Ortsumgehung

Wentorf befürchtet „massiven Eingriff“ in die Natur

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Wolfgang Rath
Naturfreund: Wentorfs Bürgermeister Dirk Petersen.

Naturfreund: Wentorfs Bürgermeister Dirk Petersen.

Foto: Ann-Kathrin Schweers

Bergedorfer Bezirksamtsleiter stößt Diskussion über Umgehungsstraße an. Thema auf Tagesordnung des Planungs- und Umweltausschusses.

Wentorf. Die Idee einer Ostumgehung Bergedorfs zur Entlastung der dortigen Innenstadt wird am heutigen Dienstag die Wentorfer Politik beschäftigen. Von 19 Uhr an tagt im Rathaus (Hauptstraße 16) der Planungs- und Umweltausschuss. Als Punkt Neun auf der Tagesordnung steht ein Schreiben des Bergedorfer Bezirksamtsleiters Arne Dornquast (SPD), in dem er Bürgermeister Dirk Petersen bittet, die Frage einer Ostumgehung „zunächst einmal ergebnisoffen“ in die zuständigen Wentorfer Gremien einzubringen.

Forderung nach Umgehungsstraße ist nicht neu

Die Forderung nach einer Umgehungsstraße, die den Verlauf Wentorfer Straße–Mohnhof–Bergedorfer Straße vom Durchgangsverkehr entlastet, ist nicht neu. Schon vor etlichen Jahren wurde der Plan diskutiert, eine Verbindung von der B 207 den Geesthang hinab zur B 5 in Höhe Speckenweg zu schaffen. Das Vorhaben kam über den Status einer Idee nie hinaus: Sowohl Wentorf als auch Börnsen als betroffene Kommunen winkten ab.

Die Bergedorfer Koalition aus SPD, Grünen und FDP hat die Forderung nun, wie berichtet, erneuert. Die Nachbargemeinden gewännen durch die steigenden Immobilienpreise und den ungeminderten Zuzug in die Metropolregion zunehmend an Attraktivität, heißt es in einem im Mai dieses Jahres in die Bezirksversammlung eingebrachten Antrag. Dieser für die Gemeinden positive Effekt wirke sich jedoch durch eine sehr hohe Verkehrsbelastung seit Jahren negativ auf die Bergedorfer Innenstadt aus.

Die Verwaltung ist gegen eine Ortsumgehung

Nach den Vorstellungen der Bergedorfer Ampel-Koalition könnte eine Umgehungsstraße Entlastung bringen. Sie soll in Höhe Grenzweg neben Möbel Schulenburg von der B 207 abzweigen und dann geradeaus den Geesthang hinab über das Gelände der Bergedorfer Awo-Waldkita zur Rothenhauschaussee (B 5) und weiter als neue Anschlussstelle Speckenweg direkt auf die A 25 führen. Doch schon in Bergedorf ist der Widerstand groß, nicht nur Waldkita-Eltern, auch Umweltschützer protestieren.

Dass die Idee der Ortsumgehung dieses Mal weiter konkretisiert wird, ist allerdings nicht zu erwarten. Vermutlich erfährt sie bereits morgen eine Beerdigung zweiter Klasse. So „ergebnisoffen“, wie von Dornquast in seinem Brief erbeten, mag Petersen das Thema nicht in den Planungs- und Umweltausschuss einbringen: „Verwaltungsseitig wird die geplante Ortsumgehung nicht befürwortet“, heißt es in der Vorlage klipp und klar. Gewarnt wird vor einem „massiven Eingriff in das Naherholungsgebiet Geesthang“, hingewiesen wird auf die Situation des Awo-Waldkindergartens und überhaupt auf die „Klimaschutzdiskussionen im Land“. Ein Teil der Bergedorfer Koalition würde das Scheitern wohl begrüßen: Die Grünen hatten dem FDP-Thema Ortsumgehung zwar in den Koalitionsverhandlungen zugestimmt, sich davon aber schon vor einem Monat per Pressemitteilung wieder verabschiedet.

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