Kriminalität

Mord in Grönwohld: Taucher suchen nach Tatwaffe

Auf dem Spielplatz in Grönwohld wurde die Leiche eines 22-Jährigen aufgefunden. Freunde haben dort Kerzen aufgestellt.

Auf dem Spielplatz in Grönwohld wurde die Leiche eines 22-Jährigen aufgefunden. Freunde haben dort Kerzen aufgestellt.

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Nach dem Tod eines 22-Jährigen auf einem Spielplatz laufen die Ermittlungen. Freunde rufen zu Spenden für die Beerdigung auf.

Grönwohld.  Neun Tage nach dem Mord an einem 22-Jährigen in Grönwohld ist die Polizei weiter auf der Suche nach der Tatwaffe. Rund 30 Beamte waren am Donnerstag im Einsatz und durchsuchten die 1510-Einwohner-Gemeinde erneut. Ersten Ermittlungserkenntnissen zufolge war Mohamed C. gegen 22 Uhr am Abend des 21. Oktober hinterrücks mit einem Messer attackiert und „durch eine Vielzahl von Stichen tödlich verletzt“ worden.

„Durchsucht wurden Bushaltestellen, öffentliche Abfallbehälter, Gullyeinlässe, Vorgärten, Garagen- und Carportdächer“, so Oberstaatsanwältin Ulla Hingst. Dabei seien auch Metalldetektoren zum Einsatz gekommen. Zudem hätten mehrere Taucher Teiche und einen Bach kontrolliert. Rund sechs Stunden waren die Polizeibeamten seit dem Morgen im Einsatz, letztlich wurde die Suche am Nachmittag erfolglos beendet. „Eine mutmaßliche Tatwaffe konnte nicht sichergestellt werden“, so Hingst.

Tatverdächtiger hat sich bisher nicht geäußert

Der 21 Jahre alte Tatverdächtige macht derweil weiter von seinem Schweigerecht gebrauch. „Bislang hat er sich nicht zu den Vorwürfen geäußert“, so die Oberstaatsanwältin. Der Mann war am vergangenen Sonntag wegen „dringenden Tatverdachtes“ festgenommen. Bei ihm handelt es sich laut Staatsanwaltschaft um einen ebenfalls aus Grönwohld stammenden Bekannten des Opfers. Beide sollen in einer „geschäftlichen Beziehung“ zueinander gestanden haben und am Abend der Tat auf dem Spielplatz verabredet gewesen sein.

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„Zunächst ist der Angeschuldigte als Zeuge befragt worden“, so Ulla Hingst. „Parallel zu dieser Vernehmung ergab sich allerdings ein Verdacht gegen den Mann.“ Am 25. Oktober erließ das Amtsgericht Lübeck Untersuchungshaftbefehl gegen den 21-Jährigen. Er wurde in die Justizvollzugsanstalt Lübeck gebracht.

Mögliche Verbindung in die Drogen-Szene wird geprüft

Nach Abendblatt-Informationen ist es ein „offenes Geheimnis“, insbesondere unter den Jugendlichen des Ortes, dass auf dem Spielplatz immer wieder mit allen möglichen Arten von Drogen gehandelt worden sei. Ob auch Opfer und Tatverdächtiger dieser Szene zuzurechnen sind, wollte die Staatsanwaltschaft auf Anfrage bislang nicht bestätigen, da es noch „weiterer Ermittlung“ bedürfe.

Bereits am Morgen nach dem Fund des toten 22-Jährigen hatten Polizeibeamte mit Metalldetektoren auf dem Spielplatz nach der Tatwaffe gesucht. Bei der Durchsuchung der Wohnung des Beschuldigten waren später verschiedene Messer sichergestellt worden. Die Tatwaffe war laut Hingst nicht darunter.

Fußball-Kameraden werben um Spenden für Beerdigung

Der TSV Trittau, bei dem Mohamed C. in der zweiten Herren-Mannschaft Fußball gespielt hat, wirbt unterdessen um Spenden für die Familie des Getöteten. In einem Facebook-Post verweist der Sportverein auf ein Spendenkonto (Volksbank Stormarn, IBAN DE98201901090004069370, Kontoinhaber Enis Cosar), das Angehörige des Opfers eingerichtet haben: „Wie viele von euch mitbekommen haben, ist völlig unerwartet und viel zu früh unser Freund, Sohn und Bruder auf tragische Weise verstorben.“ Von dem Erlös solle die Beerdigung des 22-Jährigen bezahlt werden, der Rest an einem guten Zweck gehen.