Sicherheit

Ahrensburger Eltern fordern eine Ampel am Rosenweg

Anwohner aus dem Rosenweg in Ahrensburg sorgen sich wegen des Verkehrs um ihre Kinder. Sie wollen eine Ampel, damit die viel befahrene Straße sicher überquert werden kann. 

Anwohner aus dem Rosenweg in Ahrensburg sorgen sich wegen des Verkehrs um ihre Kinder. Sie wollen eine Ampel, damit die viel befahrene Straße sicher überquert werden kann. 

Foto: Janina Dietrich

Viele Kinder müssen die stark befahrene Straße auf dem Schulweg überqueren. Bauausschuss diskutiert Ampel.

Ahrensburg.  Wenn sich die siebenjährige Lia morgens auf den Weg zur Grundschule Am Reesenbüttel in Ahrensburg macht, hilft Mutter Rebecca Wagner ihr beim Überqueren des Rosenwegs. Nach dem Unterricht wartet die 35-Jährige an jener Stelle, um ihre Tochter wieder sicher über die viel befahrene Straße zurückzubringen. „Ich würde meine Kinder nie allein hinübergehen lassen, auch nicht nachmittags zu Freundinnen. Das ist viel zu gefährlich“, sagt Rebecca Wagner, die auch noch eine vierjährige Tochter hat.

Im Quartier gab es einen Generationswechsel

Mit ihren Bedenken ist die zweifache Mutter nicht allein. In dem Abschnitt zwischen den Einmündungen Lilienweg und Friedensallee wohnen zahlreiche Eltern, die sich ebenfalls Sorgen um die Sicherheit ihrer Kinder machen. Sie fordern den Bau einer Bedarfsampel.

Zudem möchten sie, dass in dem Bereich eine Anlage zur Geschwindigkeitsmessung installiert wird. „Der gerade Straßenverlauf ohne Hindernisse wie geparkte Fahrzeuge animiert Autofahrer zum Rasen“, sagt Franziska Förtsch, Mutter eines vierjährigen Sohnes und einer zwei Monate alten Tochter. Die 37-Jährige ist überzeugt, dass viele schneller als mit den erlaubten 50 Kilometern pro Stunde unterwegs sind. Der FDP-Stadtverordnete Wolfgang Schäfer bestätigt die Problematik. Er selbst wohnt seit 45 Jahren am Rosenweg. In den vergangenen Jahren habe es einen Generationswechsel gegeben, viele junge Familien seien in die Umgebung gezogen.

In naher Umgebung gibt es viele Kitas und Schulen

Der Rosenweg sei zu einem Schulweg geworden, baulich seien aber nie Veränderungen an der Straße vorgenommen worden. Mit der Gemeinschaftsschule Am Heimgarten, dem Eric-Kandel-Gymnasium, der Grundschule Am Reesenbüttel, der Selma-Lagerlöf-Gemeinschaftsschule und der Beruflichen Schule des Kreises Stormarn befänden sich gleich fünf Bildungseinrichtungen in unmittelbarer Nähe. Hinzu komme eine hohe Dichte an Kitas. „Sie führt zu mehr Autofahrten, weil Eltern ihre Kinder hinbringen und abholen“, sagt Schäfer. Auch durch neue Wohngebiete, etwa am Buchenweg, und die starke Nutzung der großen Müllcontaineranlage an der Ecke Stormarnstraße/Friedensallee habe sich der Verkehr erhöht, sagt der Ahrensburger. Wegen fehlender Querungshilfen seien Kinder, aber auch Radfahrer, ältere Fußgänger und behinderte Menschen zunehmend Gefahrensituationen durch zu schnell fahrende Autos ausgesetzt, sagt Schäfer.

Die FDP-Fraktion will in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses am 2. September einen Antrag stellen, der die beiden zentralen Forderungen der Eltern aufgreift. Zudem soll die Verwaltung die Möglichkeit prüfen, eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Kilometer pro Stunde in dem genannten Bereich des Rosenwegs einzuführen. „In der Umgebung gilt bereits in fast allen Straßen Tempo 30“, sagt Schäfer. Er verweist auf die Friedensallee, die Hermann-Löns-Straße, die Gerhart-Hauptmann-Straße, die Schimmelmannstraße und den Reesenbüttler Redder im Bereich der Schulen und Kita. Der FDP-Politiker sagt: „Wir wollen, dass schnell etwas passiert und nicht erst dann, wenn das erste Kind überfahren worden ist.“

Viele Radfahrer sind auf der falschen Seite unterwegs

Die Schwierigkeiten beim Überqueren des Rosenwegs führen nach Ansicht der Eltern auch dazu, dass viele Radfahrer den Radweg auf der falschen Seite benutzen. Das wiederum provoziere gefährliche Situationen für die Anwohner, wenn sie ihre Grundstücksausfahrten mit dem Auto verlassen wollten, sagt die zweifache Mutter Claudia Griese. „Ich muss jedes Mal extrem aufpassen.“ Einmal habe sie wegen des hohen Verkehrsaufkommens auf der Straße sieben Minuten warten müssen, um ihre Zufahrt als Linksabbieger verlassen zu können.

Auch Susanne Nordhausen wünscht sich, dass ihre Kinder Lina und Lennard (beide sechs) irgendwann einmal allein zur Grundschule Am Reesenbüttel gehen können. Sie hofft auf eine Ampel oder einen Zebrastreifen mit Schülerlotsen, die den Kindern morgens und nachmittags beim Überqueren des Rosenwegs helfen. Zudem verweist sie auf die verschiedenen Sportstätten in der Umgebung wie die Kreissporthalle und das Schwimmbad Badlantic, die von Schulklassen, aber auch Kindern in der Freizeit aufgesucht werden.

Verwaltung will sich im Ausschuss zum Thema äußern

Franziska Förtsch macht sich auch Sorgen um ihren Sohn Lasse (4), der die Kita Stadtzwerge an der Adolfstraße besucht. Im Sommer machen die Erzieher mit den Kindern gern mal einen Ausflug zum Spielplatz am Lilienweg. Dabei muss die Gruppe den Rosenweg überqueren. „Eigentlich sind die Spielplatzbesuche eine tolle Sache“, sagt die 37-Jährige. Aber sie habe wegen der Verkehrssituation jedes Mal ein ungutes Gefühl.

Die Ahrensburger Stadtverwaltung ist laut Bauamtsleiter Peter Kania intern noch dabei, über den FDP-Antrag zu beraten. Ihre Einschätzung zu dem Thema will sie in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses abgeben. Auch Mutter Rebecca Wagner hat bereits im Rathaus nachgefragt. Sie sagt: „Ich habe eine positive Rückmeldung erhalten. Die Frage ist demnach nur, wann etwas passiert, da der Haushalt bereits beschlossen ist.“ Die FDP möchte, dass das Geld für die Maßnahmen noch im Nachtragshaushalt 2020 bereitgestellt wird.

Bau- und Planungsausschuss Ahrensburg Mi 2.9., 19.00, Rettungszentrum, Am Weinberg 2, Zugang für Besucher wegen Corona beschränkt, beim Betreten und Verlassen des Gebäudes ist ein Mund- und Nasenschutz Pflicht