Wahl 2021

Ahrensburg: CDU-Kandidat eckt beim Bürgermeister an

Thomas Schreitmüller (52) steht vor dem Rathaus in Ahrensburg. Ab Mai 2022 würde er dort gern als Verwaltungschef arbeiten.

Thomas Schreitmüller (52) steht vor dem Rathaus in Ahrensburg. Ab Mai 2022 würde er dort gern als Verwaltungschef arbeiten.

Foto: Janina Dietrich

Thomas Schreitmüller will zeitnah den Personalrat sprechen. Das missfällt Michael Sarach, dem Verwaltungschef der Schlossstadt.

Ahrensburg.  Thomas Schreitmüller, der von der CDU als Kandidat für die Bürgermeisterwahl in Ahrensburg ausgewählt wurde und derzeit noch Verwaltungschef in Barsbüttel ist, will sich schon jetzt auf den möglichen neuen Job vorbereiten. Der 52-Jährige plant in Kürze Gespräche mit Schulleitern, Vereinsvorsitzenden – und auch dem Personalrat.

Sarach peilt höchstwahrscheinlich keine dritte Amtszeit an

Doch genau damit eckt er beim Amtsinhaber Michael Sarach an. Der ist über ein solches Treffen alles andere als glücklich. „Das geht gar nicht. Die Personalvertretung einer Dienststelle spricht nicht mit Externen. Es gibt schließlich den Datenschutz“, sagt der 67-Jährige mit SPD-Parteibuch. Schreitmüller kann die Kritik nicht verstehen und sieht es als notwendig an, sich bereits als Kandidat über Zustände im Rathaus zu informieren. Er sagt: „Ich will nur hören, was in Ahrensburg gut und schlecht läuft, also auch verbesserungswürdig ist. Es gibt große Themen wie den Personalbedarf innerhalb des Bauamts. Ich will ja gar nicht hören, ob irgendein Mitarbeiter Probleme mit dem Bürgermeister hat.“ Natürlich wolle er sich auch mit Sarach zusammensetzen. Schreitmüllers Richtung ist klar: Er will bei allen Themen voll im Bilde sein, sollte er im Mai 2022 als Rathauschef in Ahrensburg beginnen.

Die Wahl ist voraussichtlich parallel zur Bundestagswahl im Herbst 2021. Sarach, seit Mai 2010 Bürgermeister in der Schlossstadt, peilt mit hoher Wahrscheinlichkeit keine dritte Amtszeit an. Er ziehe eine Kandidatur im Moment nicht in Erwägung, hatte er dieser Zeitung vor einer Woche gesagt. Am Freitag fügte der Verwaltungschef allerdings hinzu: „Man weiß nie, was im nächsten Jahr passiert.“ Und er zitierte in diesem Zusammenhang den früheren Bundeskanzler Konrad Adenauer mit dem Satz „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern“.

Michael Sarach verheimlicht seinen Gemütszustand nicht

Über Schreitmüller sagt Ahrensburgs Bürgermeister: „Wir kennen uns seit vielen Jahren, ich schätze ihn in hohem Maß.“ Dass der Barsbütteler Verwaltungschef seine Nachfolge bereits vorzeitig antreten könnte, schließt Sarach kategorisch aus: „Ich bin bis 30. April 2022 gewählt. Und es ist selbstverständlich, dass ich diese Aufgabe erfülle.“ Ein früherer Abtritt würde den Menschen gegenüber, die für ihn votiert hätten, unehrlich sein. Sarach reagiert damit auf Aussagen des CDU-Vorsitzenden Maik Neubacher, der im Anzeigenblatt „Markt“ über ein mögliches Ausscheiden Sarachs vor dem regulären Ende der Wahlperiode spekuliert hatte und dabei das Überschreiten der Altersgrenze als Grund nannte.

„Das gehört sich natürlich nicht“, sagt Sarach über die Mutmaßungen aus den Reihen der Christdemokraten. Ein Gespräch mit der Partei will er deswegen aber nicht führen. Dass er verstimmt ist, daraus macht Sarach kein Geheimnis. Er sagt: „Ich habe das Gefühl, dass man mir auch in der Vergangenheit immer mal einen Stock zwischen die Beine geworfen hat.“

Die Grünen suchen einen eigenen Bewerber

Die CDU hat mit Schreitmüller indes ihren Wunschkandidaten. Auf der Mitgliederversammlung am vorvergangenen Freitag stimmten 37 der 44 Anwesenden für den Vorschlag ihres Vorstands, sechs waren dagegen bei einer Enthaltung. Schreitmüller ist in Ahrensburg aufgewachsen und trat Anfang der 1990er-Jahre in die CDU ein. Inzwischen ist er parteilos, kündigte nach einem Streit um die Rathaussanierung in Barsbüttel 2015 die Mitgliedschaft. Dort ist er seit 2007 Bürgermeister und inzwischen in seiner dritten Amtsperiode.

Schreitmüller, der in Wentorf lebt, plant nun Gespräche mit den Vorsitzenden der anderen Parteien, um auch deren Kandidat zu werden. Das kann er sich bei den Grünen sparen. Die suchen einen eigenen Bewerber. Und sie wollen nur eine Person ins Rennen schicken, die in Ahrensburg wohnt. Sollte es Parteien ohne eigenen Kandidaten geben, will der Grünen-Ortsvorstand mit ihnen eine Zusammenarbeit ausloten.