Ausschreibung

72 Entwürfe für den Stormarnplatz in Ahrensburg

Auf der Freifläche zwischen Rathaus (vorn), Peter-Rantzau-Haus (links) und den Fußballfeldern sollen eine Tiefgarage, ein Rathausanbau und ein Stadtpark entstehen.

Auf der Freifläche zwischen Rathaus (vorn), Peter-Rantzau-Haus (links) und den Fußballfeldern sollen eine Tiefgarage, ein Rathausanbau und ein Stadtpark entstehen.

Foto: Henrik Bagdassarian

Auf dem Areal sollen Tiefgarage, ein Rathausanbau und ein Stadtpark entstehen. Jury wählt zehn Bewerber für Wettbewerbsfinale aus.

Ahrensburg. Das Interesse von Architekten und Stadtplanern, bei der Umgestaltung des Stormarnplatzes in Ahrensburg mitzuwirken, ist groß. Nach der europaweiten Ausschreibung eines Ideenwettbewerbs für die drei Projekte Tiefgarage, Rathausanbau und urbaner Stadtpark sind laut Bürgermeister Michael Sarach 72 Entwürfe bei der Verwaltung eingereicht worden. „Das ist ein beachtliches Ergebnis“, sagte der Rathauschef in der jüngsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung.

Entwürfe sind bis Ende Oktober zu konkretisieren

Ende vergangener Woche hat die Wettbewerbsjury sämtliche Einsendungen gesichtet. Ihr gehören als Sachpreisrichter Markus Kubczigk (SPD, Vorsitzender Bauausschuss), Christian Schmidt (Grüne, Vorsitzender Umweltausschuss), Matthias Stern (CDU, Vorsitzender Hauptausschuss) und Detlef Steuer (Wählergemeinschaft WAB) an. Als Fachpreisrichter sind die Architekten Klaus-H. Petersen und Julia Bolles-Wilson, die Landschaftsarchitekten Birgit Hammer und Peter Köster sowie Bauamtsleiter Peter Kania dabei.

Sie wählten in ihrer ersten Sitzung zehn Bewerber aus, die es in die nächste Runde des zweistufigen Verfahrens schaffen. Diese haben nun bis Ende Oktober Zeit, um ihre ersten Entwürfe zu konkretisieren und auch überzeugende Visualisierungen zu entwickeln.

Politiker gaben Bedingungen für den Wettbewerb vor

Mit welchen Ideen die Bewerber die Jury überzeugten, bleibt vorerst geheim. „Das Verfahren ist derzeit noch nicht öffentlich“, sagt Kania. „Alle Beteiligten sind zur Geheimhaltung verpflichtet.“ Auch die Jurymitglieder wüssten nicht, welche Architektenbüros hinter den Einsendungen steckten. „Die Entwürfe werden durchnummeriert und uns anonym vorgelegt“, sagt der Bauamtsleiter.

Ahrensburgs Politiker haben mit ihren Beschlüssen in den vergangenen Monaten die grundsätzlichen Bedingungen für den Wettbewerb vorgegeben. Mit Stimmen von CDU, Grünen und WAB entschieden sie, auf der Freifläche zwischen dem Rathaus und den Fußballfeldern eine Tiefgarage zu errichten. Diese soll Platz für 240 Fahrzeuge bieten und oben eine Öffnung bekommen, durch die Tageslicht eindringen kann. SPD, FDP und Linke hatten den Plan stark kritisiert und stattdessen für ein Parkhaus am südwestlichen Ende des Stormarnplatzes gekämpft.

Im ersten Schritt wurden grundsätzliche Ideen vorgestellt

Da der Platz im Rathaus schon seit Langem für die Mitarbeiter nicht mehr ausreicht, ist zwischen dem jetzigen Verwaltungsgebäude und dem Peter-Rantzau-Haus ein Anbau geplant. Die Politiker sprachen sich dafür aus, in dem neuen Gebäude auf einen 400 Quadratmeter großen Ratssaal zu verzichten. Dadurch sinken die prognostizierten Kosten um 1,6 Millionen auf rund 5,2 Millionen Euro. Vorgesehen sind rund 750 Quadratmeter Büroflächen für die Verwaltung, dazu Besprechungsräume für die Rathausmitarbeiter und die Fraktionen. Oberhalb der Tiefgarage soll ein urbaner Stadtpark samt Skateranlage entstehen.

Im ersten Schritt stellten die Bewerber laut Kania ihre grundsätzlichen Ideen vor, teils mit Grundrissen und Lageplänen. Unter den zehn Kandidaten, die eine Runde weiter sind, wird eine erste Prämie in Höhe von 50.000 Euro aufgeteilt. „Das Geld reicht nicht, um die Kosten zu decken, die ihnen durch die Teilnahme entstehen“, sagt Peter Kania. Trotzdem seien solche Wettbewerbe sehr beliebt. Zum einen sei die Aussicht lukrativ, als Gewinner die weiteren Planungen begleiten zu dürfen. Zum anderen sei ein erster Platz bei einem solchen Wettbewerb gut für das Renommee einer Firma – insbesondere, wenn sie sich wie in diesem Fall gegen so viele Konkurrenten durchsetzen könne.

Für die besten Entwürfe wird ein Preisgeld ausgeschüttet

Bevor die ausgearbeiteten Entwürfe erneut den neun Sach- und Fachpreisrichtern vorgelegt werden, nehmen Gutachter sie laut Kania für eine Vorprüfung unter die Lupe. Es gibt mehrere Sachverständige, die ihre Meinung und Kritik äußern dürfen, um der Jury Empfehlungen zu geben. Zu diesem Kreis gehören unter anderem Vertreter des Kinder- und Jugend-, des Senioren- und des Behindertenbeirates.

Die Jury kommt am Dienstag, 8. Dezember, wieder zusammen, um die ersten drei Plätze zu bestimmen. Unter ihnen wird ein Preisgeld von 50.000 Euro aufgeteilt. Die Entwürfe werden dann auch öffentlich vorgestellt. Beschlossen wird damit laut Kania aber noch nicht die finale Umgestaltung. Stattdessen gehe es bei dem Wettbewerb vordergründig um die Auswahl des Büros, mit dem die Stadt im weiteren Verfahren zusammenarbeiten wird. Die Politiker haben anschließend die Möglichkeit, Wünsche und Anregungen einzubringen. Für die weiteren Planungen ist das kommende Jahr vorgesehen. Baubeginn soll 2022 sein. Zunächst geht es mit dem Rathausanbau und den Rampen für die Tiefgarage los. Deren Bau erfolgt im Anschluss. Als Letztes ist der Stadtpark dran. Wenn alles planmäßig läuft, rechnet die Verwaltung mit einer Fertigstellung 2024.

Zeitplan hängt auch vom Bauprojekt Alte Reitbahn ab

Ob das gelingt, hängt auch mit dem Projekt Alte Reitbahn zusammen. Während der dortigen Bauarbeiten sollen die wegfallenden Parkplätze durch eine provisorische Stellfläche auf dem Stormarnplatz ersetzt werden. Erst wenn die neue Tiefgarage unter dem Wohn- und Geschäftshaus an der Alten Reitbahn fertig ist, soll das Provisorium auf dem Stormarnplatz verschwinden und Platz machen für die dortige Tiefgarage. In ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause haben die Stadtverordneten dafür die Voraussetzungen geschaffen. Im nicht öffentlichen Teil stimmten sie dem Kaufvertrag mit dem Investor für das städtische Grundstück zu. Bevor die Arbeiten an der Alten Reitbahn beginnen können, muss allerdings noch ein neuer Bebauungsplan beschlossen werden.