Diskussion

Wird aus Oldesloer Freibad ein unbewachter Badestrand?

Wenn sich kein neuer Pächter findet, droht dem Freibad am Poggensee die Umwandlung in eine frei zugängliche Badestelle. Noch ist aber keine Entscheidung gefallen.

Wenn sich kein neuer Pächter findet, droht dem Freibad am Poggensee die Umwandlung in eine frei zugängliche Badestelle. Noch ist aber keine Entscheidung gefallen.

Foto: Finn Fischer

Pächter des Naturbades am Poggensee in der Kreisstadt hat seinen Vertrag gekündigt. Politiker diskutieren nun, wie es weiter geht.

Bad Oldesloe. Keine Pommes mehr aus dem Kiosk, keine Bademeister, kein Rettungsschwimmer: Das droht dem Freibad am Poggensee im gleichnamigen Oldesloer Ortsteil, sollte die Stadt nicht bis zur kommenden Saison einen neuen Pächter finden. Bisher hat das Bädermanagement der Stadtwerke Wahlstedt den Betrieb in dem naturbelassenen Freibad organisiert, den Vertrag jedoch gekündigt, wie die Oldesloer Stadtverwaltung im Hauptausschuss mitteilte.

Lokalpolitik hält Vorschläge für unausgereift

Jetzt muss die Lokalpolitik darüber beraten, wie – und ob – es mit dem Freibad weitergeht. Denn das ist bislang noch unklar. Von der Suche nach einem neuen Pächter bis hin zum Abriss aller Gebäude und einer Umwandlung in eine unbewachte Badestelle ist alles im Bereich des Möglichen, wie die erste politische Diskussion zeigte. Andreas Lehmann (CDU) glaubt nicht daran, dass die Stadt für das Freibad einen neuen Betreiber findet: „Ich sehe das realistisch. Wir müssen auch eine unbewachte Badestelle in Betracht ziehen.“

Die von den Oldesloer Stadtwerken ausgearbeiteten Vorschläge zur Zukunft des Freibades hielt der Lokalpolitiker jedoch für unausgereift. „Es sollte etwa mit der DLRG geredet werden. Seit längerer Zeit gibt es dort den Wunsch nach einer neuen Heimstätte“, sagte Lehmann. Das könne eventuell kombiniert werden.

Bad Oldesloe würde Reinfelder Beispiel folgen

Damit würde Bad Oldesloe dem Reinfelder Beispiel folgen. Dort wird das Freibad am Herrenteich von den freiwilligen Rettern bewacht. Das habe jedoch einen erheblichen Nachteil, wie Stadtwerke-Leiter Jürgen Fahl sagt: „Weil das dort ehrenamtlich gemacht wird, ist das Freibad dort nur an Wochenenden geöffnet. Das wäre eine erhebliche Einschränkung.“ Gegen ein Gespräch mit dem Verein habe er aber nichts einzuwenden. Dennoch favorisieren die Stadtwerke die Variante mit dem geringsten Personalaufwand: Den unbewachten Badestrand. „Das heißt ja nicht, dass das Baden dort dann ab sofort brandgefährlich ist“, sagt Fahl. Eine freie Badestelle habe auch Vorteile: Die Gäste müssten sich dann beispielsweise nicht mehr nach den Öffnungszeiten richten.

Der Hauptausschuss konnte sich – von der CDU-Fraktion abgesehen – mit der Idee eines Badestrands ohne Rettungsschwimmer nicht so recht anfreunden. „Wir lehnen das kategorisch ab“, sagte Hendrik Holtz (Die Linke). Notfalls müsse die Stadt den Betrieb selbst übernehmen. Auch SPD und Grüne sind dagegen. Letztere weniger aus Sicherheits- als vielmehr aus Naturschutzgründen. Wilfried Janson (Die Grünen): „Der Poggensee ist als schutzwürdiges Biotop eingetragen und ohne Bewachung kann nicht sichergestellt werden, dass die Schilfgürtel nicht zerstört wird.“

Eine endgültige Entscheidung steht noch aus

Die FBO sorgt sich indes um die auf der Anlage vorhandenen Gebäude und fürchtet Vandalismus, sollte es auf dem Freibad-Gelände ab dem kommenden Jahr keinen Verantwortlichen mehr geben. Matthias Rohde: „Das sind städtische Vermögenswerte und die müssen geschützt werden.“

Eine Entscheidung haben die Politiker noch nicht getroffen. Zunächst sollen die Stadtwerke die Vorschläge weiter aus- und die neuen Aspekte einarbeiten, unter anderem mit der DLRG erste Gespräche führen. Im kommenden Monat dürfte die Zukunft des Freibades erneut im Hauptausschuss beraten werden.

Travebad: Planschbecken hat ein Leck

Auch im Oldesloer Travebad droht neuer Ärger. Die vor einigen Jahren für mehrere Millionen Euro sanierte Schwimmhalle hat ein Leck. Genaugenommen das in den 70er-Jahren gebaute Planschbecken. Statt der geplanten 100.000 Euro wird die Sanierung mehr als dreimal so viel kosten: Zusätzlich 240.000 Euro sollen dafür nachträglich in den Investitionsplan der Oldesloer Stadtwerke eingestellt werden.

Laut den Stadtwerken muss der gesamte Aufbau des Planschbeckens abgetragen und die Abdichtung ab der Betonsohle neu aufgebaut werden. Dabei soll das Becken auch eine andere Form bekommen. Aktuell ist das Planschbecken, das unter anderem für den Schwimmunterricht genutzt wird, stillgelegt und der Abriss bereits ausgeschrieben. Der Betreiber rechnet damit, dass das alte Becken noch in den Herbstferien abgetragen wird. Der Neubau soll noch in diesem Jahr starten.

Das wird jedoch nicht die letzte große Investition sein, wie Travebad-Leiter Daryl Bebenroth jetzt dem Hauptausschuss auf Nachfrage des Linken-Stadtverordneten Hendrik Holtz offenbarte: „Es ist tatsächlich so, dass eine Sanierung des großen Schwimmbeckens in den nächsten Jahren fällig wird.“ Nennenswerte Schäden gebe es dort zwar noch nicht, die Haltbarkeitszeit sei jedoch bereits überschritten. In der Regel steht nach 40 Jahren eine Erneuerung an. Die Stadtwerke rechnen für 2023 oder 2024 mit der Sanierung. Eigentlich war das Travebad vor einigen Jahren umfassend saniert worden, die Schwimmbecken wurden dabei jedoch ausgespart.