Sperrung

Bis Jahresende kein Sport in der Oldesloer Stormarnhalle

Sport in der Stormarnhalle lehnt die Mehrheit der Oldesloer Politiker ab – Tagungen wie diese mit 100 Teilnehmer am 8. September stellen für sie dagegen kein Problem dar.

Sport in der Stormarnhalle lehnt die Mehrheit der Oldesloer Politiker ab – Tagungen wie diese mit 100 Teilnehmer am 8. September stellen für sie dagegen kein Problem dar.

Foto: Lutz Kastendieck

Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss lehnt SPD-Antrag auf Freigabe für Vereine ab. Für viele Sportler fällt Haupttrainingsstätte weg.

Bad Oldesloe . Keine Lockerungen für den Vereinssport: Die Oldesloer Stormarnhalle bleibt weiterhin für den Trainingsbetrieb gesperrt. Handballer hatten die anhaltenden Einschränkungen vor dem Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss kritisiert. Ein Antrag der SPD auf die Freigabe der größten Oldesloer Sporthalle fand jedoch keine Mehrheit. Zuvor hatte Bürgermeister Jörg Lembke angekündigt, dass er einen entsprechenden Beschluss der Lokalpolitik nicht umsetzen werde.

Jugendmannschaft-Trainerin beklagt Wettbewerbsnachteile

Birga Scholz ist von den Auswirkungen der Pandemie auf ihren Sport zunehmend genervt. Seit Monaten kann die Handballerin nicht richtig trainieren. „Die Stormarnhalle ist unsere Haupttrainingsstelle und wir sind durch die Sperrung sehr hart getroffen. Wir haben Wettbewerbsnachteile“, klagte die Trainerin einer Jugendmannschaft vor dem Ausschuss. Sie verstehe zwar die Notwendigkeit, aber es fehle ihr an Flexibilität. Vor allem jetzt: Der Herbst kommt, es wird früher dunkel und dadurch entfallen auch im Freien immer mehr Trainingszeiten.

Derzeit ist die Stormarnhalle hauptsächlich schulischen, politischen und städtischen Veranstaltungen vorbehalten. Birga Scholz: „Es erschließt sich mir nicht, dass eine dauerhafte Bestuhlung der Halle notwendig ist und warum wir zwischen den Veranstaltungen nicht trainieren können.“ Politische Unterstützung bekam die Sportlerin von der SPD-Fraktion. In einem Antrag forderte Sozialdemokrat Carsten Stock die sofortige Freigabe der Halle. Denn im September war die Stormarnhalle lediglich an zwölf Tagen belegt. An den anderen Tagen, so die Ansicht der SPD, könnte trainiert werden.

Bürgermeister Lembke hätte Beschluss nicht umgesetzt

Mit dieser Meinung waren die Sozialdemokraten jedoch allein. Sowohl Stadtverwaltung als auch die anderen Fraktionen sind gegen die Lockerung. Anita Klahn (FDP) hält eine Freigabe derzeit für das falsche Signal: „Wir haben noch immer eine Pandemie, es ist noch nicht vorbei. Schule, Kultur, Politik, alle sind betroffen und ich appelliere an alle, das Virus ernst zu nehmen.“ Sie habe das Gefühl, es werde so getan, als sei Corona vorbei.

Ohnehin wäre der Antrag, so sieht es die FDP, nicht umzusetzen. Land und Bund bestünden weiterhin auf die Abstandsregeln und „Handball ist ein Kontaktsport“, so Klahn. Hinzu komme, dass sich Bürgermeister Jörg Lembke bereits im Vorfeld zur Sitzung klar geäußert und ankündigt habe, einen politischen Beschluss auf Freigabe der Stormarnhalle nicht umzusetzen. Das ist möglich, weil allein die Stadtverwaltung die Hoheit über die Vergabe der Hallenzeiten hat.

Handballer müssen auf andere Sportstätten ausweichen

Tom Winter (Familienpartei) hätte dem SPD-Antrag zugestimmt. „Aber es ist einfach sinnlos, es gibt keine Handhabe. Wir können den Bürgermeister nicht zwingen.“ So müssen auch die Handballer weiterhin auf andere Sportstätten ausweichen. Die Stadtverwaltung ist derzeit in Gesprächen mit dem Kreis, um in anderen Hallen in Bad Oldesloe zusätzliche Trainingszeiten für Oldesloer Sportler zu schaffen. Jörg Lembke: „Wir haben die Info bekommen, dass noch Hallenzeiten frei sind.“

Er verstehe den Unmut der Sportler, „aber es sind schwierige Zeiten und alle müssen damit leben.“ Die Stormarnhalle ist voraussichtlich noch bis Ende des Jahres für den Sport gesperrt. Ob die Sperrung noch verlängert wird, hängt von der Entwicklung der nächsten Monate ab.