Naturschutz

Behörde: Baumfällungen in Bad Oldesloe waren rechtens

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In Bad Oldesloe wurden kurz vor dem Jahreswechsel 2020/21 Bäume in einem Wald hinter dem Gewerbegebiet Im Rögen/Grabauer Straße gefällt.

In Bad Oldesloe wurden kurz vor dem Jahreswechsel 2020/21 Bäume in einem Wald hinter dem Gewerbegebiet Im Rögen/Grabauer Straße gefällt.

Foto: Lutz Kastendieck

Auf einer städtischen Fläche sind wegen Sturmschäden und Borkenkäferbefall Dutzende Fichten abgeholzt worden.

Bad Oldesloe.  Nicht nur in Bargteheide und Aumühle haben Baumfällungen zu Kritik und Protesten von Anwohnern, Spaziergängern und Kommunalpolitikern geführt, sondern auch in Bad Oldesloe. Dort sind in einem Wald hinter dem Gewerbegebiet Im Rögen/Grabauer Straße Dutzende Bäume mit einem Harvester abgeholzt worden. „Hierbei handelte es sich aber um eine ordnungsgemäß angezeigte und genehmigte Maßnahme“, teilte der Sprecher der Unteren Forstbehörde (UNB), Martin Schmidt, auf Anfrage dieser Redaktion mit.

Anders als im Fall des Bargteheider Kahlschlags zwischen Bornberg und Südring sei der kalamitätsbedingte Hieb auf einer städtischen Fläche in Bad Oldesloe durch die Kommune rechtzeitig beantragt worden. „Er war erforderlich, weil es in dem abgängigen Fichtenbestand zu erheblichen Sturmschäden und einem Borkenkäferbefall gekommen ist“, erklärte Schmidt.

Neuer Wald soll wieder aufgeforstet werden

Alle durchgeführten Maßnahmen seien sach- und fachkundig durchgeführt und vom zuständigen Bezirksförster begleitet worden. Mittels einer Wiederaufforstung mit angepassten Baumarten soll ein standortangepasster, klimastabiler Laub-/Mischwald etabliert werden.

Unterdessen bekräftigte Schmidt noch einmal die Auffassung der Unteren Naturschutzbehörde, dass es sich bei dem 4000 Quadratmeter großen Areal am Südring in Bargteheide zweifelsfrei um Wald gehandelt habe. Insofern hätten jegliche Fällungen und andere Pflegemaßnahmen zwingend zuvor angezeigt und genehmigt werden müssen.

Fall in Bargteheide lag anders

„Im konkreten Fall ist die betreffende Fläche aber ohne jegliche Vorabinformation nahezu vollständig abgeholzt worden. Deshalb liegt eine Ordnungswidrigkeit vor, die mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet werden kann“, so Martin Schmidt.

Unabhängig vom Ausgang dieses Verfahrens bestehe laut Paragraf 8 des Landeswaldgesetzes eine Wiederaufforstungsverpflichtung. Diese Neupflanzungen werde die Untere Forstbehörde zeitnah anordnen. Zwar sei es in den vergangenen Jahren im Kreis Stormarn immer mal wieder zu unerlaubten Fällungen auf Kleinstflächen und in Randbereichen gekommen. Doch kein bekannter Fall eines Kahlschlags habe jene Dimension gehabt, wie jener in Bargteheide.

( luka )

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