Photovoltaik

Schulneubau in Großhansdorf bekommt Solaranlage

So soll der Neubau an der Grundschule Wöhrendamm mit den Solarmodulen aussehen.

So soll der Neubau an der Grundschule Wöhrendamm mit den Solarmodulen aussehen.

Foto: Pinck Ingenieure

Die Bildungseinrichtung am Wöhrendamm soll mit Sonnenstrom versorgt werden. Zu diesem Zweck wird eine Photovoltaikanlage installiert.

Grosshansdorf. Auf dem Dach des geplanten Erweiterungsbaus für die Grundschule Wöhrendamm in Großhansdorf soll eine Photovoltaikanlage installiert werden. Dafür haben sich der Bau- und der Finanzausschuss des Schulverbands Großhansdorf jetzt auf einer gemeinsamen Sitzung ausgesprochen. Auf dem Pausenhof soll zwischen der Buskehre und dem Gelände der Kita Wöhrendamm auf rund 550 Quadratmetern ein Neubau für die Nachmittagsbetreuung entstehen. Die Offene Ganztagsschule (OGS), die derzeit größtenteils in Containern untergebracht ist, leidet seit Jahren unter Platzmangel.

Ingenieurbüro legte vier Varianten für Solarmodule vor

Bereits vor der Sommerpause hatten die Vertreter des Schulverbandes, zu dem auch Siek und Hoisdorf zählen, sich für einen Entwurf des Hamburger Architekturbüros KKP entschieden, der einen teilweise zweigeschossigen Solitär mit roter Klinkerfassade und begrüntem Pultdach vorsieht. Der Neubau soll aus zwei leicht versetzten Gebäudeteilen bestehen und über eine Bruttogeschossfläche von 820 Quadratmetern verfügen.

Offen gelassen hatten die Politiker, ob das Gebäude eine Photovoltaikanlage erhalten soll. Die Verwaltung sollte zunächst prüfen lassen, ob eine solche überhaupt rentabel wäre. Jetzt legte das Ingenieurbüro Pinck aus Hamburg den Ausschussmitgliedern vier Varianten für eine Ausstattung des Gebäudes mit Solarmodulen vor. Die von den Ingenieuren empfohlene und von der Verwaltung favorisierte Variante sieht zwei Reihen Monokristallin-Paneele mit einer Gesamtfläche von 47 Quadratmetern und einem Jahresertrag von 8100 Kilowattstunden vor. „Bei Installationskosten von 21.000 Euro wäre die Anlage bereits nach zehn Jahren im Betrieb wirtschaftlich“, sagte Sven Gruß, Amtsleiter für Gebäudewirtschaft und Schulen.

Neubau kostet Schulverband rund 3,6 Millionen Euro

Alle anderen Varianten mit mehr Modulen seien teurer und erst deutlich später rentabel, etwa eine Lösung mit vier Modulreihen oder die vollständige Belegung des Daches mit Paneelen, wahlweise in südlicher Ausrichtung aufgeständert.

Die Empfehlung stieß bei den Grünen auf Widerstand. „Es geht um unseren Beitrag zum Klimaschutz, da wäre eine Minimallösung das falsche Signal“, sagte Matthias Sünnemann und warb dafür, das Dach vollständig mit Modulen zu belegen. Die Anlage sei gut angelegtes Geld. Die übrigen Ausschussmitglieder überzeugte er nicht. „Wir bauen ein Schulgebäude und kein Kraftwerk“, sagte Johannes Basler (FDP). Zudem sei bei zu vielen Solarmodulen keine Dachbegrünung möglich. Ähnlich äußerte sich Dieter Schippmann (Wählergemeinschaft DGH): „Wir haben uns wegen der Regenrückhaltefunktion für ein Gründach entschieden.“ Die Abwasserleitungen seien so geplant, dass sie ungehindert ablaufendes Regenwasser nicht aufnehmen könnten. Die Variante mit den aufgeständerten Modulen hätte eine Begrünung ermöglicht, wurde von der Mehrheit der Ausschussmitglieder aber aus optischen Gründen verworfen.

Letzlich folgten die Politiker der Empfehlung der Verwaltung. Der Erweiterungsbau am Wöhrendamm kostet den Schulverband rund 3,6 Millionen Euro. Der Baustart ist für das erste Quartal 2021 geplant. Gibt es keine Verzögerungen, soll die OGS 2022 einziehen.