Fahrverbot

Lkw-Verkehr: Anwohnerproteste in Bad Oldesloe haben Erfolg

Die Anwohner der Grabauer Straße wollen die Lastwagen loswerden: Werner Fröhlich (von links), Petra Köberich, Hannelore Bohm, Christoph Schwencke, Fritz Tolkemitt und Jenni Boie

Die Anwohner der Grabauer Straße wollen die Lastwagen loswerden: Werner Fröhlich (von links), Petra Köberich, Hannelore Bohm, Christoph Schwencke, Fritz Tolkemitt und Jenni Boie

Foto: Finn Fischer

Lärm an der Grabauer Straße soll reduziert werden. Politiker fordern außerdem Fahrverbot für Lkw, weil Schulkinder gefährdet seien.

Bad Oldesloe. Die Anwohner der Grabauer Straße in Bad Oldesloe haben ihre Kritik am zunehmenden Lkw-Verkehr im städtischen Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss erneuert – und zwar mit Erfolg. Das Gremium beauftragte die Verwaltung damit, „nachdrücklich auf eine Umsetzung der Wünsche der Anwohner hinzuarbeiten“. Also auf eine Erneuerung der völlig maroden Straßendecke, eine Verlängerung und bessere Kennzeichnung der Tempo-30-Zone, sowie auf ein Fahrverbot für schwere Lastwagen.

Schulkinder seien einer größer werdenden Gefahr ausgesetzt

Das Votum war einstimmig. Dieses Ergebnis kam wohl auch deshalb zustande, weil die Anwohner der Grabauer Straße seit Monaten hartnäckig auf die angespannte Verkehrssituation hinweisen und nicht locker lassen. Vor allem der Zustand der Straße scheint immer dramatischer zu werden. Bei Geert Oeser, Sprecher der Anwohner-Initiative, liegen die Nerven blank: „Wenn nachts ein Lastwagen an meinem Haus vorbeifährt, falle ich aus dem Bett – und das ist nicht übertrieben.“

Die immer stärker werdenden Erschütterungen führt der Anwohner auf die zahlreichen Schlaglöcher und den Untergrund zurück. Die Lärmbelästigung sei enorm und auch Schulkinder sieht Geert Oeser einer immer größeren Gefahr ausgesetzt: „Seit Anfang des Jahres müssen Lastwagen beim Überholen von Radfahrern zwei Meter Abstand halten und wenn Gegenverkehr kommt, wird dieser regelmäßig unterschritten.“

Begegnungsverkehr soll durch Teilsperrung reduziert werden

Die Kritik zeigte Wirkung. Fraktionsübergreifend plädierte der Verkehrsausschuss für die Einführung eines Lkw-Verbots. Zunächst aber nur stadtauswärts. Das, so die Annahme, sei leichter umzusetzen als ein Verbot aus Richtung der Autobahn 21, Anschlussstelle Oldesloe-Nord. Mit der Teilsperrung soll der gefährliche Begegnungsverkehr in der schmalen Straße auf ein Minimum reduziert werden. Auch die geforderte Verlängerung der Tempo-30-Zone Richtung Kreisverkehr stadtauswärts wäre nur logisch, stellte Wilfried Janson (Die Grünen) fest: „Es handelt sich um einen Schulweg, und einige Kinder müssen dort die Straße überqueren.“

Außerdem soll sich die Oldesloer Stadtverwaltung mit dem Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr in Verbindung setzen und eine Überprüfung des Straßenzustandes erreichen. Jens Wieck (CDU): „Wir müssen in Erfahrung bringen, ob der Untergrund den ganzen Lkw-Verkehr überhaupt noch verkraften kann.“ Sei das nicht der Fall, wäre wohl ein komplettes Durchfahrtverbot für Lastwagen die Folge.

Umsetzung des Beschlusses soll im Oktober überprüft werden

Die Wählergemeinschaft Freie Bürger Oldesloe (FBO) hatte, wie berichtet, vor der Ausschusssitzung einen eigenen Antrag eingereicht, in dem bereits mehrere der jetzt beschlossenen Punkte aufgeführt waren. Das sorgte bei der CDU für Irritationen. „Das ist zu einem Großteil der Antrag gewesen, den ich bereits im November eingebracht habe, und dann musste ich im Hamburger Abendblatt lesen, dass der von der FBO nochmal gestellt wurde“, wunderte sich Jens Wieck. Daraufhin zog die Wählergemeinschaft den Antrag zurück und unterstützte ebenfalls den im Ausschuss formulierten Gemeinschaftsantrag. Die Umsetzung des jetzt von allen Fraktionen befürworteten Beschlusses soll in der Oktobersitzung überprüft werden.