Nienwohld

Kulturfestival: Mix aus Musik, Theater und Zirkus

Der Nienwohlder Straßenkünstler Martin Dronsfield und seine Lebensgefährtin Nicole Bäumer sind die Initiatoren des Kulturfestivals.

Der Nienwohlder Straßenkünstler Martin Dronsfield und seine Lebensgefährtin Nicole Bäumer sind die Initiatoren des Kulturfestivals.

Foto: Nicolai Schmidt

Künstlerpaar organisiert dreitägiges Kulturfestival in der Gemeinde. Coronabedingt sind pro Auftritt maximal 50 Gäste erlaubt.

Nienwohld. Coronabedingt wurden in diesem Jahr viele Veranstaltungen gestrichen. Um dennoch Kultur nach Stormarn zu bringen, organisiert das Künstlerpaar Nicole Bäumer und Martin Dronsfield ein Mini-Festival in seinen Garten. Vom heutigen Freitag bis Sonntag, 27. September, gibt es im Kulturhof Nienwohld (Dorfstraße 21) einen bunten Mix aus Musik, Theater, Zirkus und Comedy für alle Altersstufen. 50 Gäste sind auf einmal erlaubt. Anmeldung für einen oder gleich mehrere Programmpunkte sind unter der Telefonnummer 0174/181 84 13 oder per E-Mail an post@kalumalu.com möglich. Gefördert wird das Kulturfestival vom Landeskulturverband Schleswig-Holstein (weitere Infos unter: www.freie-kunst-unter-freiem-himmel.de/kultursause).

Landeskulturverband fördert das Festival

Nicole Bäumer ist ein Multi-Talent mit vielen Gesichtern. Mal wandelt sie beim lyrischen Theatergang als Anna Baum durch den Garten, taucht dann mit Tintenlappen und einer guten Portion Meeresromantik in die Welt des Wachlappentheaters ein und spielt als Lucy Lou mit dem Feuer. Zusammen mit ihrem Lebensgefährten Martin Dronsfield und den Kindern Henriette (11), Paula (8) und Jonte (5) lebt die 39 Jahre alte studierte Sportwissenschaftlerin ihren persönlichen Traum. Für die Straßenkünstler-Familie bedeutet dies, einige Wochen im Jahr auf Tour zu gehen und zwischen Ostern und September mit einem umgebauten 19 Jahre alten Lastwagen zwischen Straßenfesten und Kleinkunstfestivals zu pendeln.

Die Kinder erarbeiten sich in dieser Zeit das Unterrichtsmaterial selbstständig und halten per Telefon oder Mail Kontakt zu den Lehrern. „Wir sind dort, wo andere Urlaub machen, jedoch nie länger als zwei Tage an einem Ort“, sagt Dronsfield. „Stressig ist diese Zeit jedoch nicht. Mit dem Wohnmobil unterwegs zu sein entschleunigt, weil wir uns auf das Wesentliche konzentrieren.“

Doch in diesem Jahr war plötzlich alles anders. Durch den Lockdown war die Familie gezwungen, ihre Pläne umzuwerfen und sich neu zu orientieren. „Viele Festivals wurden gestrichen“, sagt Nicole Bäumer. „Bis jetzt gab es nur wenige Veranstaltungen wie das Plan B Festival in Osnabrück und Mühlheim oder die Kieler Woche, wo wir auftreten konnten.“

Aufführungen vor der eigenen Haustür

Und die Flaute hält an. Anfragen für das nächste Jahr gebe es kaum. Wann sich etwas an der Situation ändere, sei nicht absehbar. Für die Kulturszene sei diese Zeit nicht nur hart, sie sei eine Katastrophe. „Vom Schausteller bis zum Security-Mitarbeiter oder auch Techniker gibt es viele Menschen, die seit Monaten arbeitslos sind“, sagt Bäumer. „Umso wichtiger ist es, dass endlich wieder etwas passiert. Und zwar unter Einhaltung der Regeln.“

Den Anfang machen Bäumer und Dronsfield nun auf ihrem Kulturhof Nienwohld, wo sie während der restlichen Zeit des Jahres in einer Wohngemeinschaft leben. Statt ihre Shows auf die Festivals in ganz Deutschland zu bringen, führen sie das Programm diesmal vor der eigenen Haustür auf. Unterstützung bekommen sie dabei von befreundeten Künstlern, die ebenfalls ihren Teil zum Programm beitragen. Den Start macht am Freitag um 15 und 17 Uhr Anna Baum, die zum Tee im Garten-Separée einlädt. Es folgt Lucy’s Lappentheater um 19 Uhr. Der Hamburger Jan Jahn reist mit dem Fahrrad an, um am Freitag von 20.15 Uhr an Lagerfeuerklassiker zum Besten zu geben. Mit der Feuershow Al Halqua beschließt Nicole Bäumer um 21.30 Uhr den Abend mit einer Hommage an die Kunst der Gaukler.

Der Sonnabend beginnt erneut mit Anna Baum (14 Uhr). Um 16 Uhr spielt Doris Friedmann das Comedy-Märchen „Die Froschkönigin“ – Frosch, frech und frei nach den Gebrüdern Grimm. Um 17.30 Uhr ist bei Kalumalu – Hepajo die ganze Familie am Start. So lautet zumindest der Plan, denn gezwungen wird natürlich keiner. „Wir machen zusammen mit den Kindern eine Familientheatershow“, sagt Bäumer. „Von Jonglage, Akrobatik, Improvisation und Comedy ist immer etwas dabei und jedes Mal anders.“

Jeder Programmpunkt dauert etwa 45 Minuten

Um 19 Uhr bringt Doris Friedmann ihr Late-Night-Programm L’amour & Glück. Danach spielt die Kulturhofband um 20.30 Uhr. Fünf Musiker, die ihre musikalischen Wurzeln in den 70er-Jahren haben und Blues-Klassiker von Legenden wie Jimi Hendrix, Eric Clapton und Rory Gallagher zum Besten geben. Und um 22 Uhr verzaubert Lucy Lou mit einer 20er-Jahre-Show mit flammenden Fackeln, Tanz und Akrobatik zu Swing & Charleston. Am Sonntag geht das Programm um 11 Uhr mit kleinen Wundern wie dem Waschlappentheater und einem Kofferzirkus mit lustigen Waschtieren los. Nach einem lyrischen Spaziergang mit Anna Baum um 14 Uhr können sich die Kinder um 16 Uhr auf das Mitmachkonzert der Hexe Knickebein freuen. Artistik, Komik, Lyrik und Fantastik gibt es von 17.30 Uhr an mit Martin Dronsfield als Kammann. Um 19 Uhr tritt die Hamburger Band „Atmen mit Königen“ auf, die mit jazziger Posaune, Gitarre und lyrischem Gesang besticht. Das Festival schließt mit einer Mondschein-Soirée um 20.30 Uhr.

Jeder Programmpunkt dauert etwa 45 Minuten. Danach gibt es eine ebenso lange Pause, in der mitgebrachtes Picknick verzehrt werden kann. Das das Festival findet bei jedem Wetter statt. Eintritt wird nicht verlangt, allerdings während der Auftritte ein Hut herumgereicht.