Verkehrsberuhigung

Ein Minikreisel soll Raser in Ahrensfelde bremsen

Eckehard Knoll, Diplom-Ingenieur und pensionierter Hamburger Baudirektor, hat einen Minikreisel für die Ecke Dorfstraße/Teichstraße in Ahrensfelde entworfen. Die Idee bekam viel Zustimmung.

Eckehard Knoll, Diplom-Ingenieur und pensionierter Hamburger Baudirektor, hat einen Minikreisel für die Ecke Dorfstraße/Teichstraße in Ahrensfelde entworfen. Die Idee bekam viel Zustimmung.

Foto: Harald Klix

Politik greift Idee von Ex-Baudirektor für Ahrensburgs Süden auf. Rathaus prüft zudem zwei Kreisverkehre für die Straße Brauner Hirsch.

Ahrensburg.  Der Ahrensburger Bau- und Planungsausschuss hat die genaue Prüfung von mehreren Kreisverkehren auf der viel befahrenen Strecke Dorfstraße/Brauner Hirsch initiiert. Damit gingen die Kommunalpolitiker deutlich über den Vorschlag der Verwaltung hinaus, lediglich eine Mittelinsel an der Einmündung Dorfstraße/Teichstraße in Ahrensfelde weiter zu planen.

Umbau ist an allen vier Knotenpunkten möglich

Einigkeit herrschte darüber, an der Querverbindung zwischen der A-1-Anschlussstelle Ahrensburg und dem Hamburger Osten (Volksdorf/Rahlstedt) zusätzliche Tempoanzeiger mit lächelnden und weinenden Smileys aufzustellen. Sie sollen Raser unter den täglich bis zu 8800 Fahrzeugen bremsen.

Das Hamburger Ingenieurbüro SBI hatte den Umbau von vier Knotenpunkten zu Kreisverkehren untersucht. Grundtenor: Der Umbau ist überall durchaus möglich und wirksam, aber nicht einfach zu realisieren. Beispielsweise müssten Grundstücke gekauft und Bäume gefällt werden. Zudem handle es sich nicht um Unfallschwerpunkte. Geschätzte Gesamtkosten: drei Millionen Euro.

Außendurchmesser sinkt von 30 auf 19 Meter

Der pensionierte Baudirektor Eckehard Knoll wartete zu Sitzungsbeginn für die Ecke Dorfstraße/Teichstraße in Ahrensfelde (dort gilt bereits Tempo 30) mit einer Idee auf, die später nahezu allen gefiel: ein Minikreisel statt ein kleiner Kreisel. „Dafür müssen keine Eichen gefällt und das Kriegerdenkmal nicht versetzt werden“, sagte er. Seine Variante hat nur 19 Meter Außendurchmesser statt wie im SBI-Gutachten 30 Meter. Außerdem koste der Minikreisel mit 400.000 Euro nicht einmal die Hälfte.

Unterstützung bekam Knoll von mehreren Seiten. Für Andreas Hausmann, Vorsitzender der Interessenvertretung Ahrensburger Kamp, ist die Lösung „viel effektiver“ als eine Sprunginsel. „Auch wir fordern den Minikreisel“, sagte Peter Körner, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft Ahrensfelde. Er regte zudem an, die Fahrt durch die Teichstraße nur noch für Anlieger zu erlauben und im Bereich der Feuerwehr ein absolutes Halteverbot anzuordnen.

Minikreisel ist bei Bussen, Lkw und Treckern lauter

Dass in der Beschlussvorlage der Verwaltung nichts Konkretes zu Kreisverkehren stand, begründete Tiefbauamtsleiter Stephan Schott mit dem Arbeitspensum. „Das erfordert viel personellen Aufwand, wir müssen dann andere Projekte zurückstellen.“ Außerdem sei ein Minikreisel, der in der Mitte nicht bepflanzt, sondern nur einige Zentimeter aufgepflastert ist, sehr laut, wenn Lastwagen, Busse und Trecker hinüberführen.

Das war ein Argument, dem die Kreisel-Befürworter nicht folgen mochten. „Wenn das mal ein bisschen klötert, stört das nicht sehr“, sagte Peter Körner, der direkt an der Ecke wohnt. Und Kreisel-Experte Eckehard Knoll sagte gar: „Diesen Lärm-Einwand habe ich in meiner 20-jährigen beruflichen Beschäftigung mit dem Thema noch nie gehört.“

Anwohnern war Verkehrsberuhigung versprochen worden

Die SPD erinnerte daran, dass man nach dem Aus für die Südumgehung den Anwohnern der Durchgangsstraßen fraktionsübergreifend Verkehrsberuhigung versprochen habe. Deshalb beantragte sie, die beiden Kreisverkehre Brauner Hirsch/Dänenweg (Verschiebung nach Norden, um die ungebremste Durchfahrt aus Richtung Hamburg zu verhindern) und Brauner Hirsch/Am Kratt (neu am Ortseingang) für 1,5 Millionen Euro zu bauen.

Detlef Steuer von der WAB sagte: „Wir können nicht so viel Geld für eine Straße raushauen, wenn wir in der ganzen Stadt Straßen mit viel Verkehr haben.“ Nadine Levenhagen (Grüne) meinte: „In der Sache wollen wir alle vorankommen, deshalb sollten wir uns einigen.“ Sie regte eine Sitzungspause an.

Standorte für zusätzliche Tempoanzeigen beschlossen

Die Abstimmung danach war eindeutig: Das Bauamt soll für Ahrensfelde Minikreisel mit Mittelinsel in direkter Nähe sowie die beiden Kreisverkehre am Braunen Hirsch nun auf Realisierbarkeit prüfen. Der vierte Kreisel Brauner Hirsch/Pionierweg wird zunächst nicht weiter verfolgt.

Einigkeit herrschte darüber, weitere Geschwindigkeitsanzeigen in der Stadt auszustellen. In Ahrensfelde kommen zwei Geräte an die Ortseingänge der Dorfstraße und ein weiteres an die Teichstraße (Ortseingang). Der Braune Hirsch erhält zum bestehende Standort Ecke Pionierweg eine weitere Anlage in Höhe Brombeerweg.

Am Rosenweg sollen zwei neue Geräte aufgestellt werden

Weitere neue Standorte sind: Hamburger Straße (zwei Geräte zwischen Bornkampsweg und Am Scharberg), Bornkampsweg (Ecke Wulfsdorfer Weg), Wulfsdorfer Weg/Höhe Richard-Dehmel-Straße, Reeshoop/Höhe Badlantic, Bünningstedter Straße (Ortseingang).

Die Politik reagierte zudem auf die Beschwerden von Familien im Rosenweg über Raser. Der FDP-Stadtverordnete Wolfgang Schäfer hatte das Thema aufgegriffen. Auf dem von Hunderten Kindern genutzten Schulweg soll je Richtung ein Gerät installiert werden. Ein anderer Anzeiger wird demnächst abgebaut: Die häufig defekte Anlage am Ahrensburger Kamp wird nicht ersetzt.

Bünningstedter Straße wird erneuert

Die Bünningstedter Straße wird von der Kreuzung Jungborn bis zum Ortsausgang im nächsten Jahr von Grund auf saniert. Die sechs Meter breite Fahrbahn soll rund 65 Zentimeter tief neu angelegt werden. Hinzu kommen zwei bis vier Meter breite Gehwege, die auch für Radfahrer freigegeben werden.

Die Kosten für den 260 Meter langen Abschnitt liegen voraussichtlich bei 1,4 Millionen Euro. Das sind 550.000 Euro mehr als am Anfang geschätzt. Unter anderem wurde bei genaueren Untersuchungen festgestellt, dass untere Schichten kontaminiert sind. Eine Vollsperrung über mehrere Monate ist unumgänglich. Der genaue Baubeginn steht erst nach Auftragsvergabe fest. 2022 soll der Abschnitt zwischen Jungborn und Am Tiergarten zudem neu asphaltiert werden.