Erstattung

Stormarner Kunden erhalten Müllentgelte zurück

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Ein Müllwerker zieht eine Tonne hinter sich her.

Ein Müllwerker zieht eine Tonne hinter sich her.

Foto: Marcelo Hernandez

Rund 67.000 Menschen können für einmaligen Ausfall im Frühjahr mit einer Erstattung von ein bis zwölf Euro rechnen. Tarif steigt.

Ahrensburg.  Wenn die Stormarner im Februar ihre Jahresrechnung 2021 von der Abfallwirtschaft Südholstein (AWSH) bekommen, findet sich dort auch eine Gutschrift wieder. Die rund 67.000 Kunden bekommen eine Erstattung, weil sowohl die Rest- als auch die Biomülltonne im Frühjahr einmal nicht geleert worden waren. Die Höhe richtet sich nach der Behältergröße und dem Abfuhrrhythmus.

Problem trat von den Osterfeiertagen auf

Beim Bioabfall liegt der Betrag zwischen 19 und 63 Cent. Beim Restabfall sind es zwischen 48 Cent (40-Liter-Tonne bei achtwöchentlicher Leerung) und 11,42 Euro (240-Liter-Tonne bei zweiwöchentlicher Leerung). Großbehälter ab 770 Liter sind ausgenommen, weil sie kontinuierlich abgefahren wurden. Im Einzelfall ist demnach mit einer Erstattung von knapp einem bis zu gut zwölf Euro zu rechnen.

Die Probleme bei der Abholung hatte es Ende März/Anfang April vor den Osterfeiertagen gegeben. Das von der AWSH beauftrage Logistikunternehmen meldete wegen der gerade aufkeimenden Corona-Pandemie starke Personalausfälle: Etliche Mitarbeiter mussten in Quarantäne zu Hause bleiben, andere ihre Kinder betreuen, weil Schulen und Kindergärten geschlossen waren. Hinzu kamen längere Fahrzeugausfälle, weil Ersatzteile aus dem Ausland nicht schnell genug geliefert werden konnten.

Tarif steigt für Musterfamilie um rund 20 Prozent

Im Januar 2021 übernimmt mit der Firma Willi Damm aus Grambek ein anderes Entsorgungsunternehmen die Müllabfuhr. Das Unternehmen, das zur Buhck-Gruppe gehört, hatte bei einer europaweiten Ausschreibung den Zuschlag bekommen. Es hat angekündigt, 34 neue Sammelfahrzeuge und rund 100 Mitarbeiter für die Leerung der grauen und braunen Tonnen einzusetzen.

Unter dem Strich müssen die Stormarner nächstes Jahr um die 20 Prozent mehr für ihre Müllabfuhr bezahlen. Die ersten politischen Gremien im Kreis haben einer entsprechenden Kalkulation der AWSH bereits zugestimmt. Als Grund wurden steigende Entsorgungs- und Logistikkosten auf der einen Seite sowie sinkende Wertstofferlöse auf der anderen Seite genannt.

Eine dreiköpfige Musterfamilie zahlt künftig rund 118 statt gut 97 Euro jährlich. Im Jahr 2002 lag die Summe noch bei fast 170 Euro. Die Nachbarkreise und auch die Stadtreinigung Hamburg verlangen für vergleichbare Leistungen größtenteils deutlich mehr.

( kx )

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