Inklusion

Neuer Name für Stormarner Werkstätten in Ahrensburg

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Harald Klix
Produktionsleiter Torsten Bierbach (v. r.) enthüllt das Logo mit Mitarbeitern, Bürgervorsteher Roland Wilde und Bürgermeister Michael Sarach gratulieren.

Produktionsleiter Torsten Bierbach (v. r.) enthüllt das Logo mit Mitarbeitern, Bürgervorsteher Roland Wilde und Bürgermeister Michael Sarach gratulieren.

Foto: Harald Klix

Einrichtung an der Kurt-Fischer-Straße heißt nun „Die Ahrensburger“. Mehr als 300 Menschen arbeiten dort in verschiedenen Bereichen.

Ahrensburg. Die Stormarner Werkstätten in Ahrensburg sind Geschichte. Die Einrichtung an der Kurt-Fischer-Straße im Gewerbegebiet Nord, die mehr als 300 Menschen mit unterschiedlichsten körperlichen und geistigen Behinderungen beschäftigt, heißt nun „Die Ahrensburger“. Das neue Logo am Haupteingang ist am Donnerstag von Mitarbeitern im Beisein von Bürgervorsteher Roland Wilde (CDU) und Bürgermeister Michael Sarach enthüllt worden.

Menschen mit und ohne Handicap seien zusammengewachsen

„Der neue Name spiegelt unser Selbstbewusstsein als Teil der Stadt wider“, sagt Produktionsleiter Torsten Bierbach, „die alte Bezeichnung war einfach nicht mehr zeitgemäß.“ Die Einrichtung sei ein Dienstleister in vielen Bereichen, von der Aktenvernichtung bis zur Fahrzeugpflege.

Standortleiter Frank Michelsen erinnerte zu Beginn der „Namensveränderungsfeier“ an den Auftrag der UN-Behindertenrechtskonvention, Inklusion zu ermöglichen. Menschen mit und ohne Handicap seien zusammengewachsen. „Wir erfahren in der Stadt sehr viel Wertschätzung“, sagte er. Beispielsweise sei die Meinung der „Experten für Barrierefreiheit“ von Politik und Verwaltung stets gefragt.

Garten- und Landschaftsbauer gaben die erste Anregung

Die erste Anregung für den Namenswechsel sei vom Team der Garten- und Landschaftsbauer gekommen. Als die Beschäftigten neue Einsatzfahrzeuge bekamen, regten sie an, den Schriftzug „Werkstatt für Menschen mit Behinderung“ kritisch zu überarbeiten. Das geschah, und am Ende der Diskussion standen ein neuer Name und ein neues Logo. Es zeigt fünf bunte Figuren (eine davon im Rollstuhl) vor der weißen Silhouette des Ahrensburger Schlosses.

Für die Verwendung des Wahrzeichens musste zunächst die Erlaubnis aus dem Rathaus und von der Stiftung Schloss Ahrensburg eingeholt werden. „In unserer Stadt haben wir kurze Wege, deshalb konnten wir die Dinge sehr unkompliziert regeln“, sagte Bürgermeister Michael Sarach. Einige Produkte aus der Einrichtung werden mittlerweile sogar im Schlossmuseum verkauft.

Angebot wurde seit Gründung 1974 ständig erweitert

Der Verwaltungschef lobte ebenso wie Bürgervorsteher Roland Wilde (CDU) die vielen guten Ideen, die aus den Werkstätten für mehr Inklusion im gesamten Stadtgebiet kämen. Sarach selbst wartete mit einem Vorschlag für den häufig defekten Fahrstuhl am Fußgängertunnel Manhagener Allee auf. „Dort stehen immer wieder Menschen und kommen nicht weiter“, sagte er, „vielleicht könnten Rollbänder wie in Flughäfen das Problem lösen.“

Die Ahrensburger Werkstätten waren bereits 1974 auf Initiative des Vereins Lebenshilfe ins Leben gerufen worden. Seitdem haben sie ihr Angebot ständig ausgeweitet. 1989 kam der Standort in Bad Oldesloe hinzu, der von der Namensänderung nicht betroffen ist.

„Die Ahrensburger“ ist eine Einrichtung der Gruppe Norddeutsche Gesellschaft für Diakonie (NGD). Unter Anleitung von 95 Fachkräften haben Menschen, die aufgrund der Art und Schwere ihrer Behinderung nicht, noch nicht oder noch nicht wieder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sein können, die Möglichkeit, einen ihren Fähigkeiten entsprechenden Arbeitsplatz zu bekommen.

In Reinbek befindet sich eine Außenstelle

Dabei ist die Bandbreite groß. In der Werkstatt Ahrensburg gibt es 26 Gruppen wie Metall, Tischlerei, Elektromontage, EDV, Aktenvernichtung, Verpackung, Montage, Küche, Hauswirtschaft, Fahrzeugpflege oder Garten- und Landschaftsbau. Die jüngsten Mitarbeiter sind Schulabgänger, die ältesten stehen vor dem Renteneintritt.

„Das Betreuungsangebot wird ergänzt durch eine Tagesförderstätte“, sagt Produktionsleiter Torsten Bierbach. Dort bekommen Menschen mit Schwerst- und Mehrfachbehinderungen die nötige pflegerische Unterstützung und eine sinnvolle Beschäftigung. In einer Außenstelle in Reinbek befindet sich zudem das Tatwerk, eine Werkstatt für psychisch kranke Menschen.

„Die Ahrensburger“: Kurt-Fischer-Straße 7, Telefon 04102/486-0, montags bis donnerstags 8 bis 16 und freitags 8 bis 12 Uhr, www.die-ahrensburger.de

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