Verkehrsaufkommen

Oldesloer Politik berät erneut über mögliches Lkw-Verbot

Die Anwohner der Grabauer Straße wollen die Lastwagen loswerden: Werner Fröhlich (v. l.), Petra Köberich, Hannelore Bohm, Christoph Schwencke, Fritz Tolkemitt und Jenni Boie.

Die Anwohner der Grabauer Straße wollen die Lastwagen loswerden: Werner Fröhlich (v. l.), Petra Köberich, Hannelore Bohm, Christoph Schwencke, Fritz Tolkemitt und Jenni Boie.

Foto: Finn Fischer

Anwohner der Grabauer Straße leiden unter Verkehr, fürchten um Sicherheit ihrer Kinder. Wählergemeinschaft FBO will Abhilfe schaffen.

Bad Oldesloe.  Hoffnung für die Anwohner in der Grabauer Straße: Die Oldesloer Politik wird erneut über eine Sperrung der Durchgangsstraße für große Lastwagen beraten. Das Hamburger Abendblatt hatte vor vier Wochen über die Situation in der Straße und die Sorgen der Anwohner berichtet.

Wählergemeinschaft FBO will Antrag stellen

Die Wählergemeinschaft Freie Bürger Oldesloe (FBO) wird in der kommenden Woche einen Antrag im Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss (Do., 20.8., 19 Uhr, KuB-Saal, Beer-Yaacov-Weg 1) stellen. Demnach soll Fahrzeugen über 7,5 Tonnen die Durchfahrt in beide Richtungen verwehrt werden. Außerdem will die FBO eine Sanierung der Fahrbahn erreichen – am besten auf Rechnung des Landes. Denn bei der Grabauer Straße handelt es sich um eine Landesstraße. „Bereits erfolgte Maßnahmen, wie Zone 30 und ein Geschwindigkeitsmessgerät, haben zu keiner Verbesserung der Situation geführt“, begründet Annelie Strehl (FBO) den Antrag der Wählergemeinschaft.

Vor der politischen Sommerpause hatten Anwohner, wie berichtet, in der Stadtverordnetenversammlung erneut über die Verkehrssituation geklagt. So sei die Straßendecke in einem derart schlechten Zustand, dass vorbeifahrende Lastwagen die „Gläser in den Schränken wackeln lassen“, wie es ein Anwohner formulierte.

Sicherheit von Kindern und Radlern gefährdet

Das geht so weit, dass sich die Hausbesitzer in der Straße Sorgen um die Bausubstanz der Gebäude machen. Doch es geht den Anwohnern auch um die Sicherheit von Schulkindern und Radfahrern. Denn einen gesonderten Radweg gibt es nicht – lediglich einen sogenannten Schutzstreifen, also eine Markierung auf der Fahrbahn.

Ob das Lastwagenverbot tatsächlich umgesetzt werden könnte, ist allerdings noch fraglich. Denn durch die Beschränkung hätte der Schwerlastverkehr keine Möglichkeit mehr, von der A21-Anschlussstelle Bad Oldesloe-Nord in die Innenstadt zu gelangen. Eine Umleitung des Verkehrs über den Wolkenweher Weg, an dem sich das Krankenhaus befindet, ist aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht möglich.

Lkw sollen über B 75 Weg in die Stadt nehmen

Stattdessen will die FBO eine entsprechende Beschilderung an der Autobahn, dass Lastwagen die Anschlussstelle Bad Oldesloe-Süd nutzen sollen und von dort aus über die Bundesstraße 75 in die Stadt fahren.

Die Stadtverwaltung hatte bereits eine Verkehrszählung in der Grabauer Straße angekündigt. So soll ermittelt werden, wie viele Lkw die Straße überhaupt nutzen. Erst wenn die Ergebnisse vorliegen, wird sich zeigen, ob die Bundesstraße 75 den zusätzlichen Verkehr aufnehmen könnte.