digitale Kompetenzen entwickelten, um das Engagement sichtbar aufrecht zu erhalten. „Wir freuen uns sehr, dass Digitalisierung zunehmend in die wertvolle Arbeit der Selbsthilfeaktiven einfließt und die Nutzung datenschutzkonformer Videotreffen sowie Selbsthilfe-Apps immer selbstverständlicher werden.“

( peso )

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