Wahlen

Ahrensburg: Grüne suchen eigenen Bürgermeisterkandidaten

Im April 2022 endet die Amtszeit von Michael Sarach als Rathauschef in Ahrensburg. Sein Nachfolger soll im Herbst 2021 gewählt werden.

Im April 2022 endet die Amtszeit von Michael Sarach als Rathauschef in Ahrensburg. Sein Nachfolger soll im Herbst 2021 gewählt werden.

Foto: Filip Schwen

Thomas Schreitmüller bekommt Konkurrenz. Die Wahl des neuen Rathauschefs soll voraussichtlich im Herbst 2021 sein.

Ahrensburg. Die Grünen wollen bei der Bürgermeisterwahl in Ahrensburg im kommenden Jahr einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken. Das haben die Mitglieder bei ihrer Versammlung am Dienstagabend einstimmig beschlossen. In den kommenden Wochen will der Vorstand des Ortsverbands nun Gespräche mit infrage kommenden Bewerbern führen. „Die Auswahl soll noch in diesem Herbst erfolgen“, sagt Vorstandssprecher Horst Marzi. „Die Mitgliederversammlung hat bei uns das letzte Wort. Sie wird dann die Entscheidung treffen.“

Bei der Wahl 2015 scheiterte der Grünen-Kandidat

Mögliche Namen wollen die Grünen auf Anfrage dieser Zeitung noch nicht nennen. Nur so viel: „Eines unserer Hauptkriterien ist, dass die Person in Ahrensburg bekannt ist und in der Stadt wohnt“, sagt Marzi. Darauf habe die Partei schon bei der letzten Bürgermeisterwahl vor fünf Jahren großen Wert gelegt und tue es immer noch. Ihr Kandidat Jörg Hansen war damals bereits seit vielen Jahren als Stadtverordneter aktiv, hatte unter anderem den Bauausschuss geleitet. Doch der IT-Manager schaffte es 2015 nicht in die Stichwahl, erhielt mit 16,4 Prozent deutlich weniger Stimmen als Christian Conring (CDU, 37,6 Prozent) und der spätere Sieger Michael Sarach (SPD, 46,1 Prozent).

Die Partei möchte einen Bewerber aus Ahrensburg

Ein Parteibuch der Grünen sei für den neuen Bürgermeisterkandidaten „nicht zwingend erforderlich“, wie Horst Marzi sagt. „Aber eine grüne Grundeinstellung sollte er natürlich haben und unsere bunte Partei widerspiegeln.“ Der Mann oder die Frau, auch diesbezüglich sei der Ortsverband noch offen, sollte beispielsweise gegen Atomkraftwerke sein und gegenüber Flüchtlingen eine offene Haltung haben. Zudem sollte er die örtlichen Verhältnisse gut kennen.

Die Mitglieder des CDU-Stadtverbands in Ahrensburg sind bereits einen Schritt weiter. Sie haben sich am vergangenen Freitag auf Barsbüttels Verwaltungschef Thomas Schreitmüller als Kandidaten festgelegt. Der 52-Jährige hatte anschließend verkündet, mit den anderen Parteien in Ahrensburg sprechen zu wollen, um eventuell auch deren Kandidat zu werden. „Wir werden das Gespräch mit Herrn Schreitmüller führen, aber unsere Tendenz ist ganz klar: Wir wollen einen eigenen Kandidaten stellen“, sagt Marzi. „Und wir wollen natürlich gewinnen.“ Die Grünen sind seit der Kommunalwahl 2018 zweitstärkste Fraktion in Ahrensburg hinter der CDU.

Michael Sarach will voraussichtlich nicht erneut kandidieren

Er finde es auch besser, wenn die Bürger bei der Wahl tatsächlich eine Auswahl zwischen mehreren Kandidaten hätten. Zudem halte er einen Bürgermeister aus einem Nachbarort als Kandidaten eher für „schwierig“, so Marzi. Bis heute verwundere es ihn, dass es Michael Sarach als Schweriner vor zehn Jahren geschafft habe, die Bürgermeisterwahl für sich zu entscheiden. Der amtierende Rathauschef zieht eine erneute Kandidatur eigenen Angaben zufolge derzeit nicht in Erwägung.

Sollte es Parteien ohne eigenen Kandidaten geben, will der Ortsvorstand der Grünen mit ihnen über eine mögliche Zusammenarbeit sprechen. Bisher hat sich außer der CDU noch niemand festgelegt. Der Termin für die entscheidende Mitgliederversammlung der Grünen im Herbst steht noch nicht fest. „Wir müssen auf die Corona-Entwicklung schauen“, sagt Marzi. „Online wollen wir so eine wichtige Frage nicht entscheiden. Wir möchten, dass sich die Kandidaten den Mitgliedern persönlich vorstellen können, bevor abgestimmt wird.“ Möglich sei auch, dass dann jemand noch spontan Interesse anmelde.