Fachkrankenhaus

LungenClinic Großhansdorf startet Neubau für 81 Millionen

| Lesedauer: 5 Minuten
Harald Klix
Bereit für den Neubau (v. l.): Christoph Bibau (Projektmanager Bau der LungenClinic), der Ärztliche Direktor Prof. Klaus F. Rabe, die Kaufmännische Geschäftsführerin Susanne Quante mit dem Staffelstab für Markus Kasper (Projektleiter Planung beim Architekturbüro Henke + Partner) und Eike Deuter (Bauprojektkoordinator von RostSehleDeuter Projektsteuerung).

Bereit für den Neubau (v. l.): Christoph Bibau (Projektmanager Bau der LungenClinic), der Ärztliche Direktor Prof. Klaus F. Rabe, die Kaufmännische Geschäftsführerin Susanne Quante mit dem Staffelstab für Markus Kasper (Projektleiter Planung beim Architekturbüro Henke + Partner) und Eike Deuter (Bauprojektkoordinator von RostSehleDeuter Projektsteuerung).

Foto: LungenClinic Großhansdorf

Fachkrankenhaus in der Waldgemeinde schließt Vertrag mit Generalplaner – Hamburger Architekturbüro gewinnt europaweite Ausschreibung.

Grosshansdorf.  Die LungenClinic Großhansdorf gibt pünktlich zu ihrem 120. Geburtstag den Startschuss für ein 81-Millionen-Euro-Projekt. Das international renommierte Fachkrankenhaus – am 11. Dezember 1900 als Tuberkulose-Genesungsheim eröffnet – hat das Hamburger Architekturbüro Henke + Partner zum Generalplaner für den Neubau bestellt. Bis zum 125-jährigen Bestehen im Jahr 2025 sollen auf dem Waldgrundstück am Wöhrendamm ein siebengeschossiges Bettenhaus, ein Versorgungs- und ein Verbindungstrakt stehen.

„Wir freuen uns sehr, dass wir quasi als Geschenk zu unserem Geburtstag diesen Meilenstein verkünden können“, sagt Susanne Quante, Kaufmännische Geschäftsführerin der LungenClinic. Grosshansdorf. Henke + Partner konnten sich bei einer europaweiten Ausschreibung durchsetzen. Von zehn Bewerbern lud das Klinikteam um Susanne Quante und den Ärztlichen Direktor Prof. Klaus F. Rabe ein Trio zu detaillierteren Gesprächen ein.

Erfahrung beim Bau anderer Kliniken wichtiges Argument

„Alle drei waren sehr gut, sodass uns die Entscheidung nicht leicht gemacht wurde“, sagt Quante. Das Büro aus der großen Nachbarstadt habe mit einer hochmotivierten Präsentation überzeugt, die die Expertise im Bau von Projekten im Gesundheitsbereich unterstrich. „Uns hat besonders auch die nachhaltige, funktionale Planung, die Henke + Partner bereits bei anderen Krankenhausprojekten umgesetzt hat, sehr angesprochen“, so Susanne Quante. Die Architekten zeichnen unter anderem für die Erweiterung des Amalie-Sieveking-Krankenhauses in Hamburg-Volksdorf, die Kinderklinik am UKE der Hansestadt und mehrere Gebäude des Marienkrankenhauses verantwortlich.

„Wir wünschen uns ein Gebäude, das sich in die Umgebung unserer schönen Waldgemeinde einpasst und das gleichzeitig die Anforderungen für einen modernen Krankenhausbetrieb erfüllt“, sagt Quante. Dafür habe man den idealen Partner gefunden. Prof. Rabe ergänzt: „Ich freue mich auf ein Haus, das die Zukunft mitgestaltet durch moderne Strukturen sowohl der stationären und ambulanten Versorgung als auch der translationalen, klinischen Forschung.“

Für Markus Kasper, Projektleiter Planung bei Henke + Partner, und das Team von sieben Fachplanerdisziplinen, ist der Auftrag auch wegen der einzigartigen Lage eine „tolle Herausforderung“. Er sagt: „Die Behandlungsschwerpunkte der Pneumologie und Thoraxchirurgie in Verbindung mit dem Thema Natur und Umwelt sind für die architektonische Konzeption eine besondere Aufgabenstellung.“ Die sei auch für erfahrene Krankenhausplaner einzigartig.

Land trägt mit 69 Millionen Euro das Gros der Kosten

Mit im Boot sind noch weitere Experten. Potthoff, ein Ingenieurbüro für Krankenhaustechnik, ist für Bereiche wie Heizung, Lüftung, Sanitär und nachhaltiges Energiemanagement zuständig. Das Hamburger Unternehmen Mediplan, bekannt für Planung von Medizintechnik, berät die LungenClinic in dem Bereich.

Zur feierlichen Vertragsunterzeichnung kamen auch Vertreter der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Nord, die Träger der LungenClinic ist, nach Großhansdorf. DRV-Geschäftsführer Volker Reitstätter gratulierte: „Vor 120 Jahren entstand vor den Toren Hamburgs eine Heilstätte zur Bekämpfung der damaligen Volkskrankheit Tuberkulose. Daraus hat sich im Laufe der Jahrzehnte eine moderne und international anerkannte Lungenfachklinik entwickelt.“ Als Gründungsgesellschafterin begleite die Rentenversicherung mit Stolz diesen Weg. Sein Dank gebühre insbesondere allen Mitarbeitern für ihre engagierte und wichtige Arbeit.

Neubau steht schon seit 2018 im Investitionsplan

Mit 420 Beschäftigten ist die 179-Betten-Klinik der größte Arbeitgeber im Ort. „Es macht uns als Gemeinde stolz, ein solches Haus in unserer Mitte zu haben, dessen hohe medizinische Expertise weit über die Landesgrenze hinweg bekannt ist“, sagt Bürgermeister Janhinnerk Voß. „Es herrscht zwischen Gemeinde und Klinik seit jeher eine große Verbundenheit, arbeiten doch nicht zuletzt auch viele Großhansdorfer dort.“

Der Ahrensburger Tobias Koch, CDU-Fraktionsvorsitzender im Kieler Landtag, gratulierte ebenfalls. Ihm dankte die Klinikleitung für die maßgebliche Unterstützung bei der Bewerbung um Fördermittel: 69 Millionen Euro der Gesamtkosten trägt das Land. Der Neubau steht schon seit Anfang 2018 im Investitionsplan des Gesundheitsministeriums, doch danach tat sich rund zweieinhalb Jahre nichts. Mit ihrer herausragenden Arbeit habe sich die LungenClinic den Ausbau mehr als verdient, so Koch: „Auch zukünftig sind damit erstklassige medizinische Versorgung und Spitzenforschung in Stormarn gewährleistet.“

Die LungenClinic behandelt jährlich 8000 Patienten

Im Frühjahr wollen die Beteiligten konkrete Entwürfe vorlegen. Danach werden Anschlüsse und Leitungen in den alten Gebäuden neu verlegt. Wenn nichts dazwischenkommt, kann im Frühjahr 2022 Baubeginn sein. In dem siebenstöckigen Bettenhaus kommen auch die Intensivstation, die pneumologische Frühreha sowie die Palliativstation unter. Der jetzige „Turm“ mit seinen elf Stockwerken wird später abgerissen.

Die LungenClinic behandelt jährlich 8000 Patienten stationär und weitere 4000 ambulant. Die Ärzte erledigen mehr als 1000 Operationen an der Lunge und im Thorax. Es gibt Spezialisten für die Behandlung von Lungenkarzinomen bis hin zu weniger häufigen Erkrankungen wie Lungenfibrose oder Sarkoidose. Das Haus ist ans Deutsche Zentrum für Lungenforschung (DZL) angebunden. Jährlich entstehen rund 15 Forschungsprojekte und etwa 50 klinische Studien.

„Einer unser größten Vorteile besteht in der Tatsache, dass hier Forschung und Behandlung Hand in Hand gehen, sodass unsere Patienten von den neuesten Erkenntnissen der zahlreichen Studien unmittelbar profitieren“, sagt Prof. Rabe. Er selbst zählt zum Expertengremium, das die Landesregierung zur Corona-Pandemie berät.

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