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Stormarns Agenda 2021: Das planen Barsbüttel und Oststeinbek

| Lesedauer: 10 Minuten
René Soukup
Das Gewerbegebiet Barsbüttel wird erweitert.

Das Gewerbegebiet Barsbüttel wird erweitert.

Foto: Frank Hasse / HA Infografik

Was kommt im nächsten Jahr auf Sie zu? Was sind die großen und bedeutenden Projekte vor Ihrer Haustür? Wir geben einen Überblick.

Barsbüttel/Oststeinbek.  Im Fokus der Gemeinden Barsbüttel und Oststeinbek steht in diesem Jahr auch die Zukunft von Feuerwehren. Außerdem wird ein Ortsentwicklungskonzept erarbeitet, es entstehen weitere Wohnungen mit bezahlbaren Mieten. Nicht zu vergessen die Vergrößerung von Gewerbegebieten. Für Kinder wird es mehr Betreuungsplätze geben – und Schulen wachsen ebenfalls oder werden saniert.

Projekte in Barsbüttel

1. Firmen ziehen in das erweiterte Gewerbegebiet
Die Erschließung begann im vergangenen Sommer. Im April werden die ersten Firmen Gebäude im erweiterten Gewerbegebiet an der Rahlstedter Straße hochziehen. Die Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS) investiert rund 16 Millionen Euro und verkauft die Grundstücke. Elf Hektar sind für Barsbütteler Betriebe, die sich vergrößern wollen. Platz ist für rund 15. Auf vier Hektar ergeben sich neue Möglichkeiten für Möbel Höffner. Geplant sind mehr Stellplätze für Lastwagen und der Ausbau des Logistikzentrums. Die Fläche für Unternehmen in Barsbüttel wächst auf 143 Hektar. Bis Dezember 2023 soll das neue Gewerbeareal fertig und damit ausgelastet sein.


2. Baustart für Feuerwache im Ortsteil Stemwarde
Laut Bürgermeister Thomas Schreitmüller soll der Neubau der Feuerwehrwache im Ortsteil Stemwarde im Herbst starten. 2,4 Millionen Euro sind dafür vorgesehen. Das aktuelle Gerätehaus an der Straße Dorfring ist nicht mehr zeitgemäß, weist erhebliche Sicherheitsmängel auf und wird abgerissen. Weil das Areal nur 868 Quadratmeter groß ist, sind die Möglichkeiten begrenzt. Deshalb wird in die Höhe gebaut. Die Wache hat drei Geschosse und einen Keller. Auch gehen die Planungen für die neue Wache der Willinghusener Ortswehr an der Barsbütteler Landstraße voran. Eine Arbeitsgruppe aus Politik und Feuerwehr entwirft mithilfe eines Architekten das Gerätehaus. Es soll rund 2,3 Millionen Euro kosten.


3. Gemeinschaftsschule wird für 1,4 Millionen Euro vergrößert

Die zweigeschossige Erweiterung eines Flügels der Erich-Kästner-Gemeinschaftsschule am Soltausredder ist nötig wegen der steigenden Schülerzahl. An der Bildungseinrichtung mit Oberstufe lernen aktuell mehr als 900 Jungen und Mädchen. Die Gemeinde investiert für zusätzliche Räume 1,4 Millionen Euro. An der nahe liegenden Kirsten-Boie-Grundschule werden für 180.000 Euro die Fenster saniert. Auch die Lehranstalt für Erst- bis Viertklässler muss ausgebaut werden. Dafür stehen 50.000 Euro Planungskosten bereit.


4. Neugestaltung des Platzes am Rathaus
Der Stiefenhoferplatz am Rathaus, früher Zentrum der Gemeinde, soll attraktiver werden. Politiker wünschen sich eine Parkanlage. Das Problem: Der Gemeinde gehört nur ein rund acht Meter breiter Streifen in der Mitte des Areals. Um so ein Vorhaben umzusetzen, müssen andere Grundeigentümer mitspielen und ihre Fläche zur Verfügung stellen. Die Verwaltung steht mit ihnen in Kontakt. „Ziel muss es sein, dass 2021 eine Planung abgeschlossen ist“, sagt Schreitmüller. Auf dem Platz war lange der Wochenmarkt. 2015 rückten die Händler ab und verkaufen ihre Waren seitdem auf dem Parkplatz des Nahversorgungszentrums an der Straße Am Akku.


5. Planung einer Kita im Ortsteil Willinghusen
In unmittelbarer Nähe der neuen Feuerwache in Willinghusen soll eine Kindertagesstätte gebaut werden. Die Politik wird sich 2021 mit der Planung des Gebäudes befassen. Auf dem Areal ist laut Verwaltung auch Platz für zwei bis drei Wohnkomplexe mit jeweils neun Einheiten. Auch das wird die Entscheidungsträger beschäftigen.


6. Umbau der Mehrzweckhalle in Stellau für 940.000 Euro
Die Mehrzweckhalle im Ortsteil Stellau wird barrierefrei gestaltet, mit einer Küche vergrößert und energetisch saniert inklusive neuer Fenster. Barsbüttel erhält einen 720.000-Euro-Zuschuss aus Mitteln der sogenannten Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK). Das Projekt kostet 940.000 Euro. Im Sommer sollen die Arbeiten beendet sein.


7. Neues Vereinsheim für den Willinghusener SC
Einen Kunstrasenplatz hat der Willinghusener SC bereits. Jetzt bekommt er ein neues Vereinsheim für 180.000 Euro. Es handelt sich dabei um eine Container-Variante. Der WSC hat drei Sparten: Fußball, Tischtennis und Badminton.


8. Straßensanierung mit Beteiligung der Anlieger
Die Planung für die Sanierung der Straße Bei den Tannen in Willinghusen beginnt. 100.000 Euro hat die Politik bewilligt. Anlieger werden an der Grunderneuerung beteiligt. Es droht Ärger: Bürger sträuben sie sich gegen den 70-Prozent-Kostenanteil für die Anliegerstraße. Sie stufen die Strecke als Haupterschließungsstraße ein und müssten so nur 35 Prozent tragen.

Projekte in Oststeinbek

9. Bebauungsplan für die neue Grundschule wird beschlossen
Der Neubau der Grundschule kostet nach derzeitigem Stand 23 Millionen Euro. Das Gebäude wurde bereits 2018 ausgewählt im Zuge eines Architektenwettbewerbs. Die Fläche liegt zwischen der bestehenden Schule, Sportplatz, Tennisclub sowie Walter-Ruckert-Halle und ist 11.000 Quadratmeter groß. Mitte des Jahres soll der Bebauungsplan abgesegnet werden. Die Arbeiten beginnen frühestens Ende 2021. Ab Sommer 2024 sollen Kinder dort unterrichtet werden.


10. Ortsentwicklungskonzept für Havighorst
Mithilfe von Bürgerbeteiligung kreiert die Gemeinde bis April ein Ortsentwicklungskonzept für Havighorst. Danach entscheidet die Politik, wo die neue Feuerwehrwache gebaut wird und an welche Stelle der Bauhof zieht. Zur Diskussion steht auch, in der ehemaligen Gaststätte beim Tennisclub einen Dorfgemeinschaftstreff zu installieren. Zudem soll ein Regenrückhaltebecken gebaut werden. Ein weiteres Thema sind neue Wohnungen. Zwei Grundeigner haben sich im Rathaus gemeldet, wollen jeweils bis zu 20 Einheiten schaffen.


11. Seniorenwohnungen nahe der Feuerwache an der Brückenstraße
An der Brückenstraße nahe der Feuerwache baut die Firma Semmelhaack 80 Seniorenwohnungen in fünf Gebäuden, 30 Prozent davon sind öffentlich gefördert. Bei der Belegung der Mietwohnungen werden Oststeinbeker bevorzugt. Fertigstellung ist 2022.


12. Planung für neues Quartier hinter dem Breedenweg
Die Firma Bauland hat der Politik ein Konzept mit 250 Wohnungen und Häusern auf einem Acker hinter dem Breedenweg im Norden der Gemeinde präsentiert. Der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan wurde abgesegnet. Allerdings ist das Volumen vielen Entscheidern zu groß. Die Parteien legen nun fest, wie das Areal gestaltet werden soll und forcieren die Planung.


13. Erste Grunderneuerung einer Straße ohne Anliegerbeiträge
Die Gemeinde erbebt inzwischen keine Gebühren mehr für Anlieger bei Grunderneuerungen von Straßen. Jetzt wird das erste Projekt ohne Kostenbeteiligung von Bürgern umgesetzt. Es handelt sich um die Ziegeleistraße in Havighorst.


14. Waldkindergarten soll im August eröffnen
Hinter der Straße Birkenhain in Richtung Feldmark soll ein Waldkindergarten für eine Elementargruppe mit 16 Plätzen entstehen. Die Jungen und Mädchen sind in zwei Zirkuswagen untergebracht, werden sich viel in der Natur aufhalten. Die Eröffnung der Einrichtung ist am 1. August vorgesehen.


15. Mehr Sicherheit auf Radwegen durch rote Farbe
Die mit roter Farbe markierten Fahrradstreifen an Straßeneinmündungen kommen bei den Bürgern gut an. Deshalb werden 2021 zusätzliche Stellen mit dem Anstrich versehen, um die Sicherheit für Radfahrer zu erhöhen. Besser sichtbar gemacht werden folgende Punkte: die Parkplatzzufahrt an der Möllner Landstraße zwischen den Hausnummern 97 a und 99 b, Nordoel-Tankstelle, Musisches Forum, Ein- und Ausfahrt zum Parkplatz nahe dem Gebäude, wo ein China-Restaurant und ein griechischer Imbiss beheimatet sind, sowie auf einem Abschnitt von der Tagespflegeeinrichtung entlang der Bäckerei bis zur Sparkasse.


16. Wohnungen und Gewerbe im Norden der Gemeinde
Die Mehrheit der Politiker will einen Bebauungsplan absegnen, in dem zwei Vorhaben zusammengefasst sind: die Vergrößerung des Gewerbegebietes im Norden der Gemeinde in Sportplatznähe sowie 90 Seniorenwohnungen zwischen Hamburger Kamp, Querweg und Willinghusener Weg samt kleinem Technologie-Park. Eine Bürgerinitiative will keine Flächen für Firmen gegenüber dem OSV-Sportlerheim und hat eine Klage für den Fall des Satzungsbeschlusses angekündigt.

+++ Das wurde aus den Projekten der Agenda 202 +++

In Barsbüttel ist die Sanierung des Rathauses samt Erweiterung abgeschlossen worden. Das Projekt hat rund zehn Millionen Euro gekostet. Der Komplex hat jetzt 2920 Quadratmeter Fläche und ist damit rund 30 Prozent größer als zuvor. Der zusätzliche Platz verteilt sich auf einen Anbau im Erdgeschoss, eine Aufstockung sowie einen Anbau über vier Etagen und ein zweites Treppenhaus, das im Fall eines Brandes ein zusätzlicher Fluchtweg ist.

Der Tennisclub hat eine Solaranlage auf dem Hallendach installiert und ist somit Ökostromanbieter. Der Verein erhält von einem Unternehmen Geld für die Dachverpachtung. Die Firma hat die 1500 Quadratmeter große Anlage gebaut, in Parzellen aufgeteilt und diese an Investoren verkauft.

Der 20 Jahre alte Kunstrasenplatz des Barsbütteler SV am Soltausredder ist in den Sommerferien mit einem neuen Belag ausgestattet worden. Kosten: rund 400.000 Euro. An der Stemwarder Landstraße im Ortsteil Willinghusen war im Frühjahr Baubeginn für ein Mehrfamilienhaus mit 20 öffentlich geförderten Wohnungen. Das Projekt setzt die Baugenossenschaft Sachsenwald mit Sitz in Reinbek um.

In Oststeinbek wurde mit Bürgerbeteiligung ein integriertes Klimaschutzkonzept erarbeitet. Die Politik beschloss zudem, dass die Gemeinde einen Klimaschutzmanager einstellt. Im Gewerbegebiet hat das Unternehmen Media Sachsenwald den Glasfaserausbau gestartet. Nach und nach soll die Kommune flächendeckend schnelles Internet bekommen. Im November wurden zehn Mitfahrbänke in beiden Ortsteilen installiert für 11.000 Euro, 80 Prozent davon hat die Aktivregion Sieker Land Sachsenwald beigesteuert.

Die Gaststätte am OSV-Sportplatz wurde nicht saniert. Trotz mehrmaliger Ausschreibung hat sich kein Pächter gefunden. Die Politik erwägt, das gemeindeeigene Gebäude abzureißen. Sie hat die Verwaltung aber erst mit einer Kostenschätzung beauftragt, um die Immobilie mit zwei Wohnungen auf Vordermann zu bringen.

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