Landschaft

Bargteheider Fotograf fängt Stormarn von oben ein

Auf einem Getreidefeld zwischen Pöhls und Heilshoop haben Traktoren die Landschaft auf ihre Weise modelliert.

Auf einem Getreidefeld zwischen Pöhls und Heilshoop haben Traktoren die Landschaft auf ihre Weise modelliert.

Foto: Jürgen Müller

Jürgen Müller sorgt mit Drohnenfotos für neuen Blick auf die Landschaft des Kreises, deren herbe Schönheit und bunte Vielfalt.

Bargteheide. Seit sich Jürgen Müller auf das Fotografieren mittels einer Drohne verlegt hat, sieht er Stormarns Landschaft buchstäblich mit anderen Augen. „Es stimmt, es gibt im Kreisgebiet keine hohen Berge, das Terrain ist zumeist flach“, sagt er. Strukturiert sei es dennoch.

Etwa durch die typischen Knicks, durch Wiesen und Felder, auf denen Traktoren ihre Bahnen ziehen und Spuren hinterlassen. „Der ganz spezielle Charme dieser besonderen Struktur erschließt sich aber eben oft erst aus einer gewissen Höhe“, so der gebürtige Leverkusener, der seit einigen Jahren in Bargteheide zu Hause ist.

Reaktionen zwischen Verblüffung und Ungläubigkeit

Im Herbst 2018 hat er sich einen Quadrocopter mit einer leistungsfähigen Kamera zugelegt, um die „versteckte Schönheit“ seiner Wahlheimat fortan aus der Vogelperspektive zeigen zu können. Dabei sind ihm in den vergangenen zwei Jahren beeindruckende Fotos gelungen, die der 68-Jährige im Projekt „Stormarn von oben“ jetzt einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen will.

Die ersten Reaktionen schwankten zwischen Verblüffung und Ungläubigkeit. Seine Bilder wurden schon in Kanada, Masuren, den Everglades und am Amazonas verortet. „Um den besonderen Reiz der Stormarner Landschaft herauszukitzeln, fotografiere ich bevorzugt kurz nach dem Sonnenaufgang. Da ist das Licht am spannendsten. Vor allem im Herbst, wenn die Schatten länger werden“, verrät der Fotograf mit eigenem Studio in Hamburg.

Geografische Strukturen sollen Betrachter ins Bild ziehen

Wichtig sei ihm auch, die Drohne nicht zu hoch in den Himmel zu schicken. „Sonst wird das Abbild zu abstrakt und verliert den Bezug zur Wirklichkeit“, erklärt Müller. Wichtig seien ihm Perspektiven und das Spiel mit dem Horizont, um seinen Fotos Dimension und Weite zu geben. Deshalb fotografiere er in der Regel in einem 45-Grad-Winkel.

„Das beständige Streben nach dem goldenen Schnitt ist fast wie eine Droge. Ja, geografische Strukturen und Diagonalen, die den Betrachter ins Bild ziehen, spielen für mich eine große Rolle, da bin ich gern Old School“, gesteht der Fotokünstler.

Landschaftsfotografie ist Müllers alte Leidenschaft

Nach Werbekampagnen und Imagebroschüren für Unternehmen wie Otto, Tchibo, VW, RWE, DEA, Esso und Coca-Cola, Porträts von Musiker Sting, Künstler Bruno Bruni und SPD-Politiker Frank-Walter Steinmeier und Food-Strecken mit Tee und Reis ist Jürgen Müller zu seiner alten Leidenschaft Landschaftsfotografie zurückgekehrt.

Nun sucht er geeignete Räume, um seine Werke in einer Ausstellung präsentieren zu können. Wer jetzt schon mehr von seinen Stormarner Ansichten sehen will, findet weitere Fotos auf seiner Website www.studio-mueller.com.