Bad Oldesloe

Ministerpräsident zu Gast beim Tag des Wanderns

Daniel Günther, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, im Gespräch mit Gästen auf der Zentralveranstaltung zum Tag des Wanderns in Bad Oldesloe

Daniel Günther, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, im Gespräch mit Gästen auf der Zentralveranstaltung zum Tag des Wanderns in Bad Oldesloe

Foto: Finn Fischer

Daniel Günther besucht Bad Oldesloe und kündigt Lockerungen der Corona-Beschränkungen an. 140 Besucher auf sechs Routen unterwegs.

Bad Oldesloe.  Auf sechs verschiedenen Routen sind Besucher aus ganz Norddeutschland am „Tag des Wanderns“ am Freitag, 18. September, durch Stormarns Kreisstadt Bad Oldesloe spaziert. Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident und Schirmherr Daniel Günther (CDU) wanderte zwar nicht mit, kam jedoch zur Feierstunde in die Stormarnhalle und kündigte bei der Gelegenheit weitere Lockerungen an, die demnächst im nördlichsten Bundesland in Kraft treten sollen. Davon soll vor allem der Freizeit-, Sport- und Veranstaltungsbereich profitieren.

Pandemie fördert Trend, im eigenen Land Urlaub zu machen

Dennoch sei die Gefahr nicht vorbei, machte Daniel Günther bei dem Besuch am Wandertag in Bad Oldesloe deutlich und forderte die Schleswig-Holsteiner auf, weiterhin nach Möglichkeit keine Auslandsreisen zu unternehmen. Was den Urlaub betrifft, das sollte der „Tag des Wanderns“ zeigen, ist das auch nicht unbedingt nötig. „Schleswig-Holstein ist ein tolles Wanderland, wir haben eine Riesenabwechslung“, sagte Günther vor rund 130 Gästen in der Stormarnhalle.

Tatsächlich befeuert die Pandemie den Trend, im eigenen Land Urlaub zu machen. „Vielerorts sind die Fahrradläden so gut wie ausverkauft und ähnliches dürfte wohl auch für Wanderschuhe gelten“, vermutete der Ministerpräsident.

Rund 140 Touristen kamen am Freitag, um die Routen zu wandern

Für Bad Oldesloe ist das zumindest touristisch ein Glücksfall. Seit Jahren richtet die Kreisstadt ihren Fokus dabei auf die naturgegebenen Vorzüge der Region. „Wir freuen uns sehr, dass wir an diesem Tag so vielen Gästen von außerhalb zeigen konnten, wie attraktiv unsere Stadt und die Umgebung für Wanderungen ist“, sagt Agnes Heesch vom Stadtmarketing.

Rund 140 Touristen kamen am Freitag, um eine von sechs vom Deutschen Wanderverband (DWV) und der Stadt ausgearbeiteten Routen zu wandern. Agnes Heesch sagt: „Wir wollen Bad Oldesloe schon länger touristisch besser aufstellen und gerade für Radfahrer und Wanderer gibt es bei uns viele schöne Routen zu entdecken.“

Wandern erweist sich während Pandemie als relativ harmloser Sport

Das gilt auch und vor allem während der Pandemie. Jetzt, in Zeiten von Kurzarbeit und Homeoffice, besinnen sich viele Menschen darauf, wie wichtig tägliche Bewegung ist. Sie stärkt das Immunsystem und kann wichtige soziale Funktionen erfüllen. „Mehr als 69 Prozent der Bundesbürger wandern laut einer Umfrage ohnehin gern in ihrer Freizeit und der Trend hat sich aktuell noch verstärkt“, sagte DWV-Präsident Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß und bestätigte die Beobachtung von Ministerpräsident Günther, dass das sportliche Zubehör in Fachgeschäften knapp wird. „Der Boom ist großartig. Auch wenn der Anlass, die Corona-Pandemie, ein trauriger ist.“ Wandern erweist sich während der Pandemie als ein relativ harmloser Sport ohne ein großes Risiko auf Ansteckung. Viele Sportvereine, auch in Bad Oldesloe, können ihren Trainingsbetrieb auch jetzt noch nur eingeschränkt aufrecht erhalten. Grund dafür sind Auflagen des Landes und die damit verbundene eingeschränkte Verfügbarkeit von Hallenplätzen. „Vereinsmitglieder sollten sich da nicht entmutigen lassen“, sagte Landrat Henning Gört. „Ich höre immer wieder, wie frustriert manche sind. Aber er sehe auch, dass sich durch die eingeschränkten Möglichkeiten von sportlichen Betätigungen im Vereinssport bei vielen Menschen das Verhältnis zur Natur verändert habe.

Hauptsponsor des „Tag des Wanderns“ war in diesem Jahr die Sparkassen-Finanzgruppe. Thomas Piehl, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Holstein, sagte in Bad Oldesloe: „Wandern ist keine Frage des Alters oder von Generationen. Immer mehr junge Menschen wandern, auch meine Kinder. Die nennen das dann Hiking.“ Das, so Piehl, klinge wohl „hipper“.