Wohnraum

Neues Quartier in Reinbek geplant - bis zu 250 Wohnhäuser

Kai Dusenschön (r.) und Janno Krieger haben den Acker gekauft und möchten mit ihrem Bauprojekt im kommenden Jahr starten. Hinter ihnen ist das Holländische Viertel.

Kai Dusenschön (r.) und Janno Krieger haben den Acker gekauft und möchten mit ihrem Bauprojekt im kommenden Jahr starten. Hinter ihnen ist das Holländische Viertel.

Foto: René Soukup

Wo jetzt noch 5,3 Hektar Ackerfläche liegen sollen Wohnungen, Einzel- und Reihenhäuser gebaut werden. Das Konzept beinhaltet auch Carsharing.

Reinbek. Auf dem 5,3 Hektar großen Acker an der Schönningstedter Straße in Reinbek sollen Ende kommenden Jahres die Bagger anrücken, um mit der Erschließung zu starten. Das wünschen sich zumindest Kai Dusenschön (47) und Janno Krieger (45). Die Geschäftspartner möchten dort ein neues Quartier schaffen mit Miet-, Sozial-, Eigentumswohnungen sowie Einzel- und Reihenhäusern. Derzeit erarbeitet ein Architekt einen Entwurf. Darin werden zum Beispiel die Ideen der Politiker berücksichtigt, die zu einem späteren Zeitpunkt den Bebauungsplan absegnen müssen.

Kennzahlen zum Reinbeker Quartier noch nicht genannt

Die beiden Investoren haben 2019 die Wohnbauer GmbH gegründet und waren wenige Tage vor dem Corona-Lockdown an Entscheider herangetreten. Zuerst sprachen sie mit der SPD, danach mit den anderen Fraktionen. Auch Bürgermeister Björn Warmer wurde über die Ambitionen in Kenntnis gesetzt. Zudem gab es eine Gesprächsrunde mit jungen Politikern aller Fraktionen.

Kennzahlen zum Projekt haben Landwirt Dusenschön, der in Reinbek wohnt, und der in Aumühle lebende Krieger bewusst nicht genannt. Sie wollen weder die Parteien noch Anwohner mit Vorfestlegungen verschrecken. Alle sollen Vorschläge machen zur Gestaltung des Areals gegenüber der Wohltorfer Straße. Maximale Transparenz lautet die Maxime. „Wir denken so an 180 bis 250 Wohneinheiten. Es können aber auch weniger oder mehr werden. Die Zahl legt die Politik fest“, sagt Janno Krieger.

CDU müsse noch über Details sprechen

Die beiden Männer haben die Fläche, in Reinbek auch als Stahmers Acker bekannt, gekauft. Bei ihren Planungen sind Forderungen der Bürger aus dem Stadtcheck, einer großen Umfrage zum Thema Wachstum der Kommune, berücksichtigt. Außerdem können Reinbeker auch jetzt noch per E-Mail an info@wohnbauer.com Anregungen geben. Geplant ist zudem eine Info-Veranstaltung auf dem Feld. Einen Termin gibt es aber noch nicht. Die Investoren hoffen, dass der Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan noch in diesem Jahr verabschiedet wird. Er hat keinen bindenden Charakter.

Dusenschön sagt, er habe das Gefühl, die Bereitschaft der Politik zur Unterstützung sei vorhanden. Damit scheint er richtig zu liegen. CDU-Fraktionschef Patrick Ziebke: „Mit frühzeitiger Bürgerbeteiligung kann man viele Probleme aus dem Weg räumen. Das ist ein gutes Vorgehen. Wir wünschen uns dort Wohnungen für alle Bevölkerungsschichten.“ Die Christdemokraten müssten in der Fraktion noch über Details reden, etwa die Zahl der Geschosse. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Volker Müller sagt über das Treffen mit den Investoren: „Es war ein offenes Gespräch. Wir brauchen vor allem bezahlbare Wohnungen und müssen da etwas machen.“ Das Verfahren sei jedenfalls sehr transparent. Für den 5. September haben die Sozialdemokraten eine parteiinterne Sondersitzung terminiert, um über das Vorhaben zu beraten.

Struktur des Quartiers genauestens durchdacht

„Wir bauen vornehmlich für Reinbeker und Menschen, die hier arbeiten und keine Wohnung wegen zu hoher Mieten finden“, so Krieger. Er meint damit zum Beispiel Ehrenamtler wie Feuerwehrleute und Senioren. Die Vergabe soll durch ein Punktesystem geregelt werden. Die Wohnungen wollen die Geschäftspartner im Bestand halten und nicht an Investmentgesellschaften weiterverkaufen. Ihr Ziel ist es, Vierzimmerwohnungen für eine Familie samt zwei Kindern im frei finanzierten Bereich für 1000 Euro warm anbieten zu können. Grundstücke für Einfamilienhäuser wird die Wohnbauer GmbH auch unbebaut offerieren.

Über die Struktur des Quartiers, das geografisch in der Mitte von Stormarns zweitgrößter Stadt liegt, haben sich die Investoren viele Gedanken gemacht. Sie planen Tiefgaragen mit direktem Anschluss an die Mehrfamilienhäuser, um mehr Raum für Grünflächen und einen Abenteuerspielplatz zu haben. Dazu favorisieren sie unter anderem eine Begegnungsstätte, eine Kita sowie ein Café. Für die Energieversorgung ist in einem Konzept das Nutzen von Erdwärme angegeben. Carsharing und der Verleih von Elektrorädern sind unter einem Punkt mit der Überschrift „Schlüssiges und nachhaltiges Verkehrskonzept“ genannt. In diesem Zusammenhang fordern Dusenschön und Krieger, dass die S-Bahn in Reinbek künftig im Zehn-Minutentakt verkehrt.

In Neuschönningstedt sind 235 Einheiten entstanden

Für Düsenschön wäre es das zweite große Bauprojekt in Reinbek. Im Stadtteil Neuschönningstedt hat er mit dem Grundstückseigner Hauke Schröder auf einem Vier-Hektar-Areal am Oher Weg das Quartier mit dem Namen Schröders Koppel geschaffen. Baustart war 2016, vor Kurzem wurden die Arbeiten abgeschlossen. Die Menschen leben dort in 16 Reihen- und vier Atriumhäusern, zehn Doppelhaushälften, 42 Eigentums- sowie 163 Mietwohnungen, von denen 30 öffentlich gefördert sind. Das Investitionsvolumen betrug rund 50 Millionen Euro. Alle Objekte verfügen über den Energiestandard KfW 55 und werden mit Erdwärme versorgt. Die höchsten Gebäude haben vier Geschosse mit Staffelgeschoss. Das Vorhaben an der Schönningstedter Straße wollen Kai Dusenschön und Janno Krieger übrigens auch Landrat Henning Görtz präsentieren.