Stormarn

An diesen Orten könnten neue Gewerbegebiete entstehen

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Janina Dietrich
Die Grafik gibt eine Übersicht über die Gebiete rund ums Bargteheider Autobahnkreuz, die für die Ansiedlung von Gewerbe infrage kommen.

Die Grafik gibt eine Übersicht über die Gebiete rund ums Bargteheider Autobahnkreuz, die für die Ansiedlung von Gewerbe infrage kommen.

Foto: Grafik Frank Hasse / Kreis Stormarn

Die Stadt Bargteheide und die umliegenden Gemeinden haben ein gemeinsames Konzept entwickelt und vier mögliche Standorte ausgewählt.

Bargteheide/Hammoor.  Die Planungen für interkommunale Gewerbegebiete rund um das Autobahnkreuz Bargteheide werden konkreter. Die Stadt und die umliegenden Gemeinden Hammoor, Todendorf, Tremsbüttel, Lasbek und Steinburg haben mit dem Kreis und der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS) vier Gebiete ausgewählt, die aus ihrer Sicht für die Ansiedlung von Firmen infrage kommen.

Größtes Gebiet hat überregionale Bedeutung

Zwischen Todendorf und dem Steinburger Ortsteil Mollhagen könnte demnach ein „überörtlich bedeutsames Gewerbegebiet“ entstehen. Die 7,5 Hektar große Fläche liegt an der Anschlussstelle Todendorf/Mollhagen der Bundesstraße 404, nördlich der Altenfelder Straße. Rund um den geplanten Autohof zwischen Autobahn 1 und Landesstraße 90 sehen die Beteiligten Potenzial für ein „überregional bedeutsames Gewerbegebiet“ für Firmen, die eine Nähe zur Autobahn benötigen. Dort könnten den Plänen zufolge insgesamt 32 Hektar für Gewerbe entstehen – 20 Hektar auf Hammoorer und zwölf Hektar auf Lasbeker Gebiet. Das Areal könnte langfristig auch noch ausgeweitet werden.

Ein weiteres interkommunales Gewerbegebiet mit „überörtlicher Bedeutung“ ist zwischen Bargteheide und Hammoor denkbar. An der L 89 ist dafür eine 18,5 Hektar große Fläche vorgesehen. Die Gemeinde Tremsbüttel könnte langfristig allein ein vier Hektar großes „ortsangemessenes Gewerbegebiet“ für kleinere Betriebe entwickeln.

Politiker entscheiden noch im Dezember über das Konzept

In Vorgesprächen hätten alle beteiligten Orte Interesse an Gewerbegebieten signalisiert, sagt Bernd Gundlach, Leiter des Amtes Bargteheide-Land. „Daraus ist die Idee entstanden, uns zusammenzusetzen, um gemeinsam etwas Gutes für die Region zu entwickeln.“

Die Flächen seien im Dialog mit Politik und Verwaltung sowie mit Unterstützung von Experten entwickelt worden, sagt WAS-Geschäftsführer Detlev Hinselmann. Im Juni und September gab es zu dem Thema zwei Workshops, zu denen jede Gemeinde coronabedingt maximal zwei Vertreter schicken durfte. Dabei mussten die unterschiedlichen Interessen, zum Beispiel hinsichtlich Verkehrsbelastung, Flächenauswahl und Gewerbesteuereinnahmen, ausgelotet sowie Chancen und Risiken angemessen verteilt werden. Über die Ergebnisse sollen die Gemeinde- und Stadtvertreter in den beteiligten Kommunen noch im Dezember beraten und beschließen. Stimmen sie dem Konzept zu, wird dieses voraussichtlich Anfang 2021 zur Landesplanungsbehörde nach Kiel geschickt.

Anfrage nach freien Flächen in Stormarn ist groß

Dort wird entschieden, ob die ausgewählten Flächen in den neuen Regionalplan aufgenommen werden. „Wir hoffen, dass unsere Ideen Gehör finden“, sagt Gundlach. Durch die bereits erfolgte Abstimmung zwischen den Orten rechnen sich die Beteiligten bessere Chancen als bei einem Alleingang aus. Das Projekt wird mit 10.000 Euro vom Land gefördert, die restlichen Kosten in Höhe von rund 11.500 Euro teilen sich die Kommunen und die WAS.

Die Nachfrage nach freien Flächen ist in Stormarn weiterhin groß. Bei der WAS gehen jedes Jahr rund 200 Anfragen von Unternehmen ein. In einigen Orten ist bereits nichts mehr zu bekommen – und auch im Bereich Bargteheide gibt es laut Hinselmann kaum noch freie Plätze. Zur Standortsicherung sei es aber wichtig, Firmen etwas anbieten zu können. „Häufig handelt es sich um Unternehmen, die erweitern wollen“, sagt der WAS-Chef. Ohne entsprechende Möglichkeiten wanderten die Betriebe ab. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Gewerbesteuereinnahmen, sondern auch auf die Arbeitsplätze in der Region.

Die Flächen befinden sich überwiegend in Privatbesitz

„Die ausgewählten Flächen halte ich für geeignet“, sagt Detlev Hinselmann. Generell sei es wichtig, bei der Entwicklung von Gewerbegebieten über Gemeindegrenzen hinweg zu schauen. „Die meisten Menschen wissen überhaupt nicht, wo die Grenzen verlaufen und es interessiert sie – zum Beispiel beim Einkaufen – auch nicht“, sagt Hinselmann.

Er rechnet damit, dass der erste Entwurf für den Regionalplan im kommenden Jahr öffentlich ausgelegt wird. Bis der Plan beschlossen wird und das Konzept für Gewerbegebiete am Autobahnkreuz Bargteheide möglicherweise umgesetzt werden kann, wird es noch dauern. Der Planungszeitraum ist laut Hinselmann bis 2030/35 ausgelegt. Hinzu kommt, dass sich die ausgewählten Flächen laut WAS derzeit überwiegend in Privatbesitz befinden.

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