Bargteheide

Forstbehörde verlangt Wiederaufforstung am Südring

Lutz Kastendieck
Karl Dziomba (l.) vom BUND und Carsten Schröder von der Bürgerinitiative Basta zeigten sich nach der Fällaktion fassungslos.

Karl Dziomba (l.) vom BUND und Carsten Schröder von der Bürgerinitiative Basta zeigten sich nach der Fällaktion fassungslos.

Foto: Lutz Kastendieck

Die Fällaktion im November 2020 war ein unerlaubter Kahlschlag. Mehr als 100 Bäume waren bei "Pflegemaßnahme" gefällt worden.

Bargteheide. Untere Forstbehörde und Untere Naturschutzbehörde sehen sich in ihrer Auffassung bestätigt, dass es im November 2020 auf einer Fläche am Südring in Bargteheide zu einem "unerlaubten Kahlschlag" gekommen ist. Das haben die beiden Behörden im Nachgang eines Ortstermins mit Vertretern der Stadtverwaltung sowie einer artenschutzrechtlichen Überprüfung der Fläche durch ein Fachbüro mitgeteilt. Neben einer vollständigen Wiederaufforstung seien zusätzliche Ausgleichsmaßnahmen vorzunehmen. Zudem werde ein Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen Verstoßes gegen das Landeswaldgesetz eingeleitet.

Wie mehrfach berichtet, sind auf dem Areal zwischen Südring und der Straße am Bornberg mehr als 100 Bäume, darunter viele Rotbuchen, Eschen und Lärchen, gefällt worden. Begründet wurde das Vorgehen mit „zwingend erforderlichen Pflegemaßnahmen“, einer „Bestandssicherung und Läuterung der Fläche“ sowie der „Pflicht zur Verkehrssicherung“.

Die artenschutzrechtliche Überprüfung hat zwar ergeben, dass zum Zeitpunkt der Fällarbeiten keine geschützten Arten getötet, gestört oder vertrieben worden sind. Es konnte ab ein temporärer Verlust von Lebensstätten für Gehölzfreibrüter festgestellt werden.

Bürgermeisterin spricht von "ungünstigen Umständen"

Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht sprach in einer ersten Stellungnahme zum Zwischenstand der Ermittlungen von einem "Zusammentreffen ungünstiger Umstände", weshalb das Ausmaß der Maßnahme falsch eingeschätzt worden sei. Zudem habe die Ausführung der Maßnahme durch das beauftragte Unternehmen aus personellen Gründen nicht durch fachkundige Mitarbeiter des städtischen Bauhofes begleitet werden können.

„Ich möchte betonen, dass zu keinem Zeitpunkt ein Kahlschlag vorgesehen oder beabsichtigt war", sagte Kruse-Gobrecht. Natur- und Umwelt hätten für sie nach wie vor einen hohen Stellenwert, getragen von den Grundsatzbeschlüssen der Kommunalpolitik. Deshalb werde sie sich persönlich für eine vollwertige Aufforstung einsetzen. Überdies nehme sie den Vorfall zum Anlass, um interne Prozesse auf den Prüfstand zu stellen.

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