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Szene-Wirtin aus Bargteheide wird Food-Bloggerin

Plus-Size-Model Tanja Marfo (M.) reiste zusammen mit Freundin Malvina Delve und den Bloggerinnen Bettina Barth, Sandra Smolny und Charila nach Bargteheide zu einer Mango-Lassi-Verkostung von Gastronomin Sonja Singh.

Plus-Size-Model Tanja Marfo (M.) reiste zusammen mit Freundin Malvina Delve und den Bloggerinnen Bettina Barth, Sandra Smolny und Charila nach Bargteheide zu einer Mango-Lassi-Verkostung von Gastronomin Sonja Singh.

Foto: Melissa Jahn

Sonja Singh, die Betreiberin des indischen Restaurants Shahi, will jetzt im Internet Karriere machen. Auch ein Kochbuch ist geplant.

Bargteheide.  Sie brachte die Miss-Wahl nach Bargteheide und ist mit Promis wie Jenny Elvers und Nadja Abd el Farrag (Naddel) per Du. Nun plant Wirtin Sonja Singh einen neuen PR-Streich. Sie will sich künftig als sogenannte Food-Bloggerin versuchen. „Ich möchte ein indisches Kochbuch herausgeben“, sagt Singh. „Doch bessere Chancen liegen heute im digitalen Segment und das Interesse der dort anwesenden Nutzer ist groß. Warum also nicht bloggen?“

Sandra Smolny ist Influencerin

Die Bargteheider staunten, als am Donnerstagnachmittag eine weiße Stretchlimousine durch die Rathausstraße fuhr und direkt vor dem Restaurant Shahi Halt machte. An Bord des weißen Luxusschlittens waren Bloggerinnen aus ganz Deutschland, die zusammen mit Plus-Size-Model Tanja Marfo in die Stormarner Kleinstadt gereist waren. Ihr Ziel: Eine Mango-Lassi-Verkostung bei Sonja Singh, um bei einem gemeinsamen Gespräch über die Wünsche und Nöte der Blogger-Szene zu sprechen. „Es ist wie ein kleines Klassentreffen“, sagt Tanja Marfo, die verrät, nicht zum ersten Mal in Bargteheide gewesen zu sein. „Von Hamburg aus ist es ja nicht weit“, sagt das Model.

Sie alle kennen sich aus dem Internet, wo sie im Bereich Plus-Size, also dem Marktsegment für Übergrößenkleidung, unterwegs sind. Heute wird diese Kategorie bevorzugt Curvy genannt und von Frauen verkörpert, die sich und ihr Aussehen auf ihren Seiten selbstbewusst darstellen, auch, um mit Mode und Werbebotschaften Geld zu verdienen. So wie Sandra Smolny, die unter dem Nutzernamen beauty.has.no.size auf Instagram stolze 35.000 Abonnenten versammelt.

Charila bewirbt im Internet Make-up

Es geht dort vor allem darum, regelmäßig ihr Fotos zu liken und zu kommentieren. Und natürlich die von ihr beworbenen Produkte zu kaufen. Ähnlich ist es bei Bettina Barth, die unter bettinaviolabarth für 16.800 Abonnenten über „die wichtigste Beziehung im Leben“ schreibt – nämlich die zu sich selbst.

Und dann ist da noch Charila, die neben Instagram „iamcharila“ auch auf anderen Kanälen wie TikTok und YouTube unterwegs ist und dort Make-up, speziell für Farbige, bewirbt. „Es ist den Frauen wichtig, sich und ihren selbstständigen Beruf zu vernetzen“, sagt Katharina Bloemberg, die für den Markennamen Kurvenrausch für Tanja Marfo tätig ist. „Und darum, in der Szene Aufmerksamkeit zu bekommen, statt allein auf weiter Flur zu kämpfen.“

Auch eine Fernsehshow steht an

Dass der Bereich Curvy schon lange keine unbedeutende Nische mehr ist, beweist der Hashtag Plussize, unter dem bei Instagram Millionen von Einträgen zu finden sind. Dennoch sei es immer noch schwierig, außerhalb des Internets passende Mode in großen Größen zu finden, sagt Marfo, die 2013 mit dem Bloggen begonnen hat und nichts dagegen einzuwenden hat, als „dick“ bezeichnet zu werden – solange es nicht abwertend gemeint ist. Für Aufregung sorgte jüngst die Modekette H&M mit ihrer Ankündigung, große Größen aus dem Sortiment zu nehmen. „Auch bei den Curvy-Models ist bei Größe 44 oft Schluss“, sagt die 40-Jährige, die selbst Größe 54 trägt. „Die Betroffenen sind nicht sichtbar und es wird so getan, als würden sie nicht existieren.“ Auch sie habe einen Prozess durchlaufen, um sich selbst lieben zu lernen. Und zwar von innen nach außen, das sei besonders wichtig. „Meine größte Schwäche habe ich zu meiner Stärke gemacht“, so Marfo. „Das ist das Geheimnis meines Erfolgs.“

Durch ihre Internetkontakte ist nun auch Sonja Singh, die neben dem einstigen Szenelokal Shalimar in Hamburg auch schon eine Model-Agentur besessen hat, Teil des Bloggerteams geworden. Zur Einstimmung auf den geselligen Nachmittag servierte sie zuerst einen typisch indischen Mango-Lassi. Die Zutaten – Mango, Pistazienpulver, Stevia-Süßstoff und Joghurt – blieben in Hinblick auf das geplante Kochbuch natürlich kein Geheimnis mehr. „Ein Glas Lassi reicht, um den ganzen Nachmittag satt zu bleiben“, verrät Singh und gibt in Plauderlaune zu, als Kind ebenfalls den großen Wunsch nach einer Modelkariere gehabt zu haben.

Doch in nächster Zeit gehe es zunächst um das Kochbuch und eventuell auch um eine Fernsehshow bei RTL, die ihr ebenfalls anwesender Agent Mr Chazz aus der Hamburger Agentur Inside360 mit Tanja Marfo plane. Ob auch die Szene-Wirtin in dem Format dabei sein wird? „Dazu ist noch nichts bekannt“, sagt Sonja Singh und lacht. „Aber vielleicht wird das mit dem Modeln nochmal was. Leider saß ich bisher nur in der Jury. Aber im Bereich Best Age habe ich noch einige Jahre Zeit.“